Tickende Eleganz

11.12.2014, 19:30 Uhr | Uwe Kauss - wanted.de

Tickender Luxus. Die Chronoswiss Retrograde (Quelle: Hersteller)

Die Chronoswiss Retrograde (Quelle: Hersteller)

Zurückhaltende Eleganz am Handgelenk erfreut sich weiter zunehmender Beliebtheit: Uhren im Retrostil, im Businesslook, mit ungewöhnlichen Features und Einblicken ins Innere zeigen Geschmack und Kennerschaft. Der renommierte Frankfurter Uhrmachermeister Manfred Nickels erklärt wanted.de die Trends.

Foto-Serie mit 11 Bildern

Taucheruhr, Fliegeruhr oder Segleruhr gehören zu beliebtesten Zeitmessern – sie werden an Händen getragen, die niemals den Meeresgrund oder einen Steuerknüppel berührt, geschweige denn eine Großschot bedient haben. Egal, die Uhr sieht gut aus, strahlt Kraft, Bewegung und Dynamik aus.

Flach und edel

Doch auch in diesem Jahr haben viele Hersteller edler Manufaktur-Uhren ihre Kollektionen mit zurückhaltenden, eleganten Modellen erweitert, die mit Material spielen, das Uhrwerk inszenieren, den Stil der 40-er bis 60er Jahre feiern oder das Zifferblatt mit ungewöhnlichen Anzeigen bereichern. Der renommierte Frankfurter Uhrmachermeister Manfred Nickels, dessen Vater sein Geschäft im Jahr 1927 gründete, kennt die Modelle, Werke und Trends seit Jahrzehnten. Er und sein Sohn Joachim führen viele renommierte Marken.

In ihrer "gläsernen Werkstatt" werden edle Uhren gewartet und repariert. Auch teure Erbstücke bringen sie wieder in den genauen Sekundentakt, denn die beiden verfügen über zehntausende Ersatzteile, die der Vater von Manfred Nickel ihnen hinterließ.

"Sportliche Uhren machen bei uns etwa drei Viertel der verkauften Stücke aus, der Rest sind Retro- oder Business-Uhren", erzählt er. Bislang würden sie eher als günstige Zweituhr erworben, wenn die dicke Taucheruhr nicht unters Businesshemd passt.

Elegante Anmutung

Doch nach seiner Erfahrung gingen die Funktionen der Sportuhren nur selten in Betrieb. "Bei der Auswahl steht der ästhetische Aspekt im Vordergrund", erzählt er, "viele wissen gar nicht, wie ihre Stoppuhr funktioniert." Das einzige Feature, das im Alltag genutzt werde, sei die Anzeige einer zweiten Zeitzone. "Für Banker und Börsenhändler ist das wesentlich."

Doch nun zeichnet sich eine Entwicklung bei den Top-Herstellern ab, die auch Uhrenliebhaber Manfred Nickels "höchst erfreulich" findet: Die neuen Modelle zeigen vorne das Uhrwerk– wie etwa die Breguet 3795BR/1E/9WU aus Rotgold, die Masterpiece-Modelle von Maurice Lacroix für etwa 11.000 Euro oder das kürzlich erschienene Modell Vintage 1945 Large Date von Girard Perregaux für denselben Preis. Aber nicht irgendwie.

"Ein kunstvoll ausgearbeitetes Skelettwerk auf der Vorderseite ist etwas wirklich Schönes", betont der Uhrenexperte. Es sei aufwendig, die Komponenten so fein zu feilen, zu drehen und zu gravieren, dass der Blick auf etwas Besonderes fällt. "Das normale Werk würde langweilig wirken", weiß Nickels. Dass Uhren auf der Unterseite das Werk zeigen, hat sich bereits durchgesetzt: "Etwa 60 bis 70 Prozent unserer Modelle haben einen Klarsichtboden", erzählt er.

Bei den neuen Topmodellen der Manufakturen sollen vor allem interessante Features die Kunden locken – etwa die Anzeige von Mondphasen, Sternbildern, einem Ewigen Kalender oder der überraschende Umgang mit Zeigern. Ebenfalls Maurice Lacroix hat in der neuen Edition der 2013 erschienenen Mysterious Seconds aus seiner Masterpiece-Reihe den Einblick ins Werk mit zwei nicht zentral gelagerten Zeigern kombiniert.

Feine Komplikationen bei Premium-Uhren

Der Stunden- und Minuten- sowie der Sekundenzeiger sind übereinander gelegt und unsymmetrisch angebracht. So entsteht der Eindruck, Werk und Zeiger hätten keine Verbindung miteinander. Joachim Nickel hat vor solchen Uhren höchsten Respekt: "Jede dieser Funktionen bedeuten hohen Konstruktionsaufwand sowie mehr Räder, Schrauben und Teile." Das habe aber auch einen Nachteil: "Das Reparieren ist deutlich komplexer."

Auch Top-Anbieter A.Lange und Söhne geht weiter den Weg dezent-eleganter Komplexität. Am 20. Juli 2014 jährte sich die Mondlandung zum 45. Mal, und zum Jubiläum des Ereignisses hat die Manufaktur das Modell Grosse Lange 1 Mondphase vorgestellt. Sie kostet je nach Ausführung zwischen 30.000 und etwa 40.000 Euro. Im Zentrum ihres Stunden- und Minutenkreises lässt sich die Zu- und Abnahme des Mondes verfolgen. Die namensgebende Komplikation steht im Zentrum der Aufmerksamkeit. Die Mondscheibe ist innerhalb des Stunden- und Minutenkreises prominent positioniert. Die Anzeige gibt die Zeitspanne des Mondumlaufs nach Firmenangaben zu 99,998 Prozent genau wieder. >>

Die 72-stündige Gangreserve, der Sekundenzeiger mit Stoppfunktion sowie Stunden und Minuten werden in getrennten Kreisen gezeigt, dazu kommt eine große Datumsanzeige. Ganz reduziert ist auch die im zeitlos-konservativen Retro-Design konzipierte Grande Reverso Ultra Thin 1948 für knapp 7000 Euro von Jaeger LeCoultre. Stunden- und Minutenzeiger, ein separater Sekundenkreis – mehr braucht diese Uhr nicht. Seit 1931 wird sie immer wieder in neuen Editionen gefertigt, so auch in diesem Jahr. Ihr Manufakturwerk 822/2 mit einer Frequenz von 21.600 Halbschwingungen pro Stunde ist nur 2,94 Millimeter hoch, und so ist das Edelstahlgehäuse lediglich 7,2 Millimeter flach. Das erzeugt eine Eleganz, die außergewöhnlich ist.

Puristisches Understatement

Nomos Glashütte geht mit seiner Metro mechanisch noch einen Schritt weiter, der ein Schritt zurück ist: Die neuen "Metro"-Modelle für etwa 2500 Euro hat der bekannte Berliner Uhrendesigner Mark Braun in einem Stil zwischen Bauhaus und 50-er Jahre entworfen. Sie ist elegant und schlank und strahlt Modernität und Großstadt aus. Im Innern arbeitet das von Nomos entwickelte Manufakturwerk DUW 4401 mit eigens konstruiertem Swingsystem und einer Gangreserve von 42 Stunden. Deren Restlaufzeit wird vorne gezeigt. Das DUW 4401 ist ein Werk mit wunderbar altmodischem Handaufzug. Auch das Datum lässt sich ablesen, und der kleine rote Sekundenanzeiger dreht sich dezentral unterhalb des Mittelpunkts. Diese Uhr geht so zurück in die Zukunft. "Wir verkaufen zu 95 Prozent Automatikuhren", sagt Manfred Nickels, "für den Handaufzug interessieren sich bei uns nur die älteren Kunden." Die "Metro" könnte das ändern. Diese und andere edle Uhren sehen Sie in unserer Fotoshow. Und bezahlbare Luxusuhren finden Sie hier.

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