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Anti-magnetisch - die Rolex Milgauss

Anti-magnetisch: die Rolex Milgauss

15.07.2011, 20:25 Uhr | jh (CF)

Die Rolex Milgauss positioniert sich als die erste Wahl für Techniker und professionelle Wissenschaftler. Doch was im Labor inmitten elektromagnetischer Strahlung gut funktioniert, kann auch draußen ganz sicher nicht verkehrt sein.

Schon immer baute die 1905 gegründete Uhrmanufaktur Rolex Armbanduhren für Extrembedingungen. In einer Zeit, als die goldene Rolex noch nicht der Inbegriff von Prunk und Protz war, galten die Uhren der Genfer in vielen, sehr speziellen Branchen einfach nur als wichtiger, überaus präzise funktionierender Alltagsgegenstand. Die Rolex Explorer beispielsweise wurde speziell für Höhlenforscher entwickelt, die aufgrund der immerwährenden Dunkelheit Probleme mit dem Tag-/Nachtunterschied hatten. Auch Uhren für die Luftwaffe verhalfen der traditionsreichen Fertigung, die heute in Biel sitzt, zum Weltruf. Die Rolex Milgauss geht noch einen Schritt weiter: Das Modell wurde nach Herstellerangaben speziell für Wissenschaftler und Techniker konzipiert, die beispielsweise in Umgebungen mit elektromagnetischer Strahlung arbeiten. Unter solchen Extrembedingungen wird nämlich die Ganggenauigkeit einer herkömmlich gefertigten Uhr auf eine besondere Härteprobe gestellt. Gleichzeitig ist eine akkurate Uhranzeige von größter Wichtigkeit, so beispielsweise bei der Durchführung von zeitkritischen Experimenten. Kurzum: Der Bedarf für eine Uhr wie die Rolex Milgauss war grundsätzlich da – auch wenn es nur ein sehr kleiner war.

Wie gewohnt hielten die Rolex-Entwickler ihr Wort: Anno 1970 bestätigte die Sicherheitsbehörde European Centre for Nuclear Research (Cern) die fehlerfreie Funktion der Rolex Milgauss in Magnetfeldern von bis zu 1000 Gauß. Damit war das gute Stück für gewöhnliche Laborbedingungen gut gewappnet. Normalerweise würde eine solche Magnetisierung die Spirale, das Ankerrad und den Anker einer Uhr beeinflussen und recht schnell zu Gangabweichungen führen. Im Extremfall drohte einer herkömmlichen Armbanduhr sogar der komplette Stillstand. Um der gefährlichen Strahlung ein Schnippchen zu schlagen, setzte die Rolex Milgauss auf ein spezielles, antimagnetisches Innengehäuse aus Weicheisen. Das verwendete Kaliber 1065M, das später durch die Ausführungen 1066M und 1080M ersetzt wurde, konnte dadurch sehr effektiv vor den Strahlen abgeschirmt werden. Zusätzlich verwendete Rolex noch weitere Uhrwerkkomponenten aus antimagnetischen Materialien, die die Robustheit des Modells perfekt machten. Optisch erschien die Uhr sehr dezent, da im Labor nun mal kein Platz für optische Spielereien war. Gerade bei den ersten Ausführungen der Rolex Milgauss war eine Verwandtschaft zur Submariner unverkennbar.

Der späte Ruhm eines Ladenhüters

Bei Naturwissenschaftlern, Technikern, Forschern und Ingenieuren fand die Rolex Milgauss durchaus Anklang. Doch da diese Zunft am Ende des Tages eher überschaubar ausfiel, blieb das Modell – für die Verhältnisse des erfolgsverwöhnten Hauses Rolex – ein Ladenhüter. Immerhin bis 1988 wurde sie noch weiter produziert und danach eingestellt. Umso überraschender war es, dass Rolex auf der „Baselworld 2008“ eine Neuauflage vorstellte. Von dem Ladenhüter-Image war anschließend sehr schnell keine Spur mehr: Das Facelift mit rot-grünem Ziffernblatt war auf Anhieb gefragt, sodass sich viele potentielle Käufer mit einem Wartelistenplatz begnügen mussten. Derweil stiegen auch gut erhaltene Modelle der Original-Serie enorm im Wert. Das Ur-Modell von 1967 erzielte in verschiedenen Auktionen der vergangenen Jahre Zuschläge zwischen 37.000 und 50.0000 Euro. Das 2008er Modell mit der Referenz 11640 setzt auf das Automatikkaliber 3131, ein magnetisch abgeschirmtes Hemmungsrad sowie eine hauseigen hergestellte, blaue Parachrom-Spirale. Auf ein Datumsfenster, wie es heute bei Rolex zum Standard-Repertoire gehört, verzichteten die Designer nach eigener Angabe im Hinblick auf eine optimale Abschirmung.  

Fotoshow: Rolex Daytona

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