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Roadtrip mit Schweißperlengarantie: Autofahren in China

Schweissperlengarantie: Autofahren in China

07.11.2011, 11:55 Uhr | TB, wanted.de

Roadtrip mit Schweißperlengarantie: Autofahren in China. Autofahren in China ist chaotisch. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Autofahren in China ist chaotisch. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Sie müssen demnächst für eine Geschäftsreise nach China oder machen in Fernost Urlaub? Und Sie wollen dort nicht auf Ihre Mobilität verzichten? Seien Sie vorsichtig: Autofahren in China ist kein Vergnügen. Die Millionenstädte sind vollgestopft mit  Fußgängern, Moped-Fahrern, Sonstwas-Fahrern. wanted.de sagt Ihnen, wie Sie trotzdem gesund durch die Betonschluchten Chinas kommen. Eine Anleitung in zwölf Schritten. Wie chaotisch es auf den Straßen zugeht, sehen Sie in unserer Foto-Show.

Regel Nummer eins Autofahren in China heißt, gefahren wird, wo Platz ist. Nicht nur dort, wo es erlaubt oder sinnvoll  ist. Also: Lücke erspähen, Gas geben und vorbeiziehen. Ob rechts oder links, ist egal. Rechts Überholen ist im Reich der Mitte eigentlich nicht erlaubt – es macht trotzdem jeder. Gibt ja auch genug Linke-Spur-Schleicher im Rechtsfahrerland China. 40 km/h mit einem turmhoch beladenen Kraftrad auf der linken Spur sind keine Seltenheit. Regel Nummer zwei

Überprüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Hupe. Je schriller sie tönt, desto besser. Machen Sie regen Gebrauch davon. Die Glocke ist in China ein Warnsignal: „Achtung, ich komme von hinten!“ „Fahrradfahrer, jetzt bitte nicht zur Seite kippen!“.

Leider hat noch kein Autohersteller eine Hupe erfunden, die beim Druck auf die Lenkradmitte den Ton unterbricht. In China wäre sie ein Verkaufsschlager.

Regel Nummer drei

Rechnen Sie mit allem – mit wirklich allem. In China sind Fußgänger und Wanderarbeiter auf Autobahnen und Schnellstraßen unterwegs. Die gehen einfach ihren gewohnten Gang oder sind auf der Suche nach Arbeit.  Warum sollten sie auch auf ihre Gewohnheiten  verzichten, nur weil plötzlich eine neue Autobahn ihren Weg kreuzt? Grüßen Sie also freundlich.

Regel Nummer vier

Rechnen Sie mit Gegenverkehr – auch dort, wo sie ihn im Traum nicht erwarten. Die gegensätzlichen Fahrspuren der Autobahnen sind zwar oft durch hüfthoe Betonwände getrennt – aber die sind von Zeit zu Zeit durchlässig.

Wenn Ihnen also auf der Gegenseite ein Lkw verdächtig langsam vorkommt: Fuß vom Gas – der Laster könnte auf Ihre Fahrbahn einschwenken. Hupen hilft in diesem Falle nicht.

Regel Nummer fünf

Sie fahren einen tiefer gelegten Wagen? Schön Sportfahrwerk? Sehr schlecht. Pizza-große Krater, freuen sich darauf, Ihnen die Stoßdämpfer zu ruinieren. Besser, Sie legen sich einen robusten Geländewagen zu. Oder ein Billigmobil, bei dem ein Schaden nicht so ins Gewicht fällt. Es gibt genug davon in China.

Regel Nummer sechs Halten Sie Abstand: Nach vorne und zur Seite . Nach hinten gelingt es nur Experten. Fahren Sie vorsichtig an dem überbreiten Hühnertransporter vorbei. Unterstehen Sie sich, die lebenden Tiere während der Fahrt zu streicheln. Halten Sie vor allem genügend Abstand zum Vordermann. Oder wollen Sie wirklich, dass sich eine frisch geschnittene Unterarmbreite Bambusstange in ihre Windschutzseite bohr? Regel Nummer sieben Vertrauen Sie ihrem Navigationssystem nicht. In China werden täglich so viele Kilometer neue Straßen gebaut, dass keine Softwareaktualisierung mitkommt. Vertrauen Sie stattdessen Ihrem  Spürsinn, Ihrem Kompass oder vertrauen Sie auf Gott. Regel Nummer acht

Halten Sie unbedingt die Geschwindigkeit ein – sie wird kontrolliert. Rot-blau blinkende Anlagen, Starenkästen – all dies gibt es auch in China. Ob die auch alle funktionieren und welchem Zweck sie wirklich dienen, weiß allerdings niemand so genau. Der Schnappschuss ist in jedem Fall sein Geld nicht wert.

Regel Nummer neun

Sie machen gerne auf dicke Hose? Haben die Knete im Bündel in der Hosentasche? Und natürlich nur die dicken Scheine. Hilft Ihnen an Chinas Mautstationen nicht. Das wird nämlich liebend gerne nur Bargeld kassiert. Halten Sie also kleine Yuan-Scheine bereit, damit man Ihnen Wechselgeld zurückgeben kann. Oder wollen Sie sich ernsthaft auf eine Diskussion mit dem Toll-Gate-Bediensteten einlassen? Wäre interessant.

Regel Nummer zehn

Kaufen Sie sich eine Brille. Besser noch: Ein Nachtsichtgerät oder ein Infrarot-Fernglas. Gut, wenn Ihre Nobelkutsche mit Nachtsichtassistent ausgerüstet ist. Denn: In China mag man’s gerne kuschelig. Will heißen: Auch nachts sind Fahrzeuge zuweilen nicht beleuchtet. Fußgänger tragen nachts hier keine Grubenlampe. Und wie gut Fahrradlicht meist funktioniert, kennen Sie ja von zuhause. Auch hier gilt: Nicht hupen, Fahrer träumt vom FC Bayern München (in China sehr beliebt).

Regel Nummer elf

Machen Sie vor Ihrer Reise nach China ein Pylonentraining. Sie wissen schon – Hütchenfahren und so. Warum? Auf chinesischen Straßen finde Sie jede Menge Fremdkörper: Plastikwannen, Steine, Müllbündel, überfahrenes Getier.  Wenn Sie vor sich also einen undefinierbaren Klumpen sehen: Runter vom Gas, Bremse treten, einlenken – und weiter geht’s.

Regel Nummer zwölf

Machen Sie nie eine Pause. Zumindest keine Pinkelpause. Öffentliche Toiletten an Autobahnen, Raststätten oder Tankstellen sind Urinale des Grauens. Der beißende Gestand ätzt ihnen jedes Härchen aus der Nase. Auch das Interieur ist hygienetechnisch so weit von hiesigen Standards entfernt wie China geografisch von Deutschland. Also Beine zusammenkneifen und weiter, auch wenn es wehtut. Und wenn Sie doch mal anhalten müssen: Suchen Sie sich ein lauschiges Plätzchen am Straßenrand! So machen es die Chinesen auch. Viel Spaß in China! Schweinehälften auf Mopeds und sonstige Kuriositäten auf Chinas Straßen sehen Sie in unserer Foto-Show.

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