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15 überraschende Fakten über Rothaarige

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Mehr Narkosemittel nötig  

15 überraschende Fakten über Rothaarige

03.07.2018, 18:22 Uhr | Ariana Zustra, t-online.de

15 überraschende Fakten über Rothaarige. Rothaarige Frau (Quelle: Getty Images/JHRS)

Rotes Haar: Im Mittelalter fürchteten sich manche Menschen vor rothaarigen Frauen, weil man diese Farbe mit dem Teufel in Verbindung brachte. (Quelle: JHRS/Getty Images)

Rote Haare sind auffällig – und sehr selten. Nur etwa ein bis zwei Prozent der Weltbevölkerung haben sie, meist in Kombination mit heller Haut und Sommersprossen. Wussten Sie, dass Rothaarige mehr Narkosemittel benötigen als andere? Wir haben weitere Fakten über Rothaarige gesammelt.

1. Rote Haare: Eine Mutation auf Chromosom 16 

Grund für die ungewöhnliche Haarfarbe ist eine Mutation in dem Protein MC1R. Dieses bestimmt, welche Pigmente, also Farbstoffe, gebildet werden. Für die Färbung der Haare ist das Pigment Melanin verantwortlich, das beim Menschen in zwei Varianten vorkommt: Eumelanin und Phäomelanin. Die jeweilige Mischung ergibt dann die Haarfarbe: Viel Eumelanin sorgt für braunes und schwarzes Haar, viel Phäomelanin für blondes und rotes.

In der Regel setzt sich Eumelanin durch. Bei den meisten Rothaarigen ist es funktionslos. Bei ihnen überwiegt das Pigment Phäomelanin, das auch für helle Haut verantwortlich ist. Vererbt werden rote Haare in der Regel nur, wenn Vater und Mutter rothaarig oder zumindest blond sind. Da rote Haare ihre Pigmente länger behalten als andere Haarfarben, werden diese erst später grau, meistens jedoch weiß.

2. Spezieller Lesestoff

Es gibt ein Magazin nur für Rothaarige. Der Name? MC1R!

3. Mörderische Obsession

Betörendes Mirabellenmädchen: Die erste und die letzte Frau, die der Außenseiter Jean-Baptiste Grenouille im Roman "Das Parfum" von Patrick Süskind ermordet, sind rothaarig.

Szene aus "Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders" (Quelle: imago/United Archives)Szene aus "Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders": Grenouille ist so hingerissen vom Duft des Mirabellenmädchens, dass er sie besitzen will – und tötet. (Quelle: United Archives/imago)

4. Eine kleine Kulturgeschichte

Möglicherweise gab es Rothaarige schon bei den Neandertalern. So berichtete ein Forscherteam aus Leipzig und Barcelona im Jahr 2007, dass mindestens ein Prozent der Neandertaler in Europa möglicherweise rote Haare hatte. Bei Erbgutanalysen hatten sie eine Mutation des MC1R-Gens entdeckt.

5. Die grüne Insel ist rot

Den höchsten Anteil an Rothaarigen gibt es in Schottland: Etwa 13 Prozent der Schotten sind rothaarig. In Irland und Wales sind es jeweils etwa zehn Prozent.

Ein rothaariger Junge liegt in einer saftig grünen Wiese. (Quelle: imago/blickwinkel)Kein seltenes Bild in Schottland und Irland: Ein rothaariger Junge liegt in einer saftig grünen Wiese. (Quelle: blickwinkel/imago)

6. Qualität statt Quantität

Rotschöpfe haben weniger Haare als Blonde und Brünette: etwa 90.000 im Gegensatz zu etwa 100.000 bis 120.000. Dafür sind diese aber meist dicker.

7. Nicht so leicht umzunieten

Rothaarige sollen ein anderes Schmerzempfinden haben – dies zumindest wollen einige Studien ergeben haben. So sollen sie bis zu 20 Prozent mehr Narkosemittel als andere benötigen.

8. Hurra, hurra – der Pumuckl ist da!

Der Kinderbuchautorin Ellis Kaut soll die Idee für den frechen Kobold Pumuckl auf einem winterlichen Spaziergang mit ihrem Mann gekommen sein. Da sie – wie der Klabautermann – gerne Schabernack trieb, zog sie an einem herunterhängenden Ast, um ihrem Mann eine Ladung Schnee auf Kopf und Kragen zu verpassen. Beim Blick auf ihre rötlichen Haare und ihre von der Kälte gerötete Nase rief er plötzlich: "Du bist ja ein rechter Pumuckl!" Der Name und die Inspiration für den kultigen Kobold mit dem roten Haar war geboren.

Schriftstellerin Ellis Kaut mit einer selbstgebastelten Pumuckl-Puppe (Quelle: imago/Stefan M Prager)Schriftstellerin Ellis Kaut mit einer selbstgebastelten Pumuckl-Puppe in ihrer Münchner Wohnung. (Quelle: Stefan M Prager/imago)

9. Eine Frau rennt – und viele rennen ihr hinterher

Tom Tykwers Filmhit "Lola rennt" von 1998 mit Franka Potente war in England so beliebt, dass viele Friseursalons die Haarfarbe "Lola red" anboten.

10. "Die Frisur hält" – wochenlang

Und noch einmal "Lola rennt": Die Hauptdarstellerin Franka Potente durfte sich während der Dreharbeiten sieben Wochen lang nicht die Haare waschen, damit die Farbe nicht verbleicht. Der strähnige Schopf dürfte also nicht nur Ergebnis der Maskenbildnerin gewesen sein...

Szene aus "Lola rennt" (Quelle: imago/United Archives)Szene aus "Lola rennt": Rote Haarfarbe wäscht sich besonders schnell aus. Die Hauptdarstellerin Franka Potente kann ein Lied davon singen... (Quelle: United Archives/imago)

11. Rotschöpfe stecken die Köpfe zusammen

Die Niederlande widmen Rothaarigen einen eigenen Tag. Jedes Jahr am ersten Wochenende im September treffen sich in der Stadt Breda Menschen mit dieser Haarfarbe (und viele andere Interessierte), um Veranstaltungen zu besuchen und sich auszutauschen. Den Abschluss bildet das traditionelle Gruppenfoto, das regelmäßig Rekorde bricht.

12. Ein uraltes Klischee

Im Mittelalter hielt man rothaarige Frauen oft für Hexen, weil man diese Farbe mit dem Teufel und mit Gefahr in Verbindung brachte.

13. Wer anderen eine Grube gräbt...

Die US-amerikanische Animationsserie "South Park" ist für ihre gesellschaftskritischen Inhalte bekannt. In der 136. Folge "Ginger Kids" greift sie satirisch das Thema Diskriminierung auf: Nachdem der Protagonist "Cartman" in einer Hassrede Rothaarige verunglimpft und ihnen unterstellt, keine Seele zu haben, erkrankt er an "Gingervitus". Die Symptome: rote Haare, Blässe und Sommersprossen. Daraufhin wird der Tunichtgut selbst zum Opfer.

Szene aus "South Park" (Quelle: YouTube (Screenshot)/Braniff Productions )Szene aus "South Park": Kaum wird der plötzlich rothaarige Cartman (Mitte vorn) selbst wegen seines Aussehens verspottet, startet er das "Ginger Separatist Movement". (Quelle: YouTube (Screenshot)/Braniff Productions )

14. Raub der Schönheit

Auf manche Völker übten Rothaarige eine enorme Faszination aus. Römerinnen sollen ihren nordeuropäischen Gefangenen ihr rotes Haar abgeschnitten haben, um daraus Perücken zu machen.

15. Ein Lied gegen Diskriminierung

In dem neunminütigen Musikvideo "Born Free" der englischen Künstlerin M.I.A. werden rothaarige Jungen von einer Polizeieinheit mit einem Bus in eine Wüste verschleppt, gezwungen, über eine Minenfeld zu rennen, und dort erschossen. Der kontroverse Clip der Musikerin, deren Eltern aus Sri Lanka stammen, gilt als Zeichen gegen Rassismus, staatliche Unterdrückung und Genozid.

Verwendete Quellen:
  • eigene Recherche
  • dapd

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