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Liebe und Literatur: Reaktionen auf "Das Eva Prinzip" von Eva Herman

Familie  

Das "Eva-Prinzip" und die Folgen

03.01.2008, 18:50 Uhr | jw, dpa

Mit ihrem Buch "Das Eva-Prinzip" sorgte die frühere "Tagesschau"-Sprecherin Eva Herman im vergangenen Herbst für Wirbel. Ihr jetzt veröffentlichtes Folgebuch „Liebe Eva Herman!“ beinhaltet Leserbriefe, die auf ihren Aufruf zur Rückkehr zur traditionellen Frauenrolle reagieren. Auch auf dem Buchmarkt ist die Auseinandersetzung mit Herman direkt oder indirekt voll im Gang.

Désirée Nick greift Eva Herman an Nick contra Herman

Thea Dorn Die neue F-Klasse

Den Anfang machte im Herbst Thea Dorn mit ihrem Buch "Die neue F- Klasse". Darin erzählen elf bekannte Frauen wie die TV-Moderatorin Maybrit Illner oder die deutschtürkische Anwältin Seyran Ates selbstbewusst von ihrem persönlichen und beruflichen Werdegang. Dorn selbst polemisiert gegen all jene, die den Frauen wieder ihre Rolle zwischen Windeln und Herd schmackhaft machen wollen. Sie selbst tritt für einen neuen Feminismus ein, der die Männer nicht anfeindet,
sondern sie als faire, selbstbewusste Partner fordert.

Iris Radisch Die Schule der Frauen

Von politischen Forderungen oder gar finanziellen Zuwendungen für junge Mütter verspricht sich dagegen Iris Radisch nicht so viel. In ihrem Buch „Die Schule der Frauen. Wie wir die Familie neu erfinden“ sucht die Literaturredakteurin der „Zeit“ vielmehr nach Wegen, wie dem Familienleben wieder ein höherer Wert und vor allem mehr Stabilität zukommen kann - ohne dabei in traditionelle Muster zurückzufallen. Sie kritisiert - mitunter etwas klischeehaft – die Folgen unserer Spaßgesellschaft, in der das individuelle Glück an erster Stelle stehe. Nicht zuletzt sind ihr die Männer, die für eine jüngere Geliebte Gattin und Kinder im Stich lassen, ein Dorn im Auge. Radisch sieht unsere Zeit im Umbruch. Es gebe keine Patentrezepte und auch eine Rückkehr in alte Zeiten sei unmöglich. Vielmehr plädiert sie für gleichberechtigte Partnerschaften, in denen die Väter verstärkt Verantwortung für die Kinder übernehmen sollten. Es müsse Eltern gegen den vermeintlichen ökonomischen Sachzwang ermöglicht werden, mehr Zeit für ihre Kinder zu haben.

Désirée Nick Eva go home

Während Radisch die Folgen der Emanzipation für Familien mit Kindern zumindest für bedenklich hält, bricht Désirée Nick uneingeschränkt die Lanze für die moderne Frau. Die Berliner Entertainerin, die ihren Sohn allein großzieht, zerpflückt in ihrem Buch „Eva go home“ die Thesen von Eva Herman genussvoll Punkt für Punkt. Nicht die Emanzipation, sondern die politische und soziale Situation seien dafür verantwortlich, wenn die Deutschen ausstürben. Und für das Hermansche Bild von den webenden und flechtenden Frauen hat Nick nur Hohn und Spott übrig.


Désirée Nick greift Eva Herman an Nick contra Herman


Ursula von der Leyen
Wir müssen unser Land für die Frauen verändern
Auf die Antwort von Hermans wohl schlagkräftigster Opponentin müssen die Leser dagegen noch bis Juni warten. Dann veröffentlicht nämlich Alice Schwarzer, die Herausgeberin der Zeitschrift „Emma“, das Buch „Die Antwort“, das neue Perspektiven zur Emanzipation verspricht. Auch Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen meldet sich mit einem Buch zu Wort. Am 19. März erscheinen unter dem Titel „Wir müssen unser Land für die Frauen verändern“ Gespräche mit der engagierten Politikerin.

Maria von Welser/ Ursula von der Leyen: Maria Welser im Gespräch mit Ursula von der Leyen: Wir müssen unser Land für die Frauen verändern; Bertelsmann Verlag; 16,00 Euro; ISBN 978-3-570-00959-8

Karin Deckenbach War was, Eva?

Streitbar ist auch Karin Deckenbach in ihrem Buch „War was, Eva?“. Die Politologin lässt ausführlich berufstätige Frauen - und auch Männer - über ihr Verhältnis zum anderen Geschlecht, zur Kinderfrage und beruflichen Karriere zu Wort kommen. Bei allen Problemen und unerfüllten Sehnsüchten, die dabei anschaulich zu Tage treten, hält Deckenbach daran fest, die „erfolgreichste soziale Revolution des Jahrhunderts“ - die Frauenbewegung - engagiert fortzuführen. Deutschland, das hinsichtlich des Frauenbilds und der sozialen Bedingungen für Mütter zu den nach Deckenbach unmodernsten Gesellschaften in Europa zähle, müsste die Situation für Frauen und Familien politisch weiter verbessern.

Karin Deckenbach:

War was, Eva?; Droemer Verlag; 16,90 Euro; ISBN 978-3-426-27414-9


Cornelie Kister Mütter, euer Feind ist weiblich
Angesichts solcher Auseinandersetzungen spricht Cornelie Kister in ihrem Buch „Mütter, Euer Feind ist weiblich“ von einem „Gezänk im Matriarchat“ und mahnt gegenseitiges Verständnis an. Solange die „Profimutter“, eine Frau also, die sich ganz ihren Kindern widmet, berufstätige Mütter als Rabenmütter beschimpfe und „Teilzeitmütter“ umgekehrt Hausfrauen fast jeden Selbstwert absprächen, würde sich die Lage der Frauen eher verschlimmern als verbessern.

Cornelie Kister:

Mütter, euer Feind ist weiblich; Eichborn Verlag; 12,90 Euro; ISBN 078-3-8218-6012-1

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