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AHCI: Luxusuhren der Uhren-Götter

Der Olymp der Uhren-Götter

30.07.2013, 08:27 Uhr | Frank Lansky, wanted.de

AHCI: Luxusuhren der Uhren-Götter . Die "Rose Gold" aus der Tourbillon Kollektion der McGonigle Brüder aus Irland. (Quelle: McGonigle/ www.mcgonigle.ie)

Die "Rose Gold" aus der Tourbillon Kollektion der McGonigle Brüder aus Irland. (Quelle: McGonigle/ www.mcgonigle.ie)

Die Schweizer Uhren-Industrie boomt wie lange nicht mehr: Je teurer desto besser, je komplizierter, desto begehrter. Einer der Antreiber für das Comeback ist die vornehme Académie Horlogère des Créateurs Indépendants (AHCI). Die Kreationen des exklusiven Clubs sind für solvente Uhren-Sammler ein absolutes Muss.

Die Akademie der selbständigen Uhrmacher wurde im Jahr 1985 vom Dänen Svend Andersen und dem Italiener Vincent Calabrese gegründet. Calabrese entwickelte 1985 für Blancpain einen fliegenden Tourbillon mit einer achttägigen Gangreserve, er entwarf ferner für den Uhrenhersteller Corum das Modell "Golden Bridge". Zugleich behielt er die Rechte, das Kaliber selbst zu vermarkten und merkte, wie schwer dies für einen unabhängigen Uhrmacher ist.

"Uhrmacher des Unmöglichen"

Patek Philippe wurde auf den "Uhrmacher des Unmöglichen" Andersen aufmerksam der 1969 mit seiner Flaschenuhr für Furore sorgte. 1979 machte sich Andersen selbständig, 1989 erhielt er im Guiness Buch einen Eintrag für die kleinste Kalenderuhr auf dem Globus. Gerade als die Quarz-Revolution scheinbar der mechanischen Uhren-Welt den Todesstoß versetzt hatte, bekamen Andersen und Calabrese eine erhöhte Nachfrage nach hochwertigen Sammlerstücken.

Zudem kauften Großkonzerne die komatösen Manufakturen auf. Vieles deutete also auf eine Renaissance der Uhrmacherkunst hin. Nach der Gründung des AHCI überredeten die beiden die Fachpresse, kostenlose Anzeigen zu drucken, in denen nach neuen Mitgliedern gesucht wurde. Der erste Auftritt auf der Baselworld erfolgte im Jahr 1987, der Rest ist Geschichte.

Geniestreich in Bern

Der Verein im Kanton Bern verpflichtet sich der traditionellen handwerklichen Kunst der Uhrmacherei und sieht sich als Gegenpol zur industriellen Fertigung. Hier findet sich die Creme de la Creme der Querdenker – und viele Shootingstars der Zukunft. Über Geld spricht hier keiner, aber die Meisterwerke kosten häufig mehrere hunderttausend Euro. Zurzeit sind im AHCI 36 Mitglieder und fünf Kandidaten aus rund einem Dutzend Ländern organisiert. Wer im AHCI aufgenommen wird, der hat es geschafft.

Ein Uhrmacher muss besondere Fähigkeiten beweisen und ein eigenes Kaliber herstellen, zwei Paten müssen den Kandidaten unterstützen. Der muss zwei Jahre warten und sein Werk mindestens dreimal auf einer AHCI-Ausstellung präsentiert haben. Die letzte Hürde: Die Generalversammlung muss den Kandidaten aufnehmen – und zwar einstimmig.

Das "Who is Who" der Uhrmacher-Zunft Der griechische Gott Chronos hätte seine wahre Freude an dieser elitären Versammlung. Die Statuten sind eindeutig: Gefordert wird, "noch nie dagewesene Stücke der Uhrmacherei zu schaffen". Und weiter: Der Uhrmacher "soll wenigstens einen Teil der Uhrenkonstruktion oder der Transformation ausgeführt haben. Nicht genehmigt sind solche Stücke, die nur zur äußeren Ausstattung gefertigt sind." Mit anderen Worten: Auf den Inhalt kommt es an. So zieht der Stand des Clubs auf der wichtigsten Uhrenmesse der Welt – der Baselworld – stets die Massen an. Die besten Erfinder und Tüftler in einem Club

Die Vollversammlung trifft sich stets im Frühjahr zur Baselworld und noch einmal im Herbst bei einem der Mitglieder. Die Aufnahme in die AHCI bedeutet für Uhrmacher neben dem Prestige vor allem wirtschaftliche Vorteile, wie zum Beispiel die gemeinsame Präsentation auf Ausstellungen. Viele Entwürfe und Erfindungen von AHCI-Mitgliedern kamen so in die Massenproduktion. Die Mitglieder-Liste liest sich wie das Who is Who der Uhren-Welt. Zu den bedeutendsten gehören die Ehrenmitglieder George Daniels, Jean Kazes und Peter Schmid. Weitere Koryphäen sind Philippe Wurtz, Marco Lang und Thomas Prescher, Paul Gerber und Beat Haldimann. Der heimliche Zeus in diesem Olymp war George Daniels, der Senior lebte in der irischen See auf der Isle of Man und starb im Oktober 2011 im Alter von 85 Jahren.

1969 erfand der ehemalige Restaurator beim Auktionshaus Sotheby's die koaxiale Hemmung als Herzstück der Mechanik. 1999 brachte Omega diese Technik in der Serie "De Ville" auf den Markt.

Paul Gerber hält den Weltrekord für die kleinste Holzuhr der Welt mit einer Werkhöhe von 2,2 cm sowie für die komplizierteste Uhr der Welt mit insgesamt 1116 Teilen. Gerber entwarf auch eine Weckerindikation, die von Fortis unter dem Namen F2001 seit 1997 vermarktet wird.

Das Enfant Terrible ist Franck Muller, Jahrgang 1958, er stößt bei den calvinistischen Kollegen eher auf Stirnrunzeln. Vor Jahren machte er Schlagzeilen, weil ihn sein Kompagnon Vartan Sirmakes aus der gemeinsamen Manufaktur Watchland im Genfer Vorort Genthod hinausgedrängt haben soll. Beide überzogen sich mit Gerichtsverfahren und Beschuldigungen in den eidgenössischen Medien. Bei dem unfeinen Streit ging es auch um Schwarzproduktion oder gar Fälschung kostbarer Uhren.

Fazit: Wer das Glück und den richtigen Riecher hatte, früh auf die kommende Avantgarde der Uhren-Szene zu setzen, der ist heute reich. So erreichte die erste von George Daniels im Jahr 1969 angefertigte Taschenuhr bei einer Antiquorum-Versteigerung in den USA einen Erlös von 244.500 Dollar. Der ursprüngliche Preis lag bei 1900 englischen Pfund. Die aktuellen Kandidaten lohnen daher nicht nur aus technischer Sicht einen genaueren Blick. Dies sind: Saskia Maaike Bouvier, Valerii Danevych, Xu Jiabao, Masahiro Kikuno, Eva Leube sowie John und Stephen Mc Gonigle.

Schauen Sie sich die Kreationen der selbständigen Uhrmacher in unserer Foto-Show an.

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