• Home
  • Leben
  • Reisen
  • Europa
  • Spanien
  • Terror in Spanien: Urlaubsland steht unter Schock - Deutsche betroffen


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild für einen TextGerhard Schröder – kein SPD-Rauswurf Symbolbild für einen TextStaatsanwalt ermittelt gegen SchlesingerSymbolbild für einen TextGasspeicher füllen sich schnellerSymbolbild für einen TextSo berechnen Sie die Grundsteuer neuSymbolbild für ein VideoSpektakuläre Entdeckung in TempelSymbolbild für einen TextKönigin Letizia zeigt BeinSymbolbild für einen TextSonya Kraus zeigt sich im BikiniSymbolbild für einen TextNationalspieler verlängert VertragSymbolbild für einen TextDschungelcamp-Star ist vergebenSymbolbild für einen TextTelekom verschenkt Streaming-JahresaboSymbolbild für einen TextJunge verschwindet mit 9-Euro-TicketSymbolbild für einen Watson TeaserBundesliga-Klub liebäugelt mit PSG-Star

Ein Urlaubsland steht unter Schock

dpa, Jan-Uwe Ronneburger

Aktualisiert am 18.08.2017Lesedauer: 4 Min.
Polizisten sichern am 18.08.2017 den Bereich auf der Flaniermeile Las Ramblas in Barcelona (Spanien), auf dem Tags zuvor ein Lieferwagen in eine Menschenmenge gefahren war.
Polizisten sichern am 18.08.2017 den Bereich auf der Flaniermeile Las Ramblas in Barcelona (Spanien), auf dem Tags zuvor ein Lieferwagen in eine Menschenmenge gefahren war. (Quelle: Manu Fernandez/dpa-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Es sind Bilder, die die Menschen in Spanien wohl nicht mehr vergessen werden. Ein Lieferwagen rast in Barcelona in die Menge, viele Menschen sterben. Wenig später werden 100 Kilometer entfernt fünf mutmaßliche Terroristen erschossen.

Das sonnige Spanien galt Millionen Touristen aus dem eher verregneten Norden Europas als verlockendes und vor allem sicheres Urlaubsziel. Keine politischen Unruhen oder gar Terroranschläge wie in der Türkei, Ägypten und Tunesien. Bis Donnerstagnachmittag, als ein junger Mann mit einem Miettransporter auf der Flaniermeile Las Ramblas in Barcelona mindestens 13 Menschen mit voller Absicht totfuhr und etwa 90 weitere zum Teil schwer verletzte. Nur wenige Stunden später werden in der Stadt Cambrils rund 100 Kilometer südwestlich von Barcelona fünf mutmaßliche Terroristen von der Polizei erschossen.

Auch Deutsche betroffen

Binnen Sekunden verwandelte sich die Prachtmeile mit ihren mondänen Geschäften und schattigen Straßencafés in einen Ort des Grauens. Passanten wurden von der Wucht des Aufpralls durch die Luft geschleudert, Tote und Verletzte lagen auf dem Boden und Menschen liefen schreiend um ihr Leben, Bruchteile von Sekunden entschieden über Tod oder Leben. "Da lagen Menschen auf dem Pflaster, blutüberströmt, ich weiß nicht, ob sie noch lebten", erzählt eine junge Deutsche, die ihren Namen nicht nennen mag. Der Schock ist ihr ins Gesicht geschrieben, der Ausdruck starr und ungläubig.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Weltmeister Lahm fliegt nicht zur WM nach Katar
Philipp Lahm: Der Ex-Fußballer und Weltmeister von 2014 ist Turnierdirektor der EM 2024.


Spanien steht unter Schock

Geschockt ist auch die ganze bisher so entspannte und in sich selbst ruhende Stadt. "Wie kann man so viel Hass in seinem Kopf haben, dass man Kinder überfährt, wofür wollte er sich denn rächen?", fragt Lorenzo und hebt hilflos die Arme. "Was immer dem Typen in seinem Leben widerfahren sein mag, so eine Tat ist einfach nicht zu verstehen." Mit seiner Frau wartet er seit Stunden darauf, wieder in seine Wohnung direkt am Ort des Anschlags gehen zu dürfen.

Chaos rund um Barcelona

"Es ist noch nicht sicher", wiederholen Polizisten auch nach Mitternacht noch gebetsmühlenartig, wenn sie Hunderte Anwohner und Touristen an den weiträumigen Absperrungen rund um den Anschlagsort stoppen. Der Todesfahrer, der nach seiner Bluttat zu Fuß flüchtete, ist noch nicht gefasst. Und südlich von Barcelona werden bei einer Polizeiaktion fünf mutmaßliche Terroristen getötet. Zehntausende Autofahrer sitzen auf allen Ausfallstraßen bis zu vier Stunden in kilometerlangen Staus, weil die Polizei an hastig errichteten Straßensperren Auto für Auto filzt.

