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Sète: Wo sich einst Piraten versteckten

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Sète: Wo sich einst Piraten versteckten

26.04.2011, 15:35 Uhr | dpa-tmn

Sète: Wo sich einst Piraten versteckten. Sète - das kleine Venedig. (Foto: imago)

Sète - das kleine Venedig. (Foto: imago)

"Ich lebte im Wasser" schrieb einst der französische Dichter Paul Valéry in einem seiner Gedichte über Sète in Südfrankreich. Ein Blick vom Mont St. Clair genügt, um die Bedeutung seiner Worte vollständig zu erfassen: Sète ist umringt vom Meer und dem "Étang de Thau", einem Binnenmeer, das nur durch einen schmalen Sandstreifen vom Mittelmeer getrennt ist. Bewundern Sie die unbekannte Stadt auch in unserer Foto-Show.

Der Sonnenkönig legte den Grundstein

Als Ludwig XIV. im Jahr 1666 Sète zum Hafen und Ankerplatz für seine Galeeren erklärte, konnte der Sonnenkönig nicht ahnen, dass er den Grundstein zu einem Klein-Venedig des Languedoc legen würde. Der Ort am Mittelmeer, der zu königlichen Zeiten "Sette" geschrieben wurde, hat weniger Brücken als die italienische Lagunenstadt, aber keine Stadt in Südfrankreich ist von so vielen Wasseradern durchzogen und hat so viel italienisches Altstadtflair wie Sète.

Ein Lied für einen Strand

Schon der französische Chansonnier und berühmte Sohn der Stadt, Georges Brassens, besang den zwölf Kilometer langen Strand. Es gibt eine Felsenbucht, die das Meer überragt, und Fischkutter, die mit Schwärmen von Möwen im Schlepptau in den Hafen einfahren. Dieses Schauspiel ist nirgendwo besser zu sehen als vom Mont St. Clair aus, mit 183 Metern der höchste Punkt von Sète. In grauer Vorzeit flüchteten sich Piraten auf den Stadthügel. Bis heute ist er nicht nur wegen seines Blicks über die gesamte Küste des Languedoc und die Pyrenäen sehenswert.

    Ruhe in Frieden mit Blick auf das Meer

    Hier in Sète liegt einer der bekanntesten Friedhöfe Frankreichs neben dem Pariser "Père Lachaise", der "cimetière marin". Dank seines Blicks auf das unendliche Blau ist er in die Weltliteratur eingegangen. "Das Meer, das Meer, ein immer neues Schenken! O, die Belohnung nach dem langen Denken. Ein langes Hinschaun auf der Götter Ruhn!", schrieb Valèry in seinem Gedicht "Friedhof am Meer", das Rainer Maria Rilke ins Deutsche übertragen hat. Im Herzen der rund 42.000 Einwohner zählenden Stadt liegen der Hafen und der "Canal Royal", der Königskanal. Ab 3 Uhr morgens herrscht dort reges Treiben, Sète ist der wichtigste Fischereihafen an der französischen Mittelmeerküste: Zwischen dem Fischauktionshaus "Criée aux poissons" nahe der 650 Meter langen "Mole Saint-Louis" und der Brücke "pont de la savonnerie" werden täglich Sardinen, Makrelen und Thunfisch verkauft.

    Die Zeit steht still

    In "La Pointe Courte", dem Stadtviertel der Lagunenfischer, scheint die Zeit stillzustehen: bescheidene Häuser stehen eng nebeneinander, Fischernetze hängen wie graue Schleier über den getrockneten Weidenstämmen. Viele Sèter Fischer stammen aus Italien, vor allem aus Cetara, einem kleinen Fischerdorf in der Nähe von Neapel. Ihre Tradition und Brauchtum haben sie bis heute behalten. Berühmt sind die Schifferstechen, Wettkämpfe zwischen zwei Bootsmannschaften. Die bunten und sportlichen Bootskämpfe finden zu den Klängen von Oboen und Trommeln an den Ufern des königlichen Kanals statt. Dort reihen sich auch die Restaurants aneinander, die die Spezialitäten der Sèter Küche anbieten: von den berühmten Bouzigues-Austern bis hin zu Fischgerichten wie "Bourride de baudroie", Seeteufel mit kräftiger Knoblauchmayonnaise, und "Rouille de seiche", flambierter Tintenfisch mit Tomatensoße.

    Weitere Informationen

    Atout France, Französische Zentrale für Tourismus, www.franceguide.com oder die deutschsprachige Webseite von Sète


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