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Leder - Stoff für Männer

Leder - Stoff für Männer  

Faszination Leder – männlicher kann ein Stoff kaum sein

25.11.2013, 07:50 Uhr | Sabine Kelle, wanted.de

Leder: Das sind knallende Peitschen, coole Bikerjacken und rustikale Boots – kurz gesagt der Inbegriff von Männlichkeit. Doch was ist es, das Leder so maskulin macht? Der ursprüngliche Geruch, der einerseits derbe Griff und dabei samtweiche Haptik – lassen Sie uns gemeinsam dem Thema unter die Haut gehen.

Ob Sie einen vom Leder ziehen oder jemandem an selbiges wollen – die unzähligen Redewendungen rund ums Leder verdeutlichen die lange Tradition und den hohen Stellenwert des edlen Naturmaterials. Gleichzeitig ist kein anderer Stoff so ursprünglich und maskulin. Tierhäute gehörten zu den ersten Bekleidungsstücken der Jäger und Sammler und bis heute verbinden wir mit dem typischen Leder-Geruch Assoziationen von Wildheit und Authentizität. Leder war sogar so gewichtig und luxuriös, dass man deswegen Kriege führte. Der Lederhandel war einer der Gründe für die punischen Kriege in der Antike.

Ursprüngliches Naturmaterial

Doch Leder ist nicht gleich Leder. Bei dem Naturmaterial eröffnet sich eine erstaunliche Vielfalt durch Tierarten, Behandlungsmethoden und sich daraus ergebenden Qualitäten. Der Verwendungszweck des Leders bestimmt dabei die Art der Gerbung und Zurichtung.

Schuhsohlen-Leder braucht andere Eigenschaften als Leder für eine derbe Motorradjacke, feine Handschuhe oder einen robusten Sessel.

Qualitäten

Wenn es ums Leder geht, dann fallen Begriffe wie Spaltleder, Nappa, Nubuk oder Velours. Wir sortieren das mal: Bei der Verarbeitung von dicken Häuten wird das Leder gespalten. Die einzelnen Schichten gelten als Spaltleder. Die oberste genarbte Schicht kann sogenanntes Nappaleder sein. Nappa bezieht sich also nicht auf eine bestimmte Tierhaut, sondern steht als Oberbegriff für Leder mit der Haarseite nach außen. Wird die glatte Narbenseite leicht angeschliffen, spricht man von Nubukleder. Bei Veloursleder ist entweder die nach unten hin weggespaltene und damit raue Lederschicht gemeint oder die unbearbeitete Rückseite der glatten Oberschicht. Veloursleder ist deutlich rauer als feines Nubuk. Eine besonders spannenende Struktur bietet Bisonleder.

Den Herren von Parabellum, einem Accessoire-Label aus Los Angelos hat es dieses Leder angetan. Sie fertigen hieraus exklusive Taschen und Accessoires. Doch nicht nur klassische Tierhäute werden für Leder verwendet. Ausgefallene Strukturen, Muster und Oberflächen finden Sie beim Leder von Fischen und Reptilien. Solch seltene und damit Luxusledersorten werden gerne für Schuhe oder Portemonnaies verwendet.

Die Gerbung Jörn Rischke stellt in seiner Berliner Manufaktur seit über 20 Jahren Taschen her und ist damit vom Fach. Mit viel Liebe zum Beruf entstehen bei ihm Produkte wie Taschen, Etuis und Brieftaschen aus vegetabil, also pflanzlich gegerbtem Rindsleder. Das Leder vom Rind zeichnet sich durch seine weiche Haptik aus, dabei ist es trotzdem robust genug, um den Alltag elegant zu überstehen. Rischke beizt das Leder selbst, wobei spannende Farben entstehen. Jörn Rischke klärt uns auf:  "Pflanzlich gegerbtes Leder erkennt man an seinem angenehmen Geruch." Wer solche Produkte in die Öko-Schublade stecken will, liegt falsch. "Im Pferdesport wird beispielsweise ausschließlich vegetabiles Leder verwendet", weiß Rischke. Für Produkte wie Schuhe wird jedoch oft mit Chrom gegerbtes Leder verwendet, da dieses Leder fester ist. Für Lederbekleidung bietet sich allerdings eher die pflanzliche Variante an, da solches Leder viel Körperfeuchtigkeit aufnehmen kann und sich so besser auf der Haut anfühlt. Handschuhe aus feinem Leder

Gerade bei so feinen Produkten wie Handschuhen kommt diese Variante in Frage. Auf ihre Herstellung haben sich Handschuhmacher spezialisiert, die leider fast vom Aussterben bedroht sind. Einer der wenigen noch aktiven Handschuhmacher ist Steffen Buschendorf aus Grimma. Für Handschuhe verwendet er deutlich feineres und zarteres Ziegen- oder Lammleder. Solche Modelle passen perfekt zum eleganten Abenddress. Soll der Handschuh etwas robuster sein, wie etwa bei Motorradhandschuhen, so eignet sich strapazierfähiges Peccary-Leder, das von südamerikanischen Wasserwildschweinen stammt. Für die Innenseite greift Buschendorf gerne auf Hirschleder zurück.

Das festere Leder kennen Lederliebhaber von den traditionellen Lederhosen, den "Krachledernen" aus Bayern und Österreich. Doch woran erkennt man gutes Leder? Für einen Fachmann wie Rischke kein Problem: Haptik, Geruch und Narbung sind ausschlaggebende Faktoren.

Färbung & Beize Leder ist Luxus pur in Optik und Griff. Damit es eine frische Farbe bekommt, beizt Jörn Rischke sein Leder. Aber es gibt auch andere Möglichkeiten: Bei sogenanntem Anilinleder, auch transparente Färbung genannt, wird ausschließlich mit löslichen Farbstoffen gefärbt. So bleibt das Narbenbild des Leders erhalten, wodurch es besonders lebendig aussieht. Ein gut verarbeitetes Leder ist losgelöst von Trends, haltbar und stets ein treuer Begleiter. Was macht Leder so universell einsetzbar? Das Material hat eine geschmeidige Beschaffenheit. Trotzdem ist es zäh, relativ fest und sehr haltbar. Obwohl es kaum Wasser hindurch lässt, ist es gleichzeitig atmungsaktiv. Perfekt für Ihre Bikerjacke, in der Sie dem Regen strotzen ohne ins Schwitzen zu geraten. Auch bei Schuhen kann Leder dank dieser einzigartigen Eigenschaften glänzen. Trotzdem benötigt Leder, wie Ihre Haut, eine entsprechende Pflege, um es auf Dauer geschmeidig zu halten. Achten Sie auf eine ideale Kombination aus Fett und Feuchtigkeit. Must Haves aus Leder

Einmal dem Luxusprodukt verfallen, kann man gar nicht genug vom Leder bekommen. Ein feines Paar Handschuhe darf bei keinem Gentleman fehlen. Mit einer schicken Businesstasche aus Bisonleder, angefertigt nach Ihren Bedürfnissen, hinterlassen Sie einen organisierten Eindruck. Ein Portemonnaie aus ausgefallenem Aalleder steht für Luxus pur. Oder doch lieber der coole Weekender, der mit der Zeit immer besser aussieht? Die Vielfalt bei Leder ist einfach unerschöpflich.

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