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Uhrenneuheiten SIHH 2014

Ein Hauch Bescheidenheit auf der SIHH

20.01.2014, 13:58 Uhr | Frank Lansky, wanted.de

Uhrenneuheiten SIHH 2014. Auf der SIHH werden Neuheiten, wie der Roger Dubuis Hommage Chronograph präsentiert. (Quelle: Hersteller)

Auf der SIHH werden Neuheiten, wie der Roger Dubuis Hommage Chronograph präsentiert. (Quelle: Hersteller)

Die Luxus-Messe SIHH öffnet ihre Tore, die Marken des Richemont-Konzerns zeigen in Genf ihre neuen Modelle. Gute Nachricht für die Kunden: Affordable Luxury ist in. Was nicht heißt, dass Zeitmesser nun wirklich günstig werden. wanted.de hat sich einige der interessantesten Neuerscheinungen angeschaut.

Der Gigant Richemont lässt es sich auch in diesem Jahr nicht nehmen, Hof auf dem Salon International de la Haute Horlogerie (SIHH) in Genf zu halten. Wo käme man dahin, wenn man seine Uhren rund zwei Monate später zusammen mit der Konkurrenz auf der Baselworld zeigen würde?

Richemont setzt auf "Affordable Luxury"

Richemont kann eine eigene Großveranstaltung bestens alleine stemmen: Zum Konzern gehören unter anderem Baume & Mercier, Cartier, IWC, Jaeger-LeCoultre, Montblanc, Officine Panerai, Piaget, Roger Dubuis, Vacheron Constantin und Van Cleef & Arpels. Edel, edel! Entsprechend dürfen nur ausgesuchte Kunden einen Fuß in die erhabenen Hallen setzen. Insgesamt dürften 12.500 Gäste die Stände der 16 Aussteller besuchen, darunter 1200 Journalisten. Kein Wunder, dass der Genfer Uhrensalon als exklusivste Uhrenmesse der Welt gilt.

Doch ausgerechnet Richemont stapelt auf einmal tief: Anfang Dezember sprach Verwaltungsratschef und Großaktionär Johann Rupert von einer prekären Lage im Markt für Luxusgüter und versetzte damit der Aktie einen kleinen Schock. Wie bitte? Selbst Insider zogen die Augenbraue hoch – angesichts der herrschenden Preise ist das wohl ein wenig sehr pessimistisch. Im Konzern wuchs der Umsatz in den ersten drei Quartalen um neun Prozent, aber eben nicht mehr so exorbitant wie zuvor. Immerhin hat Richemont in drei Quartalen noch 8,3 Milliarden Franken oder 6,6 Milliarden Euro eingenommen.

Der Grund für die Zurückhaltung sind neben der Euro-Krise vor allem die gedämpfte Konsumlust in Asien und der Mega-Markt China. Hier zwingt die Anti-Korruptionskampagne der Regierung die Käufer in die Defensive. Wer protzt, gerät schnell ins Visier der Herrscher von Peking oder gar ins Arbeitslager respektive vor das Exekutionskommando. Erste Anzeichen der Kaufzurückhaltung will Richemont im Herbst auf dem asiatischen Ableger der SIHH, der Watch & Wonders in Hongkong, gespürt haben. >>

Statt Blink-Blink und Diamanten sei nun Gedecktes angesagt.
All dies zeigt sich in Genf durch die noch stärkere Ausprägung von Schwarz. Auch Titan ist weiter in, Gold ebenfalls. Ansonsten zeigen sich die Hersteller auf der SIHH enorm zurückhaltend mit wahren Neuerungen. Präsentiert werden vielmehr etliche Weiterentwicklungen und Ergänzungen. Modifikation lautet das Motto, echte Mega-Schocker fehlen bislang. Schauen wir uns also einige der interessanten Stücke an und prüfen wir, ob nun wirklich der bezahlbare Luxus gefragt ist.

Große Lange 1 Mondphase Einen minimalen Schwenk zu mehr Bescheidenheit zeigt A. Lange & Söhne: Die Traditionsmarke hatte vor einem Jahr mit der Grand Complication eine der teuersten Uhren der Welt vorgestellt. Zu haben ist sie für satte 1,9 Millionen Euro. Nun darf es mit der neuen Mondphase des Erfolgsmodells Lange 1 ein wenig günstiger sein. Die Scheibe mit dem Erdtrabanten ist mit einer patentierten Beschichtung ausgestattet. So sollen Lichtreflexe überlagert und Tageslicht absorbiert werden, wodurch ein intensiv leuchtender nachtblauer Himmel entsteht. Kenner schwärmen, dass die Darstellung nie so lebendig war. Die goldene Version kostet 38.900 Euro, in Platin ist der Zeitmesser für gut 50.000 Euro zu haben. IWC Aquatimer

Gleich mit neun neuen Modellen taucht die Manufaktur IWC in das Jahr 2014 ein. In der Aquatimer Automatic wird – genau wie auch in den anderen neuen IWC-Taucheruhren - die Tauchzeitskala über einen äußeren Drehring gesteuert. Das schützt die Skala, die um das Zifferblatt liegt, zusammen mit ihrer Leuchtmasse vor Kratzern. Das ist doch mal eine interessante Neuerung. Erhältlich ist die Taucheruhr für 4900 Euro mit Kautschukarmband, ein Edelstahlband kostet 900 Euro extra. Im Inneren der Aquatimer Deep Three tickt nur ein Automatikkaliber 2892 von ETA, das IWC Kaliber 30120 nennt. Dafür ist der Preis von 16.800 Euro schon sehr ambitioniert.

Ein sehr schönes neues Modell bietet Cartier mit der Calibre de Cartier Diver. Darin arbeitet ein hauseigenes Automatik-Kaliber 1904 MC. Es zeigt neben Stunde und Minute auch eine separate Sekunde und das Datum an. Damit das Gehäuse dem Druck von bis zu 300 Meter Tiefe standhält, muss es eigentlich massiv und opulent sein. Doch mit elf Millimetern fällt die Uhr verhältnismäßig flach aus. Mit einem Kautschukband kostet das Stück rund 6000 Euro.

Panerai Luminor 1950 Left

Und auch Panerai zeigt sich enorm zurückhaltend: Die Manufaktur, die einst nur für italienische Marinetaucher produzierte, zeigt ihre Luminor 1950 mit einer Änderung, die zunächst gar nicht als solche zu erkennen ist: Die Left Handed 3 Days hat die Krone links. Der Preis: 8400 Euro in Stahl. Schon recht happig im Preis – und dank der Farbe Weiß sehr gewöhnungsbedürftig – fällt die Royal Oak Concept GMT Tourbillon aus. Früher gab es sie in schwarz. Jetzt wird diese Uhr bestimmt bei Ärzten auf reges Interesse stoßen. Soll heißen: Bei Chefärzten, die mal eben 184.000 Euro auf der hohen Kante haben. Es geht auch wirklich außergewöhnlich: Greubel Forsey gilt im Markt als Spezialist für Wirbelwinde und feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Firmenjubiläum. In der GMT arbeitet ein 24-Sekunden-Tourbillon, der um 25 Grad geneigt ist. Der Clou von Robert Greubel und Stephen Forsey ist die einzigartige Weltzeitanzeige: Bei acht Uhr dreht sich in einer Gehäuse-Ausbuchtung eine dreidimensionale Weltkugel mit Nordpol im Zentrum. So kann der Besitzer auf einen Blick die Regionen der Erde den außen liegenden Stundenzahlen zuordnen. Nur der Südpol ist nicht zu sehen – doch wer reist schon dorthin? Der Preis: 545.000 Schweizer Franken, umgerechnet 436.000 Euro. Bezahlbar ist das natürlich nur für die oberen Zehntausend. Doch es geht auch anders: Bestimmt finden Sie in unserer Foto-Show die eine oder andere Anregung.

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