Sie sind hier: Home > Leben > Mode & Beauty > Beauty >

Lippenstift: Der Lippenstift und seine Geschichte

Lippenstift  

Der Lippenstift: Liebesstift und Pistole

19.04.2005, 15:55 Uhr

Ein deutscher Journalist bezeichnete ihn mal als "Rotstift, der zur Verschwendung anregt"...Na? Klingelt's? Die Rede ist vom Lippenstift, dem kleinen, aber wirkungsvollen Zauberstab der Frauen. Verschlossen und unauffällig steckt er in Millionen von Handtaschen. Bis es soweit war, musste er viel durchmachen, seine Geschichte ist wechselhaft: erst ein Ladenhüter, dann als "Stylo d'Amour" (Liebesstift) verpönt bis er unaufhaltsam seinen Siegeszug rund um die Welt antrat und die Männer reihenweise schwach machte. Die Waffe der Frauen: In den 60-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wandelte eine KGB-Agentin den ihren sogar in eine Pistole, mit der sie eine 4,5 Millimeter-Kugel abschießen konnte!

Zum Durchklicken Beauty-Programm für die Lippen
Zum Durchklicken Perfekt geschminkt in zwölf Schritten

Schminke für Königinnen und Künstlerinnen

Vielleicht kommen die Frauen ja doch schon mit einem Arsenal kleiner Schönheitstricks zur Welt. Der älteste Fund, der das vermuten lässt, stammt aus dem Jahr 3500 vor Christus! Bei Ausgrabungen in der sumerischen Stadt Ur entdeckten Forscher eine Art Lippensalbe. Dass Königinnen wie Nofretete (um 1350 v. Chr.) nicht nur den Mund signalrot schminkten, sondern auch die Augen deutlich betonten, ist ebenfalls vielfach dokumentiert. Die Griechinnen im fünften Jahrhundert vor Christus dagegen hätten sich niemals mit Schminke öffentlich sehen lassen. In ihrer Kultur färbten sich nur Künstlerinnen und leichte Damen die Lippen.

Queen Elisabeth I. schminkte sich extrem

Während den Geschichtsschreibern unklar ist, ob und wie sich Frauen im Mittelalter schminkten, schwelgte der Barock nahezu in Kosmetik. Queen Elisabeth I. betonte ihre roten Lippen noch durch den Kontrast ihres weiß gepuderten Gesichts. Sie soll auch die erste Frau gewesen sein, die Lippenfarbe in Stiftform benutzt hat - sie musste nämlich ständig nachfärben. Eine spätere Königin Englands sorgte dafür, dass sich der Hof das sündige Rot abschminkte: Queen Victoria entschied 1860, dass Make-up unhöfisch sei und befand sich damit im Einklang ihres puritanischen Zeitalters.

Sündhaft und teuer

1883 hatte der Lippenstift seinen großen Auftritt bei der Weltausstellung in Amsterdam. Ein Parfümhersteller aus Paris präsentierte einen in Seidenpapier gewickelten Stift aus gefärbtem Rizinusöl, Hirschtalg und Bienenwachs. Zunächst hatte er jedoch einen schweren Stand, denn er war nicht nur sündhaft, sondern auch sehr teuer. Die französische Schauspielerin Sarah Bernhardt, eine Diva des späten 19. Jahrhunderts, machte den Lippenstift populär, als sie mit kirschrotem Mund auf der Bühne stand. In den Goldenen Zwanzigern begann der Siegeszug des Lippenstifts endgültig. Designer hüllten ihn in eine praktische Metallhülse mit Schiebemechanismus, damit sich die Damen nur die Lippen und nicht auch die Finger oder das Handtäschchen färbten. Die Revlon-Brüder Charles und Joseph produzierten nicht nur den ersten Nagellack, sondern waren übrigens auch die ersten, die die Farbe für die Nägel mit der für die Lippen aufeinander abstimmten.

Kussecht mit Silikon

So wechselhaft die Geschichte, so unterschiedlich waren auch die Materialien, aus denen die Lippenfarbe hergestellt wurde. Während die Ägypterinnen Ocker und Farbsäfte mit Schilfrohr auftrugen, benutzte Queen Elisabeth I. eine Mixtur aus Alabaster, Gips und Farbpartikeln. Heutzutage bestehen die Lippenstifte aus Ölen, Wachsen, Pigmenten plus Chemikalien, die beispielsweise für die Haltbarkeit sorgen, weshalb Naturkosmetik auf kussechte Farbe verzichtet. Dieser Effekt wird mit synthetischen Harzen oder flüchtigen Silikonölen erreicht. "Kein Lippenstift auf seinem Kragen, keine Spuren auf seinem Hemd", heißt es in einem Song von Pe Werner. Das ist nämlich der Nachteil: Wer mit sündig roten Lippen in Berührung kommt, ist schnell gebrandmarkt. Dagegen hilft ein in Alkohol getränktes Tuch oder ein Wattepad. Weiße, farbechte und unempfindliche Wäsche kann zusätzlich mit einem Fleckensalz oder einem Entfärber behandelt werden. Was gegen den dunklen Fleck in der Beziehung hilft, erfahren Sie ebenfalls bei onLeben:

Mehr aus onLeben:
Foto-Show 18 Beauty-Tipps und -Tricks
Eine Kunst für sich Nägel perfekt lackieren

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Jetzt Sky Fußball-Bundesliga-Paket 1 Jahr inkl. sichern!*
bei der Telekom
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal