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In diesem Brunnen landet jährlich eine Million Euro

Von dpa
Aktualisiert am 08.06.2016Lesedauer: 2 Min.
Einmal in der Woche wird der Trevi-Brunnen abgelassen und Arbeiter kehren die Münzen zusammen. Im Jahr kommen die gesammelten Geldstücke auf einen Wert von mehr als einer Million Euro.
Einmal in der Woche wird der Trevi-Brunnen abgelassen und Arbeiter kehren die Münzen zusammen. Im Jahr kommen die gesammelten Geldstücke auf einen Wert von mehr als einer Million Euro. (Quelle: dpa-bilder)
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Erst Ende 2015 eröffnete eines der Wahrzeichen Roms, der Trevi-Brunnen, nach einer umfangreichen Restaurierung wieder. Seitdem kommen unzählige Besucher. Sie werfen im Sekundentakt Geldstücke in den Brunnen - das soll Glück bringen. Bislang geht das Geld an Wohltätigkeitsorganisationen. Doch das könnte sich in Zukunft ändern.

Einmal die Woche gurgelt das türkisblaue Wasser aus dem Trevi-Brunnen. Zurück bleibt das leere Becken, in dem mehrere mit Besen ausgerüstete Arbeiter zentnerschwere Geldmünzen zusammenschieben - unter den Augen tausender Touristen.

Geld geht bislang an die römische Caritas

Ob Euro, Dollar, Pfund oder Yuan, die Vielfalt der Währungen beweist, wie beliebt der Brunnen in aller Welt ist. Die stolze Summe von über einer Million Euro fischt die Stadt Rom dort jährlich heraus, gibt die römische Caritas an. Das Geld geht bislang an die Wohltätigkeitsorganisation.

"Wir helfen bedürftigen Familien, geben Gelder für die Obdachlosentafel, und die Renovierung von Aufnahmestellen für Obdachlose sowie für HIV-Infizierte", sagt der Sprecher der katholischen Hilfsorganisation, Alberto Colaiacomo. Jedoch können nur die Münzen der "gängigen Währungen" sofort eingesetzt werden. "Die anderen Geldstücke, etwa aus China, werden über einen längeren Zeitraum gesammelt und dann in der jeweiligen Botschaft umgetauscht."

Gerüchte: Stadt will Geld anders verwenden

Die derzeitige Vereinbarung läuft noch bis Ende 2017. Anfang des Jahres gab es Gerüchte, wonach die Stadt das Geld in Zukunft für eigene Zwecke verwenden möchte. "Keine Münzen mehr für die Armen. Die Stadt Rom möchte das Geld aus dem Trevi-Brunnen jetzt selbst haben", titelte die Zeitung "La Stampa" im Februar. Die Einnahmen könnten dann beispielsweise für die Renovierung antiker Bauwerke verwendet werden, hieß es. Die Stadtverwaltung dementierte jedoch.

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Jetzt müssen die Karten noch einmal neu gemischt werden, denn vor wenigen Tagen haben in Rom die Bürgermeisterwahlen stattgefunden. Ein Sieger wird erst bei einer Stichwahl am 19. Juni zwischen den Kandidaten der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung (M5S) und der Demokratischen Partei (PD) ermittelt. "Der neue Bürgermeister wird darüber entscheiden müssen, was ab 2018 mit den Einnahmen aus dem Trevi-Brunnen passiert", so der Caritas-Sprecher. Dieser dürfte aber angesichts der zahlreichen Probleme der Ewigen Stadt - von Korruption über Smog bis hin zum Verkehrschaos - zunächst dringlichere Themen auf der Agenda haben.

Geldwurf soll Glück bringen

Der Grund für den Geldsegen im Trevi-Brunnen: Der Legende nach soll es Glück bringen, eine Münze mit der rechten Hand über die linke Schulter in das Wasser zu werfen - und dem Besucher zudem garantieren, irgendwann in die Ewige Stadt zurückzukehren.

"Ich mache das, weil das Glück bringen soll. Aber warum das so ist, das weiß ich auch nicht", sagt Sabine aus Dortmund. Mühsam hat sie sich bis zum Brunnenrand vorgekämpft, neben ihr holen Menschen aus Japan, China und den USA ebenfalls zum großen Wurf aus.

Angesichts der Menschenmassen, der billigen Touristenstände und der fliegenden Händler hat die Attraktion jedoch viel von ihrem Charme eingebüßt - dabei erstrahlt sie seit Ende 2015 nach 17-monatiger Renovierung, die vom Modehaus Fendi finanziert wurde, wieder in herrlichem Weiß. "Man kann es gar nicht richtig genießen, geschweige denn Fotos machen", sagt die 26-jährige Isabel aus Essen enttäuscht. Aber immerhin - die Kasse klingelt.

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