Sie sind hier: Home > Leben > Mode & Beauty >

Rendite: Uhren als Geldanlage

So bringt Ihre Uhr eine prima Rendite

05.07.2013, 09:19 Uhr | Frank Lansky, wanted.de

Rendite: Uhren als Geldanlage. Die Rolex "Daytona" wird heute für bis zu 30.000 Euro weiterverkauft. (Quelle: Auktionshaus Henry's)

Die Rolex "Daytona" wird heute für bis zu 30.000 Euro weiterverkauft. (Quelle: Auktionshaus Henry's)

Uhren-Raritäten sind eine echte Rendite-Rakete: Einige Modelle der "Mark XI" von IWC sollen 1985 für rund 150 D-Mark den Besitzer gewechselt haben. Heute müssen Preise von rund 4400 Euro gezahlt werden. Und wer 1997 eine "Stahl-Luminor" der ersten Serie für 4700 Mark kaufte, kann heute mindestens das gleiche in Euro verlangen. In der Blogosphäre umher schwirrende Investment-Erfolge wie diese sind keine Erfindungen und auch keine Seltenheit - wanted.de hat sich beim Auktionshaus Henry’s schlau gemacht.

"Wenn sich der Trend der vergangenen Jahre fortsetzt, dann können Sie mit einem stabilen Markt rechnen, in dem sich ein Investment durchaus lohnt," sagt Sascha Wendt, Abteilungsleiter für Uhren beim Auktionshaus Henry’s im pfälzischen Mutterstadt. Und weiter: "Die Hersteller erhöhen ständig die Preise für ihre Modelle – und sie setzen sie auch durch. Das belebt auch den Zweitmarkt." Für die Geldanlage spricht vor allem der Kaufrausch der neuen Mittelschicht in den Schwellenländern: "Wir spüren seit Jahren eine wachsende Nachfrage aus China und aus Russland", urteilt Wendt im Gespräch mit wanted.de.

Das ist in Zeiten der globalen Inflationierungspolitik auch kein Wunder: Nicht nur die Europäische Zentralbank und die Federal Reserve pumpen mit dem Kauf von eigenen Staatsanleihen massig Geld ins System. >>

Auch Russland und China werfen die Druckerpresse an, um die Wirtschaft zu stimulieren – sie entwerten damit Sparguthaben und zwingen die Anleger zum Konsum. Deswegen steigen nicht nur die Immobilienpreise, sondern auch die Preise für andere Sachwerte. Dass natürlich jeder Trend mitunter rüde unterbrochen werden kann, belegt der Goldpreis: Nach einer zwölfjährigen Hausse geriet das Edelmetall im Frühjahr 2013 kräftig unter Druck. Für Uhren zeigt sich Wendt aber optimistisch: "Sowohl im Angebot als auch in der Preisentwicklung sind deutliche Steigerungen zu verzeichnen."

Recherche – Sammeln – gute Aufbewahrung

"Um das richtige Investment zu finden, benötigen Sie zunächst ein besonderes Interesse an der Materie," fährt der Experte fort. Wer Geld in eine Uhr investieren will, muss sich also bei Auktionen oder im Fachhandel auf dem Laufenden halten und die Entwicklungen auf den Fachmessen wie der Baselworld

oder der Inhorgenta in München beobachten. Außerdem sollte er in Fachzeitschriften wie "Chronos" oder "Klassikuhren" recherchieren.

Weiter müssen künftige Investoren so viel wie möglich Material über die Uhr sammeln: Heben Sie die Box auf, alle Rechnungen und Wartungsbelege sowie alte Kataloge. Auch für Wendt besteht ein wichtiger Teil der Arbeit darin, historische Preise ausfindig zu machen. Falls die Unterlagen nicht komplett sind, muss mit entsprechenden Abschlägen gerechnet werden. Eine ungetragene Uhr ist immer wertvoller, als eine getragene. Bewahren Sie die Uhr trocken und staubfrei auf – und lassen Sie das gute Stück ab und an laufen.

Und eine Uhr mit einer interessanten Historie – vielleicht wurde sie von einem Prominenten gekauft – ist teurer als eine herkömmliche. Legendär ist die Renaissance von Panerai: Als Sylvester Stallone 1996 den Film "Daylight" in Florenz drehte, entdeckte er eine "Luminor" im Schaufenster des Hauptsitzes der damals fast vergessenen Marke. Der Schauspieler kaufte sie und trug sie nicht nur im Film, er orderte sogar eine speziell für ihn angefertigte "Slytech". Die Story gefiel dem Richemont-Konzern so gut, dass er Panerai komplett kaufte – seitdem steigen die Preise für Panerai unaufhaltsam.  

Günstig kaufen ist Trumpf

Worauf müssen Kunden sonst achten? Vor allem auf den günstigen Einstieg – "gehandelt wird immer", urteilt Wendt. Wer sich bei Konzessionären oder im Handel eindeckt, darf nicht sofort den ersten Preis zahlen; meist wird der verlangte Listenpreis gar nicht erzielt. Wendt rät ansonsten eher dazu, seltene Uhren mit kleiner oder limitierter Auflage zu kaufen – hier sei die Wahrscheinlichkeit der Preissteigerung höher. "Diese limitierten Auflagen werden meist nicht getragen und verschwinden bis zum Wiederverkauf in den Tresoren des Eigentümers".

Und weiter: "Zu unterscheiden sind zum einen die aktuellen Produkte und zum anderen die Sammleruhren, welche nicht mehr hergestellt werden". Vor allem die zweite Kategorie ist besonders vielfältig und schnell wachsend, da auch moderne Uhren, sobald sie aus der Produktion genommen werden, als Sammleruhr gelten. Im Fachhandel oder Auktionshaus habe der Käufer die Sicherheit, dass die Uhren überprüft und dass die Echtheit garantiert wird. Der Vorteil einer Auktion besteht für Wendt unter anderem darin, dass der Markt den Preis eruiert und der Käufer somit marktgerecht kauft.

Bleibt anzumerken, dass bei einer Auktion natürlich starke Nerven gefragt sind, damit kein Bietergefecht ausbricht. Ein weiterer Nachteil ist beim Verkauf zudem die Courtage, die rund 20 Prozent beträgt. Henry’s beharrt allerdings darauf, dass die Uhren bei den Auktionen günstiger angesetzt werden. Die Startpreise bei einer Auktion variierten zwischen 50 bis 70 Prozent des Marktpreises.

Und welche Marken haben nun ein besonderes Wertsteigerungspotenzial? Laut Wendt bringen vor allem die Marken Audemars Piguet, Breguet, Rolex, Patek Philippe, Jaeger-LeCoultre und A. Lange & Söhne hohe Wertsteigerungen. Dazu gesellen sich mitunter seltene Raritäten. Uhren-Sammeln ist ansonsten kein Privileg der Betuchten: "Es gibt keinen Mindestbetrag für das Investment".

Häufig entwickeln sich selbst günstige Ladenhüter zu Rendite-Bringern, wie Wendt erläutert. In den Achtzigern war Gold angesagt und schlichte Modelle wie die Rolex "Daytona" lagen wie Blei in den Regalen. Rolex reagierte mit einer Verknappung und Wartelisten – so wurde das Modell interessant gemacht. Zudem schob der verstärkte Vintage-Trend in den vergangenen Jahren die Nachfrage an. Mitunter mussten die Kunden eine Lieferzeit von 15 Jahren in Kauf nehmen, so lange mussten nur die Menschen in der DDR auf einen neuen Wartburg warten. Beispielsweise hat eine Rolex "Daytona" mit der Referenz 6263 im Jahr 1982 im Fachhandel 2400 DM gekostet – allerdings wurde die Uhr aufgrund des geringen Interesses mit Abschlägen von bis zu 50 Prozent verkauft. "Dasselbe Modell wird heute mit bis zu 30.000 Euro gehandelt!"

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Gerry Weberbonprix.deOTTOCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Leben > Mode & Beauty

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe