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Darum lohnt sich Winterurlaub in deutschen Mittelgebirgen

dpa, Tom Nebe

12.12.2019Lesedauer: 4 Min.
Skilift am Seebuck, ein Vorberg des 1.493 Meter hohen Feldbergs im Schwarzwald: Rund um den Feldberg erschlie├čen 38 Lifte mehr als 60 Kilometer an Abfahrten.
Skilift am Seebuck, ein Vorberg des 1.493 Meter hohen Feldbergs im Schwarzwald: Rund um den Feldberg erschlie├čen 38 Lifte mehr als 60 Kilometer an Abfahrten. (Quelle: imagebroker/imago-images-bilder)
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Erzgebirge und Schwarzwald sind f├╝r die meisten Deutschen schneller zu erreichen als Hochgurgl oder Schladming. Trotzdem sehen viele einen Skiurlaub im Mittelgebirge nicht als echte Option ÔÇô zu Recht?

Winterurlaub in den deutschen Mittelgebirgen kommt f├╝r viele Skifahrer nicht wirklich in Frage. Wenig Pistenvielfalt, nicht schneesicher ÔÇô und ├╝berhaupt: Gipfel, die allenfalls die 1.000-Meter-Marke knacken? Langweilig!

Zugegeben, an manchen dieser Argumente ist etwas dran, andere aber sind leicht zu widerlegen, wie eine Umfrage in Wintersportregionen im Schwarzwald, im Hochsauerland, in der Rh├Ân, im Erzgebirge und im Bayerischen Wald zeigt. Sie belegt zugleich, dass ein Winterurlaub im Mittelgebirge unbestritten auch seine Vorteile bietet.

Mehr Pistenvielfalt als gedacht

Skiresorts mit Hunderten Pistenkilometern suchen Wintersportler in den deutschen Mittelgebirgen zwar vergeblich. Verstecken m├╝ssen sich viele Gebiete aber auch nicht: Rund um den Feldberg im Hochschwarzwald erschlie├čen 38 Lifte mehr als 60 Kilometer an Abfahrten. Das Skiliftkarussell Winterberg im Hochsauerland am Kahlen Asten ÔÇô 842 Meter hoch ÔÇô kommt auf eine ├Ąhnliche Kilometerzahl, die durchaus der eines mittleren Alpen-Skigebiets entspricht.

Am Fichtelberg bei Oberwiesenthal im Erzgebirge sind es 16 Kilometer Piste. Z├Ąhlt man den benachbarten Keilberg (Klinovec) in Tschechien dazu, erschlie├čt der Verbund zusammen immerhin 45 Pistenkilometer.

Bei der Mehrheit der Gebiete ist die Pisten├╝bersicht aber deutlich rascher studiert. An der Wasserkuppe in der hessischen Rh├Ân gibt es sechs Pisten mit insgesamt vier Kilometern L├Ąnge. Am 1.456 Meter hohen Gro├čen Arber im Bayerischen Wald sind es nach Angaben der ├Ârtlichen Bergbahn insgesamt 14 Kilometer. Immerhin: Die Palette reicht auch hier von leichten blauen bis zu schwierigen schwarzen Pisten. Wer ambitioniert unterwegs ist, erkundet solch ein Gebiet jedoch binnen eines halben Skitags ÔÇô und findet im Rest des Urlaubs nichts Neues.

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These: Schneesicherheit gibt es nicht

Das ist so pauschal falsch ÔÇô es kommt auf das Gebiet an. Die gr├Â├čeren Destinationen haben viel Geld in Beschneiungsanlagen investiert. Rund um Winterberg k├Ânnten knapp 500 Schneeerzeuger die Pisten in 48 bis 72 Stunden mit einer Schneedecke belegen, die rund 40 Zentimeter hoch ist, sch├Ątzt Tourismusdirektor Michael Beckmann.

Am Gro├čen Arber misst ein spezielles System die H├Âhe der Schneedecke auf drei Zentimeter genau ÔÇô so k├Ânnen die Betreiber bei Bedarf rasch reagieren und zum Beispiel Schnee verschieben. Damit sei das Skigebiet am h├Âchsten Berg im Bayerischen Wald in den vergangenen Jahren durchschnittlich auf mehr als 100 Betriebstage gekommen.

Am Feldberg, wo Betreiberangaben zufolge rund 30 Prozent der Pisten beschneit werden k├Ânnen, l├Ąuft die regul├Ąre Saison von Mitte Dezember bis Mitte April. In Winterberg sei in den vergangenen 15 Jahren fast jede Saison das Ziel von 80 bis 90 Betriebstagen erreicht oder gar deutlich ├╝berschritten worden, trotz schwankender Temperaturen im Winter, berichtet Beckmann.

