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Skimode 2014: Es wird dezent und alltagstauglich

Skimode 2014  

Neon war gestern: Die Skimode setzt auf dezente Farben

09.10.2014, 15:29 Uhr | dpa-tmn

Skimode 2014: Es wird dezent und alltagstauglich. In zurückhaltenden Farben wird Skimode zur alltagstauglichen Streetwear. (Quelle: dpa/tmn)

In zurückhaltenden Farben wird Skimode zur alltagstauglichen Streetwear. (Quelle: dpa/tmn)

Man könnte meinen, es ist vorbei mit der Pistensause! Die neue Wintermode für Skifahrer und Snowboarder wirkt in weiten Teilen geradezu düster im Vergleich zu den knallbunten Jacken und Hosen der vergangenen Jahre. Doch dahinter steckt ein praktischer Gedanke. 

Seit Jahren ist das Bild in der Skimode gleich: Winterjacken und Skihosen in Giftgrün, Neonrot, Orange und einem Gelb, das an einen Textmarker erinnert. Das ist auch sinnvoll, denn wer sich die weißen Hänge hinunterstürzt, will von anderen Skifahrern gut erkannt werden. Dennoch ändert sich nun die Farbauswahl. Immer mehr Unternehmen legen Kollektionen auf, die dunkler und damit dezenter sind. 

Skimode wird alltagstauglich

Und auch das ist logisch: "Der Sportler - ich spreche da auch über mich - trägt im Alltag gerne die Mode, die er auch bei seinem Hobby, seinem Sport trägt", erläutert Michael Spitzbarth vom Netzwerk deutscher Mode- und Textil-Designer (VDMD) in Würzburg. Gerade Fahrradfahrer könnten die Skimode im Winter gut gebrauchen: Auch auf der Straße hält sie trocken und warm. "Sie muss aber alltagstauglich sein. Quietschbunte Jacken machen sich im Büro nicht so gut." 

Dezente Farben sind länger trendy

Und es gibt noch einen Grund für den Farbwandel: Nachhaltigkeit. "Wenn ich mir eine Skijacke für 400 Euro kaufe, will ich diese länger als nur eine Saison tragen können", erklärt Spitzbarth. Nachvollziehen kann das jeder: An Auffälligem sieht man sich schneller satt. Daher werden aktuell auch die Muster wieder dezenter. 

Bunte Mode ist manchmal sinnvoller

Diese Entwicklung trifft vor allem den Nerv von Gelegenheits-Wintersportlern, die sich pro Saison nur eine Urlaubswoche oder ein paar Wochenenden die Piste auf Bord oder Skiern herabstürzen. Parallel dazu bleiben die auffälligen Farbtupfer aber auf großer Bandbreite im Handel. Die auffällige Kleidung sei weiterhin im extremen Outdoorbereich gefragt, erklärt Spitzbarth. Wer etwa auf Hochalpintouren geht, will im Notfall leicht erkennbar sein. 

Und so bietet der Hersteller Haglöfs zum Beispiel beides an - Erdtöne sowie Knalliges mit Namen wie Volcanic Pink oder Firecracker. Oder die Hersteller Atomic, Mammut oder Columbia schlagen vor, einzelne knallbunte Stücke mit dezenten Teilen in Grau, Schwarz oder Weiß zu kombinieren. 

"Aber bitte nicht wie in den 80er Jahren"

Schon auf der Sportartikelmesse Ispo im Januar zeigte sich diese Entwicklung. Hier stellten die Unternehmen ihre Kollektionen für den Winter 2014/15 vor. Grau- und Brauntöne waren oft zu sehen, Camouflagemuster sind zurück. Aber es bleiben auch die Knallfarben - hier dominieren in der beginnenden Saison Gelb, intensives Lavendel, Grünblau sowie Rottöne für Skifahrer. Bei den Snowboardern sind die Trendtöne Gold, Waldgrün, Burgunderrot, Aubergine oder Indigoblau. Und Alexander Dillig vom Deutschen Skilehrerverband (DSLV) sieht zwar noch Neonfarben in den Kollektionen - "aber bitte nicht wie in den 80er Jahren, also komplett in Neon, sondern nur als Akzente in Kontrastnähten und Reißverschlüssen". 

Applikationen werden weniger

Für die modebewussten Skifahrer setze man auch auf Applikationen, wie Pelzansätze an Jacken für Frauen. Aber sie werden weniger, berichtet Dillig. Und Hingucker wie Nieten und Pailletten, wie sie bei der Ispo vielfach zu sehen waren, seien Ausnahmen. "Das sind Highlights für die Messe, aber aus Sicht des Marktes kein Umsatzbringer."

Leichte Materialen für das Zwiebelprinzip

Die aktiven Wintersportler haben nicht nur in puncto Farbe andere Wünsche an ihre Kleidung. Während der Skifahrer und Snowborder, der nur ab und zu in den Schnee eintaucht, gerne auf eine dick wattierte Jacke setzt, bevorzugen die Aktiven das Zwiebelprinzip: "Sie legen Wert auf wasserdichte, atmungsaktive, leichte, möglicherweise elastische Materialien, in denen sie sich gut bewegen können", erläutert DSLV-Produktmanager Dillig.

Biker-Style, Cord und Wolle jetzt auch für die Piste

Neben der auffälligen Entwicklung zu eher alltagstauglichen Farben kommen aber auch Elemente der ganz normalen Bekleidung bei der Wintersportmode für die modisch Interessierten an. Laut Ispo-Trendbericht gibt es jetzt für Skifahrer rockige Biker-Designs, Snowborder tragen Wollhandschuhe und grob gestrickte Hüte. Die Jacken erinnern an amerikanische Collegemodelle.

Chiemsee bietet zum Beispiel Funktionsstoffe in Cord- und Jeansoptik an. Und bleed clothing hat einen melierten Stoff aufgelegt, der zwar funktionell dem normaler Textilien für Wintermode entspricht, also wind- und feuchtigkeitsabweisend ist. Aber er sieht aus, als könnte aus ihm auch ein Anzug geschneidert werden. So schick waren Wintersportler selten unterwegs.


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