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Mauritius: Nur zum Baden viel zu schade

Mauritius: Nur zum Baden viel zu schade

20.12.2011, 11:25 Uhr | Sybille Boolakee/srt, srt

Mauritius: Nur zum Baden viel zu schade. Der Le Morne Brabant liegt im Süden von Mauritius und ist 556 Meter hoch. (Quelle: srt)

Der Le Morne Brabant liegt im Süden von Mauritius und ist 556 Meter hoch. (Quelle: srt)

Palmenstrände und Luxushotels laden zum süßen Nichtstun ein, aber die Insel im indischen Ozean hat noch mehr zu bieten. Was Urlauber auf Mauritius erwarten können, sehen Sie in unserer Foto-Show.

"Darf ich Ihren Koffer auspacken? Möchten Sie gerne ein erholsames Bad?" Candan strahlt mich mit seinen blütenweißen Zähnen an. Eine Schale mit Ananas, Mango und Papaya steht schon auf dem Tisch. Zwei leuchtend rote Webervögel hüpfen zwischen den Zweigen des Tamarindenbaums. Über die Terrasse huscht ein grüner Gecko. Das Meer rauscht in der Ferne. Willkommen im Paradies.

Östlich von Madagaskar

Candan ist Butler im Hotel "Trou aux Biches", einem der vielen Fünfsternehotels auf Mauritius. Das Haus im Nordwesten der Insel wurde zuletzt nicht aufwendig renoviert, sondern gleich komplett neu erbaut. Und da Hotelketten wie Beachcomber, zu der das "Trou aux Biches" gehört, auf dem Eiland östlich von Madagaskar vermehrt auf Nachhaltigkeit setzen, installierte man beim Neubau auch gