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Darum verbietet Hawaii bald einige Sonnecremes

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Hawaii verbietet bestimmte Cremes  

Sonnenmilch im Meerwasser tötet Korallenriffe

13.05.2018, 10:10 Uhr | dpa, t-online.de, az

Darum verbietet Hawaii bald einige Sonnecremes. Korallenriff (Quelle: Getty Images/prasit chansarekorn)

Ein (noch) buntes Korallenriff: Sonnencreme, die beim Baden ins Meerwasser gelangt, kann das empfindliche Ökosystem schädigen. (Quelle: prasit chansarekorn/Getty Images)

Sonnenmilch soll die Haut des Menschen vor Sonnenbrand schützen – für Korallen kann sie jedoch äußerst schädlich sein. Denn darin enthaltene Stoffe lassen sie ausbleichen – ein Todesurteil. Deshalb hat Hawaii nun ein Gesetz verabschiedet, das Cremes, die sogenannte Oxybenzone und Octinoxate enthalten, verbietet.

Sonnencreme gefährdet Korallenriffe, da die darin enthaltenen UV-Filter Oxybenzon und Octinoxat sie ausbleicht – und somit absterben lässt. Auch für den Menschen sind die Chemikalien umstritten: Sie sollen hormonell wirken, Allergien begünstigen und sind laut dem Nachhaltigkeitsportal "Utopia" sogar in Muttermilch und im Körper von Fischen nachweisbar sein.

Nun hat Hawaii als erster US-Bundesstaat ein Gesetz verabschiedet, das Sonnenmilch, die die chemischen UV-Filter enthalten, verbietet. Es soll 2021 in Kraft treten. Bereits 2017 hieß es in einem Gesetzesentwurf, die Korallenbleiche habe ein "nie zuvor dagewesenen Ausmaß" erreicht. Korallenriffe sind Lebensraum vieler Fische, Schalentiere und Pflanzen.

Sonnenmilch im Meerwasser tötet Korallenriffe

Dass Sonnenmilch für Korallensterben mitverantwortlich ist, ist jedoch schon lange bekannt. In einer von der EU-Kommission in Auftrag gegebenen Studie kamen Meeresbiologen unter der Leitung des Forschers Roberto Danovaro von der Universität Ancona bereits 2008 zu dem Ergebnis, dass der Sonnenschutz die Korallen ausbleichen lässt. Für die Nesseltiere ist das tödlich.

Die italienischen Experten gaben in verschiedenen Weltregionen drei verschiedene Marken von Sonnencreme ins Meerwasser, um deren Folgen für die Vegetation zu prüfen. Die Versuche wurden in Mexiko, Indonesien, Thailand und Ägypten unternommen. Die Ergebnisse waren verheerend.

"Nach 96 Stunden war die Bleiche komplett"

"Selbst in kleinsten Mengen verursachte der Sonnenschutz innerhalb von 18 bis 48 Stunden das Auftreten eines Schleims aus Algen und Korallenpartikeln; nach 96 Stunden war die Bleiche komplett", hieß es in der Studie damals. Auch könnten die Bestandteile der Lichtschutzfilter das Auftreten von Virusinfektionen begünstigen, ein Phänomen, das auch bei Insektenvernichtungsmitteln, Mineralöl und anderen Produkten festgestellt worden sei.

Die Korallen bleichen seit 30 Jahren ohnehin vermehrt aus. Die Hauptgründe dafür sind die Klimaerwärmung und die Umweltverschmutzung. Korallenriffe gehören zu den produktivsten Ökosystemen des Planeten. Sie tragen direkt und indirekt zur Lebensgrundlage für eine halbe Milliarde Menschen bei. Viele leben von der Schmuckherstellung aus Korallen. Die Riffe bieten aber auch Brutstätte für viele Meeresbewohner. Mehr als 60 Prozent der weltweiten Riffe sind jedoch bedroht. In einigen Naturschutzgebieten wurde Sonnenschutz wie nun in Hawaii bereits vor Jahren verboten, zum Beispiel in Tulum und am Strand von Yucatan in Mexico ist daher nur noch biologisch abbaubare Sonnenmilch zugelassen.

Alternative für Mensch und Umwelt: mineralische Sonnencremes

Die bessere Alternative sind Sonnencremes mit mineralischem UV-Filter. Diese enthalten etwa Titanoxid und Zinkoxid, die im Gegensatz zu herkömmlicher Sonnenmilch nicht in die Haut eindringen, sondern eine Schutzschicht bilden, die die UV-Strahlen reflektieren wie Spiegel. Sie enthalten zudem kein Mikroplastik.

Verwendete Quellen:
  • dpa
  • Utopia
  • Gesetzesentwurf
  • eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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