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Partnerschaft: Liebe - und verzweifelte Hausmänner

LIEBE | PARTNERSCHAFT  

Verzweifelte Hausmänner

18.12.2007, 10:22 Uhr | Susanne Reininger, t-online.de

"Mein Mann passt auf die Kinder auf", antwortet die Bankerin Katja lapidar, wenn Sie nach dem Beruf ihres Mannes gefragt wird. Er kümmert sich um Windeln und Wäsche, sie sich um Wechselkurse und Wertpapiere. Nach der Geburt ihres zweiten Kindes haben Katja und Markus die Rollen getauscht und gelten damit längst nicht mehr als Exoten: In Deutschland weist die Arbeitsmarktstatistik rund eineinhalb Millionen Paare unter "Ehefrau erwerbstätig, Ehemann erwerbslos" aus. Doch nur selten gelingt es, wenn Papa den Hausmann mimt: die meisten Paare leiden unter dem modernen Rollentausch. Vor allem dann, wenn der Partner unfreiwillig einen neuen Part einnehmen muss.

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Noch viele Vorurteile gegen Rollentausch

Ein Rollentausch ist meist noch immer kein gesellschaftlich akzeptiertes Konzept – vor allem, wenn das Paar kinderlos ist. "Wir haben noch immer ein traditionelles Rollenbild im Kopf und unser soziales Umfeld bestätigt uns meist darin", sagt Dr. Monika Frank von der Christoph-Dornier-Stiftung für klinische Psychologie in Marburg. Frauen schätzen es zwar ebenso wie Männer, sich abends an einen gedeckten Tisch zu setzen. Aber dafür müssten sich Frauen in der Ernährerrolle gegen Vorurteile wehren und sich für den "Rollentausch" rechtfertigen.

Papis bei Pekip nicht gerne gesehen

"Solange es nicht der eigene Partner ist, finden Frauen Hausmänner attraktiv und fortschrittlich", so die Psychologin. Manche Mama freut sich, nicht immer nur "Sandkasten-Themen" zu diskutieren, wenn ein Vater den Nachwuchs auf dem Spielplatz betreut. Doch meldet sich der Home-Daddy beim Mutter-und-Kind-Turnen oder in der Pekip-Gruppe an, reagieren viele Frauen allergisch.

Unfreiwilliger Rollentausch birgt Konfliktstoff

Ein Rollentausch birgt aber nicht nur äußerlich Konfliktstoff. Ob Babywickeln, Haus- oder Büroarbeit - hat ein Partner mangelnden Respekt vor der Tätigkeit des anderen, setzt ein schleichender Abwertungsprozess ein: Aus dem ehemaligen Versorger wird ein Versager. Mit ähnlichen Gedanken ertappte sich auch Katja. Ihr Ehemann war erfolgreicher Profimusiker und musste seinen Beruf aufgrund eines chronischen Rückenleidens an den Nagel hängen. Der einst bewunderte Pianist gibt nun zwischen Kinderhüten und Haushalt privaten Klavierunterricht, um ein paar Euro dazuzuverdienen.

Respekt ist oberstes Gesetz

Wenn Paare wie Markus und Katja aufgrund von Krankheit oder durch einen Jobverlust unfreiwillig die Rollen tauschen müssen, ist die Beziehungskrise programmiert. Kommt eine angespannte finanzielle Situation hinzu und der gewohnte Lebensstandard sinkt, steht die Partnerschaft vor einer Zerreißprobe: "In dem Moment, in dem ich mich selbst völlig überfordert fühle, reagiere ich auch aggressiver auf den Partner", weiß Frank. Regel Nummer eins: Respekt und Verständnis für die Situation des Partners haben. Und sich gegenseitig zuhören.

Reden und Zuhören ist wichtig

Jeder muss die Chance haben, ungehemmt über seine Wünsche und auch über seine Ängste zu reden. "Nur so lassen sich konstruktive Lösungen finden, die man dann auch gemeinsam nach außen vertreten sollte", empfiehlt die Marburger Psychologin. Das muss nicht gleich der große Lebensentwurf sein, sondern zum Beispiel eine Zwischen- oder Kompromisslösung wie etwa Teilzeitarbeit für beide.

Befristeter Rollentausch ist erfolgreich

"Die größte Chance, damit ein Rollentausch gelingt, liegen in einem zeitlich begrenzten Rollenwechsel", resümiert Dr. Frank. "Für Männer, die zum Beispiel eine Elternzeit genommen haben, war es eine sehr wertvolle Erfahrung, in der sie eine intensive Beziehung zu ihren Kindern aufbauen konnten", sagt Dr. Monika Frank und schmunzelt: "Außerdem wird kein Mann mehr behaupten: ' Das bisschen Haushalt mache ich doch mit Links'". Eine berufliche Auszeit prägt aber auch das Selbstverständnis dafür, wer für eine Lebensgemeinschaft verantwortlich ist - nämlich beide Partner.

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