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Leitungswasser: Sauberes Trinkwasser aus dem Hahn?

Verbraucher  

In abgestandenem Leitungswasser bilden sich Keime

18.08.2006, 12:54 Uhr | ug/ag, t-online.de

Leitungswasser in Deutschland besitzt eine hohe Qualität. Dennoch können gesundheitliche Gefahren drohen, wenn das Wasser zu lange in den Rohren steht, oder Leitungen und Armaturen nicht richtig installiert sind. Dann trüben Bakterien und Keime den Genuss und das Allergierisiko steigt, warnt das Umweltbundesamt. Deshalb sollten Verbraucher darauf achten, kein Wasser zu verwenden, das länger als vier Stunden in den Rohren gestanden hat. Obwohl die Trinkwasserverordnung streng ist und kaum ein Lebensmittel so regelmäßig und häufig kontrolliert wird, gilt: Nur wenn das Wasser geschmacksneutral, farb- und geruchlos sowie klar und kühl aus der Leitung fließt, können Sie es ohne Bedenken genießen.

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Keime tummeln sich in Leitungsrohren

Für das Zubereiten von Speisen und Getränken sollten Verbraucher nur frisches Wasser verwenden, rät das Umweltbundesamt. Denn steht das Wasser zu lange in der Leitung, kann es schädliche Stoffe aus den Rohren aufnehmen. Die Folge: Innerhalb kurzer Zeit verschlechtert sich die Wasserqualität, es bilden sich Korrosionsrückstände und das Wasser verkeimt. Denn bei Temperaturen über 20 Grad vermehren sich Pilze und Bakterien in den Leitungen besonders rasch.

Allergiker aufgepasst

Besondere Vorsicht ist für Allergiker angebracht: Sie sollten nur Leitungswasser verwenden, das höchstens 30 Minuten in den Rohren stand. Das gilt insbesondere bei Menschen, die sensibel auf Nickel reagieren - das ist etwa jeder sechste in Deutschland. Da abgestandenes Leitunngswasser mitunter stark nickelhaltig ist, kann es beim Händewaschen oder Duschen zu Hautirritationen und allergischen Reaktionen kommen.

Nur frisches und kühles Wasser verwenden

Um das Leitungswasser ungetrübt genießen zu können, sollten Verbraucher daher besonders nach langen Standzeiten – wie morgens – zunächst das Altwasser abfließen lassen, bis kühles und damit frisches Wasser aus dem Hahn kommt. Generell gilt: Je regelmäßiger und öfter das Wasser aus der Leitung fließt, desto besser ist seine Qualität. Zudem kommt eher sauberes Wasser aus dem Hahn, wenn die Leitungen und Armaturen hygienisch einwandfrei sind. Daher sollten Wasserfilter und Warmwasserspeicher regelmäßig gereinigt oder gewechselt werden.  

Gesundheitsrisiko vor allem für Kinder

Die Qualität der Rohre spielt bei der Wasserqualität eine wichtige Rolle. Besonders in älteren Häusern befinden sich oft Leitungen aus Blei, die das Wasser verunreinigen können. Die Wasserwerke haben keinen Einfluss darauf, durch welche Leitungsrohre im Haushalt das Trinkwasser zum Verbraucher gelangt. "Risikogruppen wie Schwangere, Säuglinge und Kinder sollten generell auf Leitungswasser aus Bleirohren verzichten", empfiehlt Prof. Helmut Erbersdobler, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Auch aus Kupferleitungen können sich Metallstoffe lösen. Eltern sollten darauf achten, dass sie bei der Zubereitung von Babynahrung kein abgestandenes und kupferhaltiges Trinkwasser verwenden. Denn es kann bei Säuglingen und Kleinkindern zu Leberzirrhose führen. Eine Untersuchung des Wassers gibt im Zweifelsfall darüber Auskunft, ob das Trinkwasser durch gesundheitsgefährdende Substanzen belastet ist. Eine solche Analyse führen die städtischen Wasserwerke gegen eine Gebühr durch.

Besser Leitungs- oder Mineralwasser?

"Grundsätzlich sind Leitungs- und Mineralwasser zwei unterschiedliche Produkte", erklärt Wolfgang Stubbe, Geschäftsführer vom Verband Deutscher Mineralbrunnen Mineralwasser sei ein Naturprodukt. Es stamme von einem unterirdischen, von Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen und müsse am Quellort abgefüllt werden. Als einziges Lebensmittel in Deutschland benötige es eine amtliche Anerkennung. Im Übrigen sei es reich an Mineralstoffen. Die DGE weist darauf hin, dass ein Mensch, der regelmäßig Mineralwasser trinkt, seine tägliche Zufuhr an Magnesium, Calcium und Natrium zu etwa 20 bis 45 Prozent deckt. Mit einem Liter Leitungswasser dagegen deckt der Verbraucher seinen Tagesbedarf an Magnesium im Durchschnitt nur zu drei Prozent.

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