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Das perfekte Hemd finden

Hemden-Knigge  

Das perfekte Hemd finden - ein Ratgeber

27.10.2015, 15:56 Uhr | Sabine Kelle - wanted.de

Das perfekte Hemd finden. Das passende Hemd zu finden, ist für viele Männer wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Das passende Hemd zu finden, ist für viele Männer wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wann trägt Mann welches Hemd? In der Vielfalt von Stoffen, Krägen und Mustern muss sich ein jeder erst zurechtfinden. wanted.de hat einen Edelschneider nach dem Maß der Dinge gefragt und diesen Hemden-Ratgeber für Sie vorbereitet.

Foto-Serie mit 10 Bildern

Seit vier Jahren schneidert man in Berlin bei Purwin & Radczun Männern edle Hemden und Anzüge auf den Leib. Inhaber Martin Purwin stammt aus einer Textiler-Familie. Schon sein Großvater handelte mit feinen Stoffen. "Im klassischen Sinne gehört das Hemd zur Unterwäsche", klärt uns Purwin auf.

Der Schnitt Unter fast alle Sakkos passen körpernahe Schnitte, deswegen gehören sie auch zu den Klassikern. Kräftigere Männer greifen manchmal zu Stangenware mit Rückenfalte - in der Hoffnung, dass das Hemd besser sitzt. Doch das kann es nicht mit einem maßgeschneiderten Modell auf sich nehmen, das wie angegossen sitzt. Das Material

In Sachen Material eignet sich immer noch der Klassiker: hochwertige Baumwolle. Bei Hemdenspezialisten wie Eterna, Eton und van Laack finden Sie eine runde Auswahl an feinen Baumwolltwills. Für exklusive Anlässe empfiehlt Purwin edle Pipe Plissees, wie bei Smokinghemden.

Als Qualitätsmerkmal für feine Fasern steht die Super 300. Je kleiner die Ziffer, desto minderwertiger ist die Faserqualität. In Ateliers wie von Purwin & Radczun können Sie aus über 600 Hemdenstoffen auswählen. Wem die Auswahl schwer fällt, dem rät der Profi, dass sich das Material vor allem nach der Jacke und natürlich dem Wetter oder der Jahreszeit richten sollte. Dünnerer Piqué passt im Sommer, ein festerer Oxford im Winter.

Sehr beliebt sind auch Chambray Hemden im Denim Look – nicht zu verwechseln mit einem schnöden Jeanshemd. Chambrays haben dank verschieden farbiger Fasern lediglich den Look, aber nicht den groben Griff von Jeans.

Deswegen kann man die feineren Chambray-Hemden nicht nur lässig zur Cocktail-Party tragen, sondern sogar im Job. Feine Hemden aus matter Waschseide sind noch um einiges schicker. Sie verleihen gerade eleganten Outfits den letzten modischen Schliff, verstehen sich aber auch mit kontrastreichem grobem Denim wunderbar. >>

Der Mann im Allgemeinen geht beim Hemd gerne auf Nummer sicher: "80 Prozent der Hemden sind weiß und blau", weiß der Fachmann. "Blau ist dabei eher eine Tagesfarbe und Weiß etwas förmlicher." 

Schwarz macht sich sehr gut zu helleren Anzügen. Gerade im Businessbereich sollten Sie bei Unis bleiben oder zu dezenten Mustern greifen. Pastellige schmale Streifen in Weiß und Blau lassen sich sehr gut kombinieren. "Das liegt ganz einfach an den Anzügen, da diese meist auch Blau sind." Purwin selbst empfiehlt auch gerne die blaue Anzug-Version, da sich damit am meisten machen lässt. Im Casual Bereich sind Karos und Tartans gefragt. Sie lassen sich hervorragend zu winterlichen Tweed-Sakkos und modischem Cord kombinieren. Betont modisch geben Sie sich mit floralen Paisley Mustern und hippen Digitalprints, wie Sie sie bei Etro und Eton finden. Sie verleihen Ihrem Party-Outfit ein modisches Update, sollten dafür beim Geschäftsessen oder einer Präsentation im Schrank bleiben.