Am Fichtelberg, dem mit 1.215 Metern h├Âchsten Gipfel Sachsens, kann von Anfang oder Mitte Dezember bis Ende M├Ąrz dank Beschneiung und eines zuverl├Ąssigen Anteils an Naturschnee der Skibetrieb gesichert werden, wie der ├Ârtliche Lift- und Seilbahnbetreiber angibt.

Auch an der Wasserkuppe sorgt Beschneiungstechnik f├╝r einen konstanten Betrieb, auch wenn der Schnee von oben ausbleibt, wie Susanne M├Âller von der Betreibergesellschaft Wiegand Erlebnisberge erkl├Ąrt. Dank des k├╝nstlichen Schnees komme man auf rund 80 bis 100 Tage Winterbetrieb pro Saison ÔÇô "ohne k├╝nstliche Beschneiung w├╝rden wir h├Âchstens zwei Wochen im Jahr ├Âffnen k├Ânnen."

Die N├Ąhe ist der gro├če Trumpf

Das ist unbestritten ein Riesenvorteil. Der Weg von Berlin ins Erzgebirge, von Hamburg in Richtung Harz oder von K├Âln ins Sauerland ist sehr viel k├╝rzer als die Strecke in die Alpen. Auch das Verkehrsaufkommen und die Staugefahr seien wesentlich geringer, erkl├Ąrt Andreas Stadler von der Arber-Bergbahn. Das macht die Mittelgebirgsgebiete zum Ziel f├╝r Kurzurlaube und Wochenendausfl├╝ge.

Der Urlaub ist vergleichsweise g├╝nstig

Ein Argument, das in der Umfrage von fast allen Skigebieten genannt wurde. Verglichen mit alpinen Top-Skigebieten kostet der Skipass sicherlich weniger. Nach Angaben des Portals "Snowplaza.de" k├Ânnen Wintersportler in kleineren deutschen Gebieten bei anfallenden Posten wie Skischule, Unterkunft und Skiverleih teils mehr als 70 Prozent einsparen im Vergleich zu gro├čen Skiresorts in ├ľsterreich.

Zwischen den einzelnen Liftbetreibern in den Mittelgebirgen sind die Preisunterschiede aber ebenfalls gro├č, zeigt ein stichprobenartiger Vergleich von Sechs-Tages-Skip├Ąssen: Hierf├╝r zahlen Wintersportler im Liftverbund Feldberg im Schwarzwald 180 Euro (sechs aus acht Tagen), am Gro├čen Arber 154 Euro und im Skiliftkarussell Winterberg 136 Euro. In der Ski- und Rodelarena Wasserkuppe gibt es Tageskarten f├╝r 17 Euro, w├Ąhrend sie am Fichtelberg f├╝r Erwachsene 26 Euro kosten.

F├╝r Familien sind die Gebiete ideal

Die Pisten sind k├╝rzer, die Gebiete ├╝bersichtlicher: Wer mit kleineren Kinder in den Winterurlaub f├Ąhrt, sieht das sicher als Vorteil. Und viele Betreiber betrachten Familien als wichtige Zielgruppe. Insofern steckt hinter dieser These viel Wahres.

So wartet zum Beispiel der Gro├če Arber mit einem Kinderland mit vier Zauberteppichen auf ÔÇô so werden die Laufb├Ąnder genannt, auf denen Skianf├Ąnger einfacher als mit Schlepp- und Sesselliften den Berg hinauf kommen. Au├čerdem befinden sich im Gebiet f├╝nf Skischulen, f├╝r Kinder stehen W├Ąrmer├Ąume zur Verf├╝gung. Die Fichtelberg-Schwebebahn verweist ebenfalls auf breite, familienfreundliche Pisten.

Meist geht es in den Gebieten auch nicht nur um Abfahrtski und Snowboard. Die Destinationen setzen auch auf Langl├Ąufer, Winterwanderer und Rodler, was sich im Angebot widerspiegelt. Am Feldberg etwa gibt es ein Netz von 120 Kilometer Loipen, rund um Winterberg sind es bis zu 150 Kilometer. Und im gesamten Bayerischen Wald sind es rund 2.000 Kilometer, die Langl├Ąufer erkunden k├Ânnen.

Was alle f├╝nf Destinationen gemeinsam haben: lange Rodelbahnen f├╝r Schlitten-Fans. Am Fichtelberg zum Beispiel misst sie 1,8 Kilometer.

Fazit: F├╝r einen Winterurlaub im Mittelgebirge sprechen viele gute Gr├╝nde. Lange Abfahrten von hohen Bergen gibt es zwar nicht, daf├╝r aber sind die Kosten vergleichsweise g├╝nstig und die Anreise ist in aller Regel wesentlich k├╝rzer als in die Alpen. Verschiedene Gebiete bieten zudem solide Schneesicherheit und ordentliche Pistenvielfalt.

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