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Italienische Insel: Giglio ist viel mehr als nur die "Concordia"


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Giglio ist viel mehr als nur die "Concordia"

dpa, Hanns-Jochen Kaffsack

Aktualisiert am 14.10.2013Lesedauer: 4 Min.
Das Wrack der "Concordia" vor der Insel Giglio
Das Wrack der "Concordia" vor der Insel Giglio (Quelle: imago-images-bilder)
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Insider kannten die italienische Insel Giglio schon vor dem Schiffbruch der "Costa Concordia". Das Wrack brachte der Insel traurigen Ruhm. Dabei sollte die Welt sie der idyllischen Ruhe, des glasklaren Wassers und der kleinen Sandbuchten wegen kennen. Sehen Sie die schöne Insel auch in unserer Foto-Show.

Als sich die Fähre nach einer Stunde dem kleinen Hafen mit der mediterran-farbigen Häuserzeile nähert, hat kaum ein Passagier einen Blick für das Inselrelief. Alle sind auf Steuerbord, halten erwartungsvoll Smartphone oder Kamera hoch. Denn dort liegt das Wrack der "Costa Concordia", unübersehbarer Schandfleck des Eilands und Symbol für das aus dem Ruder gelaufene Krisenland Italien. Dort liegt aber noch etwas: Giglio selbst, eine der sieben Inseln des toskanischen Archipels, die man die "schönsten Kinder der Toskana" nennt.

Weinberge machen Wrack vergessen

Im Hafen stehen zwei auffallende kleine Leuchttürme in Grün und Rot und ein wuchtiger Sarazenenturm. Hinter der Mole ist die Zeile der ein wenig an Saint-Tropez erinnernden Häuser zu erkennen, die in schöner Abwechslung in all den warmen Farben des Südens gestrichen sind. Ein Bild, das einstimmt auf das, was die östlich von Korsika gelegene Isola del Giglio zu bieten hat - wenn das inzwischen aufgerichtete Wrack des Kreuzfahrtriesen aus dem Blickfeld verschwunden ist.

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Von Giglio Porto aus führt der Weg auf kurvigen Straßen über die Granithügel zur westlichen Inselseite. Vorbei an kleineren, in traditionellen Steinterrassen angelegten Weinbergen führt die Fahrt der Bucht von Giglio Campese entgegen. Und das Wrack ist wie vergessen.

Eiland hat nur 1600 Einwohner

Oben auf dem Berg thront Giglio Castello, der dritte Ort auf der nur 21 Quadratkilometer großen Insel. Das Eiland hat 1600 Einwohner, davon sind einige Hundert Wahl-Insulaner. Unterhalb des kleinen Ortes liegen die anmutig geschwungene Bucht und das smaragdgrüne, klare Meer, das hier ein Paradies für Sporttaucher ist. Und über dieses Paradies kam der Schiffbruch wie ein Sündenfall.

In der Bucht von Giglio Campese dümpelt gerade ein Dreimaster, ein paar Segelboote zeichnen sich vor der untergehenden Sonne ab. Linkerhand ragt ein bizarrer Felsen aus dem Wasser, der so wirkt, als habe eine Gigantenhand ihn aus Thailand hierher verpflanzt. Spektakulär wäre das falsche Wort, um diesen Ort zu beschreiben. Er lädt eher dazu ein, es sich gemütlich zu machen.

Eines der schönsten Dörfer Italiens

Hotelchef und Insulaner Mario Feri stöhnt zwar über den Medienrummel, den Kapitän Francesco Schettino mit seiner schwimmenden Kreuzfahrt-Stadt über sein Insel-Juwel gebracht hat. Er sagt jedoch auch: "In 200 Jahren entdeckt man vielleicht noch irgendwo eine Notiz von dem, was hier geschehen ist." Zeit heilt Wunden, in der Welt passiert viel Schlimmes.

Frühstück am Strand von Giglio Campese: Die Sonne hat sich über den Berg gewagt und bescheint den imposanten Torre di Vendetta (Turm der Rache). Danach geht es hoch zum wuchtigen Kastell, Schmuckstück von Giglio Castello, das sich "uno dei più belli borghi d'Italia" rühmen darf, eines der schönsten Dörfer von Bella Italia. Heimelige, winzige Sandbuchten, umrahmt von Felsen, dicht bewaldete Bergkuppen und im Frühjahr eine Vegetation, die mit Farben und aromatischen Gerüchen besticht.

Panoramablick von Giglio Castello

Bei der Panoramasicht von Giglio Castello spielt das glitzernde Mittelmeer die Hauptrolle. Im Dunst ist Elba zu erkennen, die größte der "schönsten Kinder der Toskana", aber auch die Insel Montecristo und das Festland mit seinem beeindruckenden Monte Argentario. Ruhig ziehen ein paar Segler dahin. Wer sich nicht ins Wasser stürzt, der nutzt am besten das kleine Netz der Wanderwege, das auch in den menschenleeren Süden Giglios führt, nach Punta del Capel Rosso mit seinem rot-weiß gestreiften Leuchtturm.

Der Insulaner Mario erzählt gern von einem gewissen Signore aus Cascina nahe Pisa, der seit mehr als drei Jahrzehnten auf die Insel kommt und sich jedes Mal aufregt, weil dieses nicht in Ordnung ist oder jenes falsch läuft auf Giglio - um sich schließlich seufzend zu ergeben: "Eh, si, die Insel ist wie eine überaus schöne Frau voller Fehler: Man kennt sie, man leidet an ihr, man hat sich aber in sie verliebt." Und dann bucht er bereits für das nächste Jahr. Weil er von den Reizen dieses insularen Kleinods nicht loskommt, das ungewollt weltweit Negativschlagzeilen gemacht hat, ohne sie zu verdienen.

"Concordia" soll 2014 verschwinden

Warten auf die Fähre für das Festland in Giglio Porto: Hier hat sich das Schreckliche zugetragen, hier hat sich der ganze Rummel der Medien abgespielt, hier arbeiten Hunderte Bergungsspezialisten, um den Schandfleck 2014 wegschaffen zu können - am besten vor Beginn des Sommers, damit nicht noch eine dritte Saison im Schatten der "Costa Concordia" steht. In der kleinen Kirche des Hafenortes wird weiter zum Gebet für die 32 Opfer des Schiffbruchs aufgerufen, die Bergungsleute des amerikanisch-italienischen Konsortiums bevölkern noch die Hafenzeile mit den kleinen Restaurants. Daneben liegen die Läden, die Honig von Giglio verkaufen oder auch den raren und darum teuren Wein ihrer Insel. Wenn die Fähre ablegt, bleibt eine Insel zurück, die ihre Normalität zurückwill.

Weitere Informationen

Anreise: Die Insel erreichen Touristen mit einer Fähre vom Hafen Porto Santo Stefano aus. Der nächste Bahnhof ist Orbetello Monte Argentario. Von dort gibt es Shuttelbusse. Die nächsten Flughäfen sind Pisa, Roma Fiumicino und Roma Ciampino.

Mobilität: Auf der Insel nutzen Urlauber am besten Taxen oder Busse. Sie können auch Motorroller oder Autos mieten.

Informationen: Tourismusbüro der Insel Giglio, Via Provinciale 9, 58012 Giglio Porto (Tel.: 0039/0564 809 400, E-Mail: info@isoladelgiglio.it).

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