Sie sind hier: Home > Leben > Mode & Beauty > Beauty >

Lippenstift: Der Kosmetik-Klassiker Lippenstift wird 125

Lippenstift  

Sexy Freund aller Frauen - der Lippenstift wird 125

29.04.2008, 13:11 Uhr | ug, dpa

Lippenstift: Sinnlich mit Signalwirkung: Rote Lippen sind besonders verführerisch. (Foto: Archiv)Sinnlich mit Signalwirkung: Rote Lippen sind besonders verführerisch. (Foto: Archiv)Obszön, anrüchig und skandalös: Der Lippenstift war lange Zeit verpönt - bis er doch die Herzen und Handtaschen von Frauen weltweit eroberte. Vor genau 125 wurde er entdeckt. "Der Lippenstift ist mittlerweile so beliebt, weil sich Frauen dadurch mit nur wenigen Handgriffen in ein schüchternes Mädchen oder einen männermordenden Vamp verwandeln können", sagt Visagist René Koch aus Berlin. Tatsächlich: Der Lippenstift ist heute das meistverkaufte Kosmetikprodukt der Welt, jede Sekunde gehen weltweit 23 Stück über die Ladentheken. Wir sagen Ihnen, warum er auch "Stift der Liebe heißt, welche Inhaltsstoffe anfangs in ihm steckten und wie Sie Ihre Lippen am besten in Szene setzen.

Zum Durchklicken Beauty-Tipps für schöne Lippen
In zwölf Schritten Perfekt geschminkt
Fotoserie Zehn Schönmacher, die jede Frau haben sollte

Rot wirkt erotisch

"Volle und gepflegte Lippen gelten als wichtiges Attraktivitätsmerkmal, das mit einem Lippenstift ganz klar betont werden kann", erklärt der Biopsychologe Peter Walschburger von der Freien Universität Berlin. "Lippen haben eine sehr sinnliche und erotische Komponente, die vor allem Männer anspricht." Durch roten Lippenstift könne diese Wirkung verstärkt werden: "Nach Erkenntnissen der Farbpsychologie ist Rot eine der erregendsten Farben, die gleichzeitig auch eine Signalwirkung hat."

Mit Pomade und Bienenwachs zur Weltsensation

Angemalte rote Lippen gab es daher schon vor Tausenden von Jahren. Bereits Nofretete malte sich wie andere Ägypterinnen und Griechinnen ihrer Zeit die Lippen an; die Farbe wurde damals allerdings in kleinen Döschen aufbewahrt und mit dem Finger oder Pinsel aufgetragen. Ende des 19. Jahrhunderts hatten zwei Franzosen dann die Idee, diese Pomade in eine handlichere Form zu bringen. Sie versetzten die Farbe mit Hirschtalg und Bienenwachs, wickelten schmale Rollen in Seidenpapier und präsentierten den Lippenstift auf der am 1. Mai 1883 eröffneten Weltausstellung in Amsterdam.

"Stift der Liebe" - Sauerei in der Handtasche

"Das war aber alles andere als erfolgreich" sagt Koch, der Lippenstifte und Lippenstiftabdrücke prominenter Frauen sammelt. Kein Wunder, dass er zunächst nur mäßig ankam: Immerhin gab es mit dem geschmolzenen Stift häufig große Sauereien in den Handtaschen, außerdem war das kleine Utensil schnell als anrüchig verrufen. "Der Lippenstift war ein Phallussymbol, das man sich dann auch noch an den Mund halten sollte - ein Skandal!" Deswegen verwendeten ihn anfangs nur Tänzerinnen und Huren, und die berühmte französische Diva Sarah Bernhardt gab ihm sogar den frivolen Beinamen "Stylo d'Amour" ("Stift der Liebe").

Bienenstichmünder waren schick

So richtig erfolgreich wurde der Lippenstift erst in den 20ern mit der Verbreitung des Films: "Die Leinwandstars machten das Lippenrot richtig populär", berichtet die Kulturwissenschaftlerin Annette Bitsch von der Humboldt-Universität Berlin. Und so malten sich die Frauen zuerst brombeerrote, kleine Münder - sogenannte Bienenstichmünder - wie ihre Vorbilder in den Stummfilmen. Später wurden die Lippen wie im Ton- und Farbfilm breiter und auch die Farbe greller.

Männer fahren Käfer, Frauen lieben Lippenstift

In Westdeutschland feierte er seinen endgültigen Durchbruch nach dem Krieg. Die Amerikaner brachten den Drehlippenstift mit und Hildegard Knef warb für den "Volkslippenstift" (VL) für schlappe 1,50 Mark. "Die Männer hatten ihren VW, die Frauen den VL", erzählt Visagist Koch. Ähnliches galt auch in der DDR: Hier waren preiswerte Stifte mit Plastikhülle schon für einige Pfennig zu haben.

Provokantes Massenphänomen

Inzwischen benutzen mehrere Millionen Frauen weltweit einen Lippenstift, weiß Koch. Rund 600 Millionen Dollar (383,5 Millionen Euro) lassen sie sich das pro Jahr kosten, weitere 150 Millionen geben sie für die glänzenden Varianten des Lipgloss aus. Sogar über die Hälfte der sechs- bis neunjährigen Mädchen in den USA greift regelmäßig zum Lippenstift, so eine aktuelle Umfrage. Auch wenn der Lippenstift damit zum Massenphänomen geworden ist: "Provozieren kann man mit ihm noch immer", sagt Expertin Bitsch. So stehen schwarz angemalte Lippen wie bei Punks für eine deutliche Ablehnung der gesellschaftlichen Konventionen und Nacktmodell Dita von Teese räkelte sich vor einiger Zeit um den "Lipteese", einer phallisch anmutenden Großversion des Lippenstifts. Obszön und anrüchig eben.

Mehr aus Lifestyle:
Beauty-Wissen Kann Make-up verderben?
Falsche Früchtchen Was taugen Smoothies wirklich?

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Der Sommer zieht ein: shoppe Outdoor-Möbel u.v.m.
jetzt auf otto.de
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal