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Accessoires für den Mann: Krawatten

Zeig mir deine Krawatte und ich sage dir, wer du bist

10.02.2014, 07:42 Uhr | Juliane Grothe, wanted.de

Accessoires für den Mann: Krawatten. Krawatten aus der Krawatten-Manufaktur Edsor.  (Quelle: desired.de/Juliane Grothe)

Krawatten stehen für Erfolg und Stil. (Quelle: desired.de/Juliane Grothe)

Krawatten stehen für Erfolg, Stil und Anmut – Qualität ist dafür ein Garant. Die Berliner "Kronen" - Manufaktur setzt auf Exklusivität, Handarbeit, feinste italienische Seide und vertreibt Ihre Produkte unter der Marke Edsor. Wir haben für Sie den Blick in eine der ältesten deutschen Krawatten-Manufakturen geworfen und trafen den Inhaber und Geschäftsführer Jan-Henrik Scheper-Stuke, der uns unter anderem verriet, warum jeder Mann nicht mehr als zehn Krawatten besitzen sollte.

Es ist das Unerwartete, mit dem die "Kronen"-Manufaktur in den letzten Jahren nicht nur Kunden, sondern auch Besucher überrascht. In einem Kreuzberger Hinterhof, unweit vom Görlitzer Bahnhof, treffen Tradition und Berliner Charme aufeinander. Mittendrin Jan-Henrik Scheper-Stuke, der die Marke wiederbelebte.

Hoflieferant des Kaisers

Als die "Kronen" Manufaktur 1909 gegründet wurde, hat noch niemand von einer Marke gesprochen", klärt uns Scheper-Stuke gleich zu Beginn auf. Erst durch die Ernennung zum "Haus & Hoflieferanten" des Kaisers hat die Manufaktur den Namen "Kronen" und das Kaiserliche Wappen verliehen bekommen und war somit die "Kronen-Marke". Nach der Übernahme von Wilhelm Stelly ging daraus im Jahr 1954 die Marke Edsor hervor.

Sie entstand aus der Situation, dass man unter einem anglophilen Namen besser verkaufen konnte, als unter der deutschen "Kronen-Marke". Darum wurde aus dem Namen der damaligen Stil-Ikone Edward Windsor das Akronym Edsor. Jahre später holte Edsor unter der Obhut seines Patenonkels Günther Stelly, dem Inhaber der "Kronen"-Manufaktur auch den jungen Scheper-Stuke mit an Board. Eigentlich hatte der in Niedersachsen geborene Scheper-Stuke in Berlin Rechtswissenschaften studiert, doch dann schlug er einen völlig anderen Weg ein.

Aus der einstigen studentischen Hilfskraft wurde das Aushängeschild und Werbegesicht von Edsor und eines der bekanntesten Gesichter Berlins. Kein roter Teppich, den Scheper-Stuke noch nicht gesehen hatte, per du mit Prominenten und Politikern, die natürlich alle nur die eine tragen: eine Krawatte oder eine Schleife von Edsor. Kooperationen mit namhaften Designern wie Wolfgang Joop oder Michael Michalsky verhalfen dem Unternehmen wieder zu neuem Glanz, >>

dem sich mittlerweile kaum ein Krawatten-Liebhaber entziehen kann. Zwischen 89 und 129 Euro kostet eine handgearbeitete Edsor-Krawatte, die sogar schon an Barack Obama gesichtet wurde.

Die Krawatte als Status

"Zeig‘ mir deine Krawatte und ich sage dir, wer du bist". Trifft dieser Satz heutzutage noch zu? "Das ist kein Trugschluss", antwortet Scheper-Stuke ohne zu zögern. "Zeig‘ mir deine Freunde, ich sage dir, wer du bist. Zeig‘ mir deine Wohnung, ich sage dir, wer du bist, zeig‘ mir deine Kleidung, zeig‘ mir dein Erscheinungsbild, ich sage dir, wer du bist", holt er aus. "Ein wahrer Mann hat schließlich nur ganz wenige Möglichkeiten, seine Persönlichkeit auszudrücken. Das geht in erster Linie über die Uhr, es geht über die Manschettenknöpfe, über den Ehering und gegebenenfalls, wenn man wirklich adlig ist, über den Siegelring – das ist schließlich auch eine Attitude. Ich zähle auch die Brille und die Aktentasche dazu. Dann hört es jedoch auch schon auf."

Demnach unterstreicht also nicht nur Scheper-Stuke sein feines Stilgefühl für Mode und Accessoires mit Schleifen, Krawatten und Einstecktüchern, auch für seine Kunden wünscht er sich die Stil-Verbesserung dank Edsor. Denn der Look, den der 31-Jährige an den Tag legt, ist bei Weitem kein gewöhnlicher. Mit Initialen an den Hemd-Manschetten, farbigen Socken als Statement und dem besonderen Augenmerk auf ein gepflegtes Äußeres, kann so manch einer sich hier noch eine Scheibe abschneiden.

Zehn Krawatten braucht der Mann

Wer sich letztendlich für eine Krawatte entschieden hat, der sollte die Wirkung des geknoteten Stoffes jedoch nicht unterschätzen. "Nie mehr als zehn Stück", antwortet der Experte auf unsere Frage, wie viele Krawatten ein Mann besitzen sollte. "Und die Alten bitte immer wegschmeißen und nicht in die Versuchung kommen, diese tatsächlich nochmals zu tragen. Denn trage ich einen neuen Anzug und ein neues Hemd mit einer alten Krawatte, brauche ich gar nicht den neuen Anzug und das neue Hemd kaufen, weil jeder sagen wird: Ach, der hat schon wieder dieses scheußliche Teil um.

Unterschätzen Sie das nicht. Frauen sehen das", belehrt uns der modebewusste Scheper-Stuke. "Es können auch gerne zwölf oder 13 Krawatten sein. Dabei sollte auf jeden Fall eine schwarze Standardkrawatte für Beerdigungen sein und eine weitere cremefarbene Standardkrawatte, wenn man bereits verheiratet ist." Recht hat er, schließlich ist eine Hochzeitskrawatte umso einiges platzsparender als das Kleid der Braut und gehört gut aufbewahrt. Sofern Sie sich an Ihrem großen Tag tatsächlich für eine Cremefarbene entschieden haben sollten. Eine Ausnahme gibt es jedoch: "Wenn man Krawattier ist wie ich, dann darf man auch gerne 100 Krawatten im Schrank haben", sagt Scheper-Stuke frech und nimmt sich die Freiheit, unzählige Krawatten, Schleifen und Tücher sein Eigen zu nennen. Schließlich ist Eigenwerbung immer noch die Ehrlichste.

Eine Zielgruppe gibt es nicht

Das Besondere an seinem Unternehmen: Schon immer fertigt die "Kronen"-Manufaktur edle Krawatten ausschließlich in Handarbeit. Der Weg bis zu einer makellosen Edsor-Krawatte erfolgt von einer Näherin ohne Produktionsstraßen. Denn: "Wir arbeiten ausschließlich in Heimarbeit, das heißt, wir schneiden in unserer Manufaktur zu und die Heimarbeiterinnen holen sich die fertigen Zuschnitte ab und nähen diese mit einer Nähmaschine zu Hause", erklärt uns Scheper-Stuke. "Jede Krawatte muss durch drei Produkt- und Qualitätskontrollen: Kontrolliert wird beim Zuschnitt, anschließend durch die Heimarbeiterin und abschließend werden die fertigen Krawatten noch von der Chefdirektrice abgenommen. Für eine Krawatte benötigt eine Näherin, wenn der Zuschnitt bereits erfolgt ist, 15 Minuten." Und bei wem landen die edlen Endprodukte dann? "Das Schöne an unserer Zielgruppe ist, dass wir gar keine Zielgruppe haben. Sondern wir machen Kollektionen, die eine elegante Frau für ihren eleganten Mann kaufen kann, eine Tochter oder ein Sohn für den Vater zum Geburtstag sowie für den Gentleman und Businessmann selbst. Unsere Kollektionen sind so reichhaltig und breit gefächert, dass wir sowohl den Standard bedienen können, das heißt Stripes und minimalistische Muster und auf der anderen Seite vielfach einsetzbare modische Designs vorweisen können." Hut ab! Krawatte an.

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