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Die Santos von Cartier

Die Santos von Cartier

09.08.2011, 13:42 Uhr | nm (CF)

Die 1907 konzipierte Santos von Cartier darf auf keiner Ausstellung fehlen, begründete die ehrwürdige Armbanduhr aus der Feder des genialen Firmengründers Louis Cartier doch die beliebte Kategorie der Fliegeruhren.

Wenn es um die Geschichte edler Armbanduhren geht, gaben im Laufe der Jahrhunderte vor allem die Schweizer den Ton an. Das 1847 von Louis-François Cartier als Schmuckatelier in Paris gegründete Unternehmen Cartier gehört zu den wenigen Ausnahmen, die schon sehr früh die Uhrengeschichte mitbestimmen konnten. Im Jahr 1904 bat der berüchtigte Flugpionier Alberto Santos-Dumont seinen Freund Cartier um eine Uhr, die den Widrigkeiten der damals noch in den Kinderschuhen steckenden Luftfahrt zu begegnen wusste. Santos-Dumont, der später als Vater der Luftfahrt und genialer Erfinder gefeiert wurde, sollte zwei Jahre später mit dem ersten öffentlichen Motorflug der Welt in die Geschichtsbücher eingehen. Da der Begriff „Luftfahrt“ damals noch weitgehend unbekannt war, gab es dementsprechend auch keine speziellen Uhren für Piloten. Vielmehr verwendeten die Leute, die sich eine Uhr überhaupt leisten konnten, in erster Linie klassische Taschenuhren. Armbanduhren war noch relativ selten und zielten vor allem auf die Damen der Schöpfung ab. Die Bedienung einer Taschenuhr war für einen Piloten freilich zu kompliziert. Davon abgesehen stellten Temperatur, Wind und Ablesbarkeit der Anzeige eine ganz besondere Anforderung an die Robustheit eines Zeitmessers.

Konkret suchte Santos-Dumont ein Gerät, das er ohne „die Kontrolle über die fliegende Kiste“ zu verlieren auch in Tausenden Metern Höhe ablesen konnte. Cartier, der den Begriff „Eleganz“ mit seinen erlesenen Schmuckstücken maßgeblich prägte, entwickelte aus diesem Gesuch heraus eine Armbanduhr, die sowohl extrem robust war, als auch dem Auge schmeichelte. Er taufte das Endprodukt – wie könnte es auch anders sein – auf den Namen Santos-Dumont. Der Rest ist Geschichte: Der Flugpionier stieg 1906 unversehrt aus dem Cockpit seines Flugzeugs, blickte auf die weiterhin tadellos funktionierende Santos von Cartier und machte sie damit weltberühmt. Anno 1911 erschien die nunmehr schlicht als „Santos“ bekannte Erfindung im regulären Uhrhandel und machte fortan genauso wie die Luftfahrt eine rasante, weltumspannende Entwicklung durch. Cartier schien derweil mehr denn je Gefallen an der Uhrmacher-Kunst gefunden zu haben. In verhältnismäßig kurzen Zeitabständen folgten weitere Klassiker, die die Geschichte des Unternehmens nachhaltig prägten. Während des Ersten Weltkriegs entstand beispielsweise die Cartier Tank, die mit ihren kernigen Bandanstößen an das Erscheinungsbild britischer Kampfpanzer angelehnt war.

Die Santos von Cartier legte den Grundstein für Armbanduhren

Erst später wurde die Tragweite der Santos von Cartier in vollem Umfang deutlich. Nicht nur machte das Modell Armbanduhren im Allgemeinen salonfähig, auch begründete Cartier damit die bis heute ungemein populäre Gattung der Fliegeruhren. Mittlerweile sind Produkte dieser Machart im Bereich hochwertiger Uhrmacher-Kunst nicht mehr wegzudenken - die erfolgreiche „Navitimer“ von Breitling gehört genauso dazu wie die „Mark“-Reihe von IWC oder die Type XX von Brequet. Auch gestalterisch setzte die Santos von Cartier Maßstäbe für die Ewigkeit. Der nahtlose Übergang zwischen Gehäuse und Armband, der für damalige Verhältnisse nicht mehr und nicht weniger als bahnbrechend daherkam, war rund zwanzig Jahre später bei keiner Armbanduhr mehr wegzudenken. Das Design aus einem Rechteck und einem Quadrat scheint derweil in einem klaren Gegensatz zur sonst üblichen, runden Erscheinung einer Uhr zu stehen. Das Formspiel zeugt noch heute eindrucksvoll davon, dass Cartier seine Fertigkeiten ursprünglich bei der Herstellung von Schmuck feilte. Die Kombination von Art Déco-Elementen und Industrie-Design wird auch anno 2011 beinahe unverändert angeboten und erfreut sich mehr als 100 Jahre nach der Einführung ungebrochener Beliebtheit.

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