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Maßschneider - Kleidung nach Mass

Unikate auf der Haut - Kleidung nach Mass

11.04.2014, 16:45 Uhr | Sabine Meuter, dpa

Maßschneider - Kleidung nach Mass . Ein Maßschneider liefert Ihnen ein Unikat. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ein Maßschneider liefert Ihnen ein Unikat. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ob Anzüge oder Abendroben: Nicht immer gefällt oder passt Mode von der Stange. In solchen Fällen ist die Arbeit von Maßschneidern gefragt. Neben Geduld braucht es in dem Beruf zeichnerisches Talent. Als Einstieg in die Modebranche ist die Ausbildung perfekt.

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Massenware ist es nicht, was Sofia Peschka produziert. "Jedes Kleidungsstück ist ein Unikat", sagt die 21-Jährige. Sie hat nach dem Abitur eine Lehre als Maßschneiderin beim Trend-Atelier Brandler im fränkischen Hammelburg begonnen. Inzwischen ist sie im dritten Ausbildungsjahr. Röcke, Jacken oder Kostüme, aber auch Braut- und Abendkleider aus Seide, Tweed, Jersey oder Leder fertigt sie individuell an der Nähmaschine an. "Der Alltag ist sehr abwechslungsreich, weil Kunden unterschiedlichste Wünsche haben", sagt Peschka. Perlen oder Spitzen näht sie auch einmal von Hand an einem Kleidungsstück an.

Bevor Maßschneider mit der Arbeit loslegen, beraten sie zunächst den Kunden. Geklärt wird, zu welchem Anlass sie das Kleidungsstück tragen wollen - auf einer Hochzeit oder einem Ball etwa. Dann geht es mit Hilfe von Musterbüchern an die Auswahl von Stoffen, Farben und Zubehör wie Knöpfe, Reißverschlüsse oder Schleifen. Dabei weisen Maßschneider ihre Kunden auf aktuelle Trends wie die Farben der Saison und neue Stoffkollektionen hin. >>

Als Nächstes müssen die Fachkräfte beim Kunden Maß nehmen - entweder per Maßband oder mit Bodyscannern. Mit ihnen können sie die Körperproportionen auf ein Computermodell übertragen. Dann geht es darum, für den Kunden den richtigen Schnitt zu finden. Manchmal überzeugen vorhandene Schnittmuster, in anderen Fällen erstellen sie einen individuellen Entwurf. Anschließend vereinbaren sie Anprobetermine mit dem Kunden, um auf Nummer sicher zu gehen, dass das Kleidungsstück überall perfekt sitzt.

Die Ausbildung dauert drei Jahre. Jugendliche können eine duale oder eine schulische Ausbildung machen. "Pro Jahr beginnen rund 400 junge Leute die Lehre, der Männeranteil liegt bei drei Prozent", sagt Inge Szoltysik, Vorsitzende des Bundesverbandes der Maßschneider. Teils händeringend gesucht werden nach ihren Angaben derzeit vor allem Herren-Maßschneider. "Viele nutzen die Ausbildung als Sprungbrett für eine Karriere in der Modebranche", ergänzt Christiane Reuter vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn. >>

Bewerber um einen Ausbildungsplatz müssen mindestens einen Hauptschulabschluss vorweisen können. Rund ein Drittel der Lehrlinge habe das Abitur in der Tasche, sagt Szoltysik. Wer den Beruf erlernen möchte, braucht eine sorgfältige Arbeitsweise und eine ausgeprägte Feinmotorik für den Umgang mit Nadel und Garn. Bewerber sollten weiter eine hohe Konzentrationsfähigkeit und viel Ausdauer haben. Es nimmt beispielsweise viel Zeit in Anspruch, handgeschickte Knopflöcher zu machen.

Mit logischem Denken zum Maßanzug "Gute mathematische Fähigkeiten und logisches Denken sind ein Muss, weil Maßschneider beispielsweise die benötigte Stoffmenge für Falten genau berechnen müssen", erläutert Reuter. Außerdem sind zeichnerische Fähigkeiten gefragt, da es im Alltag immer wieder darum geht, Entwürfe zu skizzieren. Während der Ausbildung lernen die Fachleute in spe, wie sie Stoffe zuschneiden sowie in Form bügeln. Sie können das richtige Garn und die richtige Nadel für die jeweiligen Stoffe aussuchen. Auf dem Lehrplan im Betrieb steht unter anderem auch, wie sie Ärmel und Kragen einnähen - und welche verschiedenen Nähte es gibt. In der Berufsschule erfahren Azubis, aus welchen Rohstoffen Textilien bestehen oder wie sie Schnittmuster anfertigen. Im dritten Ausbildungsjahr spezialisieren sich die angehenden Maßschneider entweder auf Damen- oder Herrenbekleidung. Dabei lernen sie etwa, wie sie Abendroben und Brautkleider oder Sakkos und Smokings nähen. Die Ausbildungsvergütung liegt laut Verband bei rund 165 Euro im ersten, 215 Euro im zweiten sowie 280 Euro im dritten Lehrjahr. "Das sind aber lediglich Empfehlungen, es gibt im Schneiderhandwerk keine Tarife", betont Szoltysik. Die eigene Uniform entwerfen

Nach der Ausbildung können die Fachkräfte in Ateliers arbeiten und dort zum Beispiel auch Priestergewänder oder Uniformen entwerfen und nähen.

Einen Arbeitsplatz finden sie bei Änderungsschneidereien oder bei Bekleidungsunternehmen. Für Theater-, Film- und Fernsehbetriebe sind sie ebenfalls tätig. Später können sie mit einem Stundenlohn von 12,35 Euro brutto rechnen - das Gehalt kann aber auch darunter liegen.
Wer auf der Karriereleiter nach oben will, hat die Möglichkeit, den Meister zu erwerben und sich selbstständig zu machen. Jene mit Abitur können an der Hochschule einen Bachelorabschluss im Studienfach Textiltechnik oder Modedesign machen.

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