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Schlafwagenhotel: Nacht ohne Verspätung

Schlafwagenhotel: Nacht ohne Verspätung

03.05.2012, 20:03 Uhr | rk (CF)

Das waren noch Zeiten: Als der internationale Jet-Set gemächlich im Schlafwagen von Paris nach Bagdad und von Moskau nach Peking pendelte. Im modernen Zeitalter des Fliegens gibt es dieses Flair jetzt in Schlafwagenhotels auf Abstellgleisen.

Allerdings ist diese Idee noch nicht sehr weit verbreitet, genauer gesagt gibt es in Deutschland erst ein Schlafwagenhotel. Vielleicht sitzt die Angst vorm Mord im Orientexpress einfach zu tief. Und dabei wären wir doch alle so gerne Kuriere des Zaren und würden mit Doktor Schiwago so gerne in den Zuckerbäckerbahnhof von Chabarowsk einfahren. Die Fahrtzeit zwischen Moskau und Chabarowsk beträgt allerdings fünf Tage und 22 Stunden, und der günstigste Platz in "Platzkartnaja"-Klasse im Großraumwagen kostet rund 170 Euro. Wem das zu weit ist, kann für das einzigartige Transsib-Feeling jetzt auch nach Teltow-Fläming in der Nähe von Jüterborg nahe Berlin pilgern. Dorthin haben Sebastian und Julia Neumann zwei der letzten für die Transsib produzierten Waggons des ehemaligen VEBs Waggonbau Halle-Ammendorf transportiert. Natürlich wurden diese – obwohl sie de facto ja nie benutzt wurden – noch ein wenig aufgemotzt, sodass die Besucher kein Original "Platzkartnaja"-Feeling erleben werden, bei dem sich bis zu vierzig Mann zwei Toiletten teilen müssen. >>

Stattdessen wurden die Waggons umgebaut, sodass sie jetzt schmucke, komfortable Hotelzimmer abgeben, aber immer noch die unnachahmliche Atmosphäre eines Eisenbahnwaggons verströmen. 

Man kann dort bequem übernachten: Die Pritschen wurden durch Doppelbetten ersetzt, und es gibt einen großen Fernseher, wenn man mal nicht einschlafen kann, weil man natürlich nicht vom Rattern der Räder in den Schlaf gewogen wird. Das Schlafwagenhotel ist wirklich nur zum Übernachten und nicht zum Reisen da. Stattdessen verfügt jedes Abteil über ein eigenes geräumiges Bad, eine Sitzecke und genügend Stauraum, in dem Konterbande über die Grenze geschmuggelt werden kann, falls sich die Waggons doch mal in Bewegung setzen. Ja, ein Schlafwagenhotel ist hoffnungslos romantisch. Übernachten ist hier der Höhepunkt, auf den der ganze Tag zusteuert. Aber was macht man die restliche Zeit? Auch da haben Sebastian und Julia Neumann viele Vorschläge. Zum Beispiel beherbergen sie auch eine Oldtimer-Sammlung, die nicht nur besichtigt, sondern teilweise auch probehalber gefahren werden kann. Einen Schwerpunkt ihrer Sammlung bilden dabei ebenfalls Fahrzeuge aus dem ehemaligen Ostblock. Ob Lada, Moskwitsch oder Tschaika: Hier finden Sie alles. Und warum nicht mal in einer Limousine cruisen, mit der schon Breschnew und Konsorten über die Schlagloch bewehrten Pisten der Sowjetunion bretterten. Mal sehen, was die Federung der Klassiker dazu sagt.

Es fährt ein Zug nach Nirgendwo

Natürlich müssen Sie beim Besuch im "Alten Lager", wie die Location heißt, nicht auf Kaffee und Kuchen verzichten. Einen Gastronomie-Bereich gibt es nämlich auch. Billard- und Dartspielen inklusive. Außerdem gibt es sogar eine Bowlingbahn. Des Weiteren werden auch Ausflüge ins Umland, beispielsweise nach Berlin angeboten und Sie können zahlreiche Aktiv-Sportarten wahrnehmen. So zum Beispiel Drachenfliegen oder Gleitflug, Kartrennen oder eine Spritztour mit dem Oldtimer. Alles in allem das Programm eines gehobenen Campingplatzes. Nur, dass Sie zum Übernachten nicht in den Wohnwagen, sondern in den Schlafwagen gehen. Doch Übernachten ist im Schlafwagenhotel nicht alles. So können Sie die Location auch bequem für Ihre Betriebsausflüge oder Familienfeste mieten, wenn Sie beispielsweise im nahe gelegenen Berlin wohnen sollten. Doch bei solchen Tagesausflügen müssten Sie natürlich auf das Flair verzichten, im Schlafwagen zu übernachten. Und was war noch mal gleich der Grund, das Schlafwagenhotel auf dem Abstellgleis zu besuchen? Und keine Angst, dieser Zug fährt in der Zwischenzeit tatsächlich nach nirgendwo.

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