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Partnersuche: Per Gentest zum Traumpartner (2)


Liebe | Partnersuche  

Per Gentest zum Traumpartner

31.10.2008, 17:22 Uhr | Spiegel Online/Heike Le Ker, Spiegel Online

Unterschiedliche MHC-Gene machen attraktiver

Von allen Probanden hatte Wedekind DNA-Proben entnommen, die MHC-Gene analysiert und sie anschließend mit dem Erbgut der T-Shirt-Träger verglichen. Das erstaunliche Resultat: Der Duft eines Mannes erschien den Probandinnen umso attraktiver, je stärker sich seine MHC-Gene von ihren unterschieden. "Andere MHC-Typen riechen besser", fasst Wedekind seine Arbeit zusammen.

Forscher sind skeptisch

Zudem beeinflusst die MHC-Ausstattung eines Paares offenbar auch seine Nachkommen: Untersuchungen an Hutterern, einer sehr eng in Siedlungsinseln zusammenlebenden Glaubensgemeinschaft, haben gezeigt, dass zwei Menschen mit ähnlichen MHC-Genen länger brauchen, um ein Kind zu zeugen und die Frau häufiger frühzeitige Fehlgeburten hat. Einige Wissenschaftler gehen zudem davon aus, dass ein Kind mit einer großen MHC-Vielfalt eine bessere Immunabwehr hat. "Mit dieser Aussage wäre ich sehr vorsichtig", sagt Claus Wedekind im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Auch bei der Frage, warum wer welchen Geruch mag, hält sich der Forscher zurück: "Wir wissen überhaupt nicht, wie unterschiedlich zwei Menschen sein müssen, damit sie einander attraktiv finden und eine Schwangerschaft funktioniert."

155 Euro kostet Genanalyse

GenePartner ist der wissenschaftlichen Gemeinde demnach offenbar einige Schritte voraus: Das Unternehmen weiß anscheinend ganz genau, wer biologisch zusammenpasst und wer nicht. "Unsere Labore suchen nach Unterschieden und Vielfalt der HLA-Antigene und nach Komponenten, die unser Geheimnis bleiben", erklärt Geschäftsführerin Brown. Das Ergebnis erhält der Kunde dann theoretisch per Mausklick. Zwei rote Punkte: Schlechte Chancen. Zwei grüne Punkte: "Diese Kombination ist eine gute Basis für eine starke Langzeit-Beziehung." Schlappe 199 Dollar (rund 155 Euro) will GenePartner für seine Leistungen haben, mit der Kunden allerdings praktisch noch kaum etwas anfangen können.

Trefferquote gering

Denn für die bislang 300 stolzen Besitzer einer ID, die ihren Traumpartner per Genanalyse finden wollen, gibt es bislang noch keine Plattform im Internet. "Die Leute nehmen ihre ID mit und können einander in jeder anderen Partnerbörse suchen", so Brown. Dass die Wahrscheinlichkeit, einen der 299 anderen GenePartner-Kunden im Internet zu finden, verschwindend gering ist, stört Brown nicht: "Der Gentest wird bei der Partnersuche in Zukunft Standard sein, dann gibt es dieses Problem nicht mehr", prophezeit sie.

Gene auch als Trennungsgrund

Außerdem habe das Unternehmen auch schon mehrere DNA-Vergleiche gemacht - allerdings nicht für Singles, sondern für Paare. 299 Dollar (rund 230 Euro) kostet es, wenn ein Paar wissen will, ob es "eine gute Basis für ein bereicherndes und erfülltes gemeinsames Leben" hat, heißt es auf der Website. Brown fallen zudem noch andere Anwendungsgebiete ein: Wenn sich eine Frau etwa nicht zwischen zwei Männern entscheiden könne, würde ihr eine Genanalyse helfen, den richtigen zu finden. "Ein Paar, das ständig streitet, aber dennoch zusammenbleibt, könnte mit dem DNA-Test endlich ein starkes Argument für eine Trennung bekommen."

"Wir wollen sozial und biologisch passende Paare"

Auf das eigene Gefühl ist also kein Verlass? Nicht ganz, schränkt die Molekulargenetikerin ihre gewagten Thesen ein: Es gebe natürlich auch eine soziale Komponente und es könne durchaus vorkommen, dass ein Mensch mit "sehr großen sozialen Fähigkeiten" sogar ein erfülltes Liebesleben mit einem ähnlichen MHC-Typen habe. "Wir wollen für unsere Kunden aber mehr", so Brown, "wir wollen sozial und biologisch passende Paare." Brown selbst trägt die ID 1150021-88. Vor ihrer Ehe hat sie sich und ihren Mann testen lassen. "Ich war mir zwar sicher, dass wir auch genetisch gut zusammenpassen, aber ich wollte es vom Labor einfach bestätigt haben", erzählt sie. Hätte ihr Mann allerdings einen ähnlichen MHC-Typ gehabt, hätte sie das auch nicht von einer Ehe abgehalten. Brown: "Ich wusste ja, dass unsere soziale Komponente sehr gut funktioniert."

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