Polizisten und Hotelangestellte ziehen mit Gruppen verunsicherter Urlauber durch die nächtlichen Straßen rund um den Anschlagsort, um ihnen sicheres Geleit zu ihren Hotels zu geben. Immer wieder versuchen einzelne, trotz der Flatterbänder durchzukommen, werden aber von energischen Polizisten verscheucht.

"Es ist eine große Tragödie"

"Es sind nur 18 Meter bis zu unserem Hotel", sagt Juri aus dem russischen Krasnodar entnervt. "Aber sie lassen uns einfach nicht durch, immer wieder heißt es, vielleicht in zehn Minuten", erzählt er. "Es ist eine große Tragödie, so wie der U-Bahnanschlag in St. Petersburg. Wirklich sicher ist man nirgendwo mehr, es ist einfach eine Frage des Glücks", sagt Juri und wartet weiter vor dem Flatterband der Polizei. Überall sitzen und stehen Grüppchen von Menschen, diskutieren oder starren auf die gespenstische Szenerie.

Überall sitzen Menschen. Sie warten darauf, Las Ramblas wieder betreten zu können.
Überall sitzen Menschen. Sie warten darauf, Las Ramblas wieder betreten zu können. (Quelle: Stringer/Reuters-bilder)

Manche halten sich einfach nur fest in den Armen. Selbst Polizisten mit Maschinenpistolen legen verschreckten Passanten schon mal den Arm um die Schulter. Noch immer jaulen Krankenwagen an Schaulustigen vorbei, Blaulicht zuckt durch die Nacht. Ansonsten ist die Stadt ungewöhnlich leer, die Menschen haben sich in den Schutz ihrer Häuser zurückgezogen, Straßenfeste wurden abgesagt.

Polizeieinsatz im Touristenort Cambrils

Im katalanischen Touristenort Cambrils sind Polizisten wenig später im Einsatz. Fünf mutmaßliche Terroristen werden erschossen. Sieben Menschen werden verletzt, zwei davon schwer, wie der katalanische Zivilschutz berichtet. Die Ermittler gehen davon aus, dass es einen Zusammenhang zwischen den Taten in Barcelona und Cambrils gibt. Möglicherweise wollten die mutmaßlichen Terroristen den Anschlag auf der Touristenmeile Las Ramblas nachahmen.

Polizisten stehen am 18.08.2017 in Cambrils (Spanien) neben einem auf dem Dach liegenden Auto, an der Stelle wo fünf Terroristen abgefangen wurden. In dem Badeort rund 100 Kilometer südwestlich von Barcelona erschossen die Einsatzkräfte in der Nacht zu Freitag fünf mutmaßliche Terroristen.
Polizisten stehen am 18.08.2017 in Cambrils (Spanien) neben einem auf dem Dach liegenden Auto, an der Stelle wo fünf Terroristen abgefangen wurden. In dem Badeort rund 100 Kilometer südwestlich von Barcelona erschossen die Einsatzkräfte in der Nacht zu Freitag fünf mutmaßliche Terroristen. (Quelle: Emilio Morenatti/dpa-bilder)

Selbst, wer den Schrecken in Barcelona nicht unmittelbar erlebt hat, ist sehr verstört und verunsichert. "Ich kam gerade mit Freunden, die ein Baby dabei hatten, von einer Wohnungsbesichtigung", erzählt die Katalanin Sandra. Plötzlich sei ihnen ein Mann mit einem von Panik völlig entstellten Gesicht entgegengelaufen und habe gebrüllt: "Ein Terroranschlag". Die Menschen seien durcheinander gerannt, hätten sich in Läden und Restaurants geflüchtet. "Man weiß ja am Anfang gar nicht, was passiert ist, wo die Gefahr auf einen lauert, und mit einem Baby fühlt man sich noch verwundbarer", sagt die Frau.

"Nur 20 Minuten vorher waren wir da, wo der Anschlag war"

Auch Judith und Augusto warten an einer Absperrung darauf, endlich in ihr Hotel zu dürfen. Sie sitzen auf dem Kantstein und sind froh, noch am Leben zu sein. "Nur 20 Minuten vorher waren wir da, wo der Anschlag war", erzählt die junge Mexikanerin.

"Wir sind ja viel Gewalt gewöhnt, Entführungen, Schießereien zwischen Drogenbanden, Auftragskiller und so, aber solche Anschläge wie hier gibt es in Mexiko nicht", sagt sie kopfschüttelnd. "Wir sind extra nach Spanien gekommen, um endlich mal in Ruhe Urlaub zu machen und nun dies", meint ihr Begleiter. "Und wo kann man denn nun noch sicher sein", fragt Judith. "Vielleicht auf dem Mond", antwortet sie sich selbst und zeigt auf den dunklen Himmel. Dort aber ist noch kein Mond zu sehen. Erst später taucht er über dem Horizont auf. Eine schmale, scharfe Sichel.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
  • Jennifer Buchholz
Von Jennifer Buchholz
BarcelonaEuropaPolizeiSpanienTunesienTürkeiÄgypten
Ratgeber

t-online - Nachrichten für Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlängerung FestnetzVertragsverlängerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website