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Pflege für den Mann: Welche Creme ist die richtige?

So viel Pflege braucht der Mann

29.06.2011, 11:20 Uhr | Benedikt Sauer, wanted.de

Pflege für den Mann: Welche Creme ist die richtige?. Auszeit für Körper und Geist  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Auszeit für Körper und Geist (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Für Männer gibt es immer mehr Pflegeserien, die scheinbar für jede Situation die passende Creme parat haben – von der einfachen Tagescreme über spezielles Augengel bis hin zum blitzschnellen Frischekick für gestresste Haut. Nur was davon ist wirklich sinnvoll? Dr. Stefan Kraus, Experte für Naturkosmetik, kennt den Pflegebedarf von Männerhaut genau und beantwortet die wichtigsten Fragen.

Braucht der Mann seine eigene Pflegeserie?

Nicht unbedingt. Außer natürlich beim Thema Rasur. Ansonsten kommen Sie auch mit Cremes zurecht, die nicht speziell für Männer deklariert sind. Dennoch hat Männerhaut gewisse Eigenheiten:

"Beispielsweise ein strafferes Bindegewebe und die Faltenbildung setzt später, dafür aber auch intensiver ein. Männer sind außerdem durch viel mehr Talg- und Schweißdrüsen anfälliger für Akne und Pickel. Die vielen Drüsen sorgen aber auch dafür, dass der Schutzschild der Haut, die so genannte Lipidschicht, viel ausgeprägter ist als bei den Frauen“, erklärt Dr. Kraus. "Das Ergebnis ist eine erhöhte Fettproduktion.

Männer können deshalb in der Regel auf besonders fettreiche Cremes verzichten. Feuchtigkeit ist viel wichtiger, und genau hier setzen die Männerpflegeserien häufig an.“

Wie sinnvoll ist eine Hautberatung?

Sehr sinnvoll, zumal Cremes stets auf einen bestimmten Hauttyp abgestimmt sind. Da sollten Sie schon wissen, unter welche Kategorie Ihre Haut fällt. Falls sie sich selbst nach dem Eincremen noch trocken oder gespannt anfühlt, verwenden Sie womöglich die falsche Pflege. Dr. Kraus: "Es kann auch vorkommen, dass im Gesicht unterschiedliche Hauttypen zusammenkommen, welche dann auch gesonderte Pflege benötigen. Die Zone entlang der Nase quer an den Augenbrauen vorbei ist beispielsweise ganz anders strukturiert.

Wer Mischhaut hat, erkennt das daran, dass sich selbst bei regelmäßiger Gesichtspflege die Haut an bestimmten Stellen immer wieder trocken anfühlt oder gar schuppt. An anderen Stellen im Gesicht glänzt die Haut dagegen eher.“

Welche Cremes sind Pflicht und auf welche kann ich verzichten? Für Ihren Körper reicht eine einfache, im Winter leicht rückfettende Bodylotion. Fürs Gesicht empfiehlt sich eine auf Ihren Hauttyp abgestimmte Tagescreme und bei spröden, rissigen Händen eine pflegende Handcreme. "Ansonsten sollten Sie sich noch auf Ihre Rasur konzentrieren. Hierbei werden die obersten Hautschichten inklusive der schützenden Lipidschicht besonders stark beansprucht. Alkoholhaltige Aftershaves zum nachträglichen Desinfizieren trocknen die Haut dann zusätzlich aus. Jetzt ist es besonders wichtig, die Regeneration mit einer nährstoffreichen Creme zu unterstützen“, sagt Dr. Kraus.

"Meiden Sie in erster Linie Nitrosamine wie Dietholamin, Trietholamin oder Methenamin."

Auf ein spezielles Augengel, eine Nachtcreme und die stark beworbenen Q10-Produkte können Sie hingegen verzichten. "Die Wirksamkeit von Q10 in Cremes wurde noch nicht ausreichend nachgewiesen. Bestenfalls ist ein Augengel sinnvoll, um die in diesem Bereich extrem dünne Haut nach einer durchgemachten Nacht aufzufrischen“, so der Experte.

Ab 35 kann über eine Anti-Aging-Creme nachgedacht werden, die in besonderem Maße vor Umwelteinflüssen schützt. "Hautalterung und Falten sollten für Männer jedoch nicht unbedingt einen Grund zur Bekämpfung darstellen, zumal viele Frauen das als sexy ansehen. Denken Sie dabei doch mal an George Clooney“, sagt Dr. Kraus.

Woran erkenne ich gute Pflege?

Dazu müssen Sie erst einmal wissen, was die Haut überhaupt braucht, um ihre Schutzbarriere aufrecht zu erhalten. Wichtig ist vor allem, dass Sie die Haut bei ihrer Arbeit mit passender Pflege unterstützen und nicht verwöhnen oder gar komplett zukleistern. "Ich denke dabei an Produkte aus der Erdölindustrie, die mit Paraffinen und Silikonen drin angeboten werden. Das macht vielleicht ein schönes Glattgefühl, legt sich aber auf die Haut wie eine Tüte, schottet sie ab und versorgt sie schlimmstenfalls nicht mal mehr mit Nährstoffen“, sagt Dr. Kraus. Achten Sie zum Beispiel auf ungesättigte Fettsäuren. Das sind Bestandteile, die Ihre Haut benötigt, um die Zellstruktur aufrecht zu halten.

Bei welchen Inhaltsstoffen sollte ich vorsichtig sein?

Dr. Kraus: "Meiden Sie in erster Linie Nitrosamine wie Dietholamin, Trietholamin oder Methenamin. Diesen Stoffen werden krebsfördernde Eigenschaften nachgesagt. Phtalate und Parabene stehen in der Diskussion, hormonelle Nebenwirkungen zu haben. Silikon und Paraffin glätten die Haut nur oberflächlich, ernähren sie aber nicht.“


Was spricht gegen parfümierte Cremes?

Im Grunde nichts. Es sei denn, Sie reagieren darauf allergisch. Das erhöhte Allergierisiko kommt daher, dass neben den Duftstoffen wie Aldehyden und Ketonen auch viele weitere Elemente wie Phtalate verwendet werden, damit etwa der Geruch länger auf der Haut bleibt. Aber auch wer nicht allergisch darauf reagiert, sollte sich die Frage stellen, ob er die vielen zusätzlichen Stoffe, die der Körper nicht braucht, in der Creme haben möchte, nur damit sie nicht leicht ranzig riecht oder ihre Textur besonders angenehm ist.

Worin liegt die Stärke von Natur- und Pflanzenkosmetik?

In erster Linie darin, was nicht drin ist: "Etwa all die Stoffe wie Silikon oder Vaseline, die aus dem Grundstoff Erdöl entstehen“, erklärt Dr. Kraus. Damit kann die Haut nichts anfangen. Natürliche Wachse, Öle und Pflanzenextrakte können die Haut auf unverfälschte Art und Weise mit Nährstoffen versorgen. In Naturkosmetik stecken auch keine konventionellen Konservierungsstoffe. Dafür halten viele Cremes aber auch nicht besonders lange.

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