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Whale Watching in Kanada: Wo ist der Wal?

Whale Watching in Kanada: Wo ist der Wal?

04.10.2011, 13:59 Uhr | Karsten-Thilo Raab/srt

Whale Watching in Kanada: Wo ist der Wal?. In Kanada können Sie Whale-Watching-Touren buchen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

In Kanada können Sie Whale-Watching-Touren buchen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

An Bord der Dufour herrscht eine Aufregung wie bei einem Kindergeburtstag. Und dies, obwohl während der knapp dreistündigen Tour im Sankt-Lorenz-Strom eigentlich kaum etwas passiert. Die meiste Zeit schauen die Gäste an Bord gebannt auf die Wellenkämme. Immer verbunden mit der Hoffnung, Mobby Dick zum Greifen nahe zu sehen. Klicken Sie sich auch durch unsere Foto-Show.

Madeleine, die neben dem Steuer des Kapitäns mit geschultem Auge Ausschau hält, lässt die Passagiere wissen, wenn sie einen Wal erspäht. Zwischendurch informiert sie per Lautsprecher über die Lebensweise der Säugetiere und die Eigentümlichkeiten des mächtigen Flusses. Doch die überaus spannenden Fakten versinken fast ungehört in den Fluten des Sankt-Lorenz-Stroms.

Infos während Wartezeit

Schließlich kann das Ganze später an Land im Meeressäugetier-Interpretationszentrum von Toudussac nachvollzogen werden. Madeleine stört dies wenig. Sie tut einfach ihren Job und versucht, den Wal-Spähern die Wartezeit bis zum nächsten Auftauchen einer Fluke weiter zu verkürzen. So lernt man, dass der Sankt-Lorenz-Strom mit einer Länge von 3300 Kilometern die größte Binnenwasserstraße der Welt ist.

Und dass dessen Mündungstrichter zum Atlantik fast 150 Kilometer Breite misst. Ein Fluss der zwei eigene Grenzen hat. Eine, westlich von Québec City, wo zwei Brücken über den Strom geschlagen sind.

Fluss mit zwei Grenzen

Für große Schiffe wird das Gewässer daher zur Sackgasse. Ihre Endstation ist die Provinzhauptstadt.

"Die zweite Grenze ist der Zusammenfluss des Saguenay Rivers und des Sankt-Lorenz-Stroms vor den Toren von Tadoussac, des ältesten Pelzhandelsplatzes in Kanada", erzählt Madeleine.

Raue Küstenlandschaft

Die 850-Seelen-Gemeinde liegt direkt am Saguenay-Fjord, einem Naturschauspiel aus 450 Meter hohen, steil aufragenden Felsen.

Über einige Hundert Meter ist hier das Wasser aufgewühlt und von einer ungewöhnlichen Schaumkrone bedeckt. Die Wellenkämme markieren die Stelle, an der sich das Süßwasser des Saguenay mit dem Salzwasser des Sankt-Lorenz-Stroms mischt. Eine Laune der Natur mit hohem Planktonaufkommen und riesigen Mengen an Krill. "Beides ist ein gefundenes Fressen für die größten Säugetiere der Welt", lacht Madeleine, während sie den nächsten Wal ankündigt: "Voraus, etwa 14 Uhr!"

Belugas und Minkwale sieht man das ganze Jahr über Tatsächlich zieht ein Schwarm Belugas in knapp 50 Metern Entfernung vorbei. Verzweifelt versuchen viele der Meeresabenteurer die weißen Wale mit ihren Kleinbildkameras auf den Mikrochip zu bannen. Dabei stört es sie wenig, dass die Kamera extrem langsam auslöst und Schwierigkeiten hat, die Wale überhaupt zu fokussieren. Das Resultat dürfte eine schwimmende Erbse im Lorenz-Strom sein. Buckel- oder Blauwale ziehen im Frühjahr und Herbst vorbei Einige Arten der sanften Riesen wie Mink- oder Belugawal sind ganzjährig im Sankt-Lorenz-Strom anzutreffen. Andere wie Buckel- oder Blauwal machen zumeist nur im Frühjahr oder Herbst hier Station. Giganten, wie die bis zu 25 Meter langen und 50 Tonnen schweren Finnwale, sind bereits von Weitem durch ihre meterhohen Atemfontänen auszumachen. Als Zugabe präsentiert der mächtige Fluss gleich ganze Robbenkolonien. Wobei einem die kleinen Kerle fast schon leid tun können, denn sie werden angesichts der Begeisterung für die Wale häufig völlig ignoriert. Wale nähern sich den Booten bis auf wenige Meter

Wenn immer Backbord ein "Ah" ertönt, strömt alles nach links, in der Hoffnung ein Stück eines Wales zu entdecken. Das gleiche gilt für "Ohs" auf der Steuerbordseite. Dabei kommt es einem Wunder gleich, dass das Boot keine Schlagseite erleidet, wenn man bedenkt, wie schnell sich das Gewicht auf eine Bootsseite verlagert. Von den zahllosen Tourbooten, die Naturfreunde an die Pfründe der Wale führen, lassen sich die Säuger kaum irritieren. Bis auf wenige Meter nähern sie sich den Ausflugsbooten und werfen ein Blick auf die mit Fotoapparat und Videokamera bewaffneten Besucher. Dann teilen sie das Wasser mit ihrem mächtigen Rücken und heben die Fluke zum Abschiedsgruß, bevor sie wieder in die prall gefüllte Speisekammer des Lorenz-Stroms abtauchen. In unserer Foto-Show sehen Sie tolle Impressionen.

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