Die Kragen-Formen

Gerade mit den Kragenformen kann jeder individuell spielen. Hier ist die Mode nicht mehr so streng. Gängige Formen wie den Kent- und Haifisch-Kragen hat wohl jeder im Kleiderschrank. Sie passen bei einem weißen Hemd zu beinahe jedem Anlass. Ein klassischer Kent-Kragen gilt als die wohl beste Business-Lösung. Der Button- und der Under-Button-Down-Kragen kommen eigentlich aus dem Sport. Er wurde hier mit Knöpfen fixiert, damit er beim Reiten nicht wegflog. Bis heute finden sich solche Elemente vor allem im coolen Ivy League Look mit dünnen Krawatten und aufgesetzten Brusttaschen. Einen solchen Kragen tragen Sie besser nur zu einem legeren Outfit. Elitäre Varianten wie der Vatermörder werden kaum noch gefragt, höchstens zum Smoking. Auch der Kläppchen-Kragen wird von vielen weggelassen, weil er als alt und verstaubt empfunden wird. Genau wie der Top-Hat und weiße Handschuhe, die eigentlich auch zum Frack gehören. Es mag manche erstaunen, aber Purwin selbst findet "einen einfachen weißen Kragen zum Frack oder Cutawy am besten".

Sollten Sie zu einem Staatsbankett geladen sein, oder bei der Silvester-Party den perfekten Gentleman abgeben wollen, dann wählen Sie jedoch die echte Variante (Und sollte in der Einladung bereits der Dresscode vorgegeben sein, lernen Sie hier, ihn zu entschlüsseln). Etwas hipper gibt sich der im Moment wieder angesagte Collar-Bar: Die elegante Metallstange, die beide Kragenspitzen verbindet, findet sich bei vielen Labels wie zum Beispiel Brioni oder Tom Ford. 

Wertvolle Handarbeit

Ein maßgefertigtes Hemd muss gar nicht teuer sein. Bei Maßschneidern starten die Preise bei 169 Euro. Unter anderem erkennt man Handarbeit an den sogenannten Neapolitanischen Ärmeln: An den Schultern, Manschetten und Rücken haben die Nähte beinahe kleine Fältchen, die der Laie wahrscheinlich für einen Verarbeitungsfehler halten würde. "Die Neapolitaner machen das sogar bei den Anzugärmeln", erläutert Purwin. "Die Neapolitanische Idee ist, dass die vermeintliche Unkorrektheit mehr Aufschluss über die Handarbeit geben kann".

Auch wenn das modische Slim-Fit-Hemd vom letzten Jahr noch so schön ist – passt es nicht mehr, muss ein neues her. Die Manschette sollte aus dem Sakko-Ärmel einen Zentimeter hervorschauen, nicht mehr und vor allem nicht weniger. "Man kann natürlich mit verrückten Mustern herausstechen", doch das ist eher Geschmackssache und muss vor allem zum Anlass passen. Bleiben Sie beim Hemd lieber overdressed als underdressed. Ein Button Down zum Smoking oder Frack geht gar nicht. Umgekehrt kann man ein edles Smokinghemd ohne Frage lässig zur Lieblingsjeans tragen.

Die richtige Pflege

"Hemden muss man reinigen, da führt kein Weg dran vorbei", so Purwin. Wer nicht bügeln kann oder mag, der gibt sein Hemd in die Reinigung. Doch Vorsicht: Hat Ihr Hemd feine Perlmuttknöpfe, dann sollte es von Hand gebügelt werden. Bei den oft verwendeten mechanischen Pressen brechen sie schnell. Ein knitterfreies Hemd klingt deswegen für die meisten verlockend. Auf die verwendete Chemie reagieren jedoch einige Menschen allergisch. Hier ist also Vorsicht geboten! Eine redaktionelle Auswahl modischer Hemden finden Sie auch in unserer Fotoshow.

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