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Haarspray: 50 Jahre Haarspray - und die Frisur sitzt

Haarspray  

50 Jahre Haarspray - und die Frisur sitzt

19.05.2005, 12:26 Uhr

Mit ein paar "Pfft" kann jede Frau aussehen wie ein Star - zumindest auf dem Kopf. Ob Turmfrisur, Dauerwellen oder Igel-Look, das Haarspray hält die Form und das bei angeblich jedem Wetter rund um den Globus. Das verspricht zumindest die Werbung. In diesen Tagen begeht das Zaubermittel seinen 50. Geburtstag. Als Eltern lassen sich in Deutschland sowohl der Darmstädter Wella-Konzern als auch die Düsseldorfer Konkurrenz Schwarzkopf feiern. Um das Jahr 1955 herum gab es ähnliche Erfindungen auch in anderen Ländern. Sehen Sie in der Foto-Show verrückte und kunstvolle Frisuren aus den letzten 50 Jahren, die es ohne Haarspray nie gegeben hätte:

Foto-Show
Zum Durchklicken Die Ausreden der Friseure

Haarspray verbindet Marilyn, Popper und Punks

Haarspray hat sich zum Styling-Klassiker entwickelt, dem auch die wachsende Konkurrenz aus Gel und Wachs kaum etwas anhaben kann. Seine beste Zeit hatte es, als Filmdiven wie Marilyn Monroe und Präsidentengattinnen vom Schlage einer Jackie Kennedy die Trends setzten. In den späten 70-er und 80-er Jahren ließ die Popper- und Punk-Generation mit Spray die Haare zu Berge stehen. Haarlack - die extra klebrige Variante - zementierte den New-Wave-Look von Popstars wie David Bowie, Howard Jones, Kajagoogoo und Co. Schrille, wild toupierte Haarspray-Frisuren waren in den 80-er Jahren auch das Markenzeichen von Fürstin Gloria von Thurn. Einzig bei den Verfechtern des Hippielooks, die ihr Haar möglichst lang und natürlich trugen, war Haarspray verpönt.

Udo Walz mag keine "Beton-Frisuren"

Trotz der stilbildenden Wirkung von Haarspray müssen sich die Hersteller immer wieder um das Image sorgen. "Beton-Frisuren sind nicht nach meinem Geschmack", gesteht etwa Promi-Friseur Udo Walz. "Ich bin mehr für wallende Haare." Das Fixierungsmittel setzt er nur für Glamour-Frisuren ein. Seine Hamburger Kollegin Marlies Möller hält den Beton-Vorwurf dagegen für veraltet: "Für mich ist Haarspray in meiner Pflegeserie ein wichtiger Artikel, den ich nicht missen möchte - auch nicht als Privatperson."

Haarspray mit alter Technik und neuen Inhaltsstoffen

Die Sprays von einst und heute verbinden nur noch wenige Gemeinsamkeiten. "Geblieben ist die Technik, dass eine Flüssigkeit zerstäubt wird", erklärt Wella-Sprecherin Carola Wacker-Meister. Die Ehre dafür gebührt dem amerikanischen Erfinder Robert Abplanalp, der 1953 das dafür notwendige Ein-Zoll-Ventil erfunden und damit den Siegeszug der Spraydose begründet hat. Die umstrittenen Treibgase FCKW (Fluorchlorkohlenwasserstoffe), die Haarspray in den 80er Jahren in Verruf brachten, sind inzwischen durch andere Stoffe ersetzt worden.


Früher Läuse-Sekret statt Haarspray

Getüftelt haben die Wissenschaftler auch bei den Inhaltsstoffen. Am Anfang setzten sie auf das Sekret der Schellacklaus, aus dem auch Schallplatten hergestellt wurden. "Der Lack ist sehr beständig und bildet eine schöne glatte Oberfläche, lässt sich aber nur schwer auswaschen", erinnert sich Wella-Forscher Hartmut Schiemann. "Dennoch gibt es wahre Fangemeinden, die nach wie vor Schellack-Produkte wegen ihrer hohen Haltbarkeit schätzen."

Haarspray soll fest halten, aber leicht rausgehen

Heute versuchen die Firmen mit neuen chemischen Verbindungen, den widersprüchlichen Anforderungen der Haarspray-Nutzer besser gerecht zu werden. Das Spray soll die Frisur auch bei Regen halten, doch das Beton-Gefühl vermeiden und sich am Abend locker ausbürsten oder abwaschen lassen. "Diese Eigenschaften waren bei den ersten Rezepturen noch unvereinbar", sagt Schiemann.

Chemie-Alarm im Badezimmer

Der Verzicht auf Parfümöle mit Moschusbestandteilen, die inzwischen verboten sind, hat das Geruchsproblem entschärft. Sprühte sich eine Frau in den 60er Jahren die Haare ein, wurde das vernebelte Bad familienintern kurzzeitig zum Notstandsgebiet erklärt. Von Feinstäuben war damals noch keine Rede. Heute wird dagegen genau untersucht, ob Partikel in die Lunge gelangen können.

Geheimwaffe gegen Laufmaschen

Mit dem Retrotrend, der die Frisuren der 50er und 60er Jahre wieder aufleben lässt, steigt die Nachfrage. Inzwischen greifen auch immer mehr Männer zum Haarspray. Nebenbei spielt das Polymergemisch eine wichtige Rolle in der Kunst und im Alltag: Mit ein paar "Pfft" lassen sich preisgünstig Radierungen und Aquarelle fixieren oder Laufmaschen in Nylonstrümpfen stoppen - und das für weit länger als einen Tag.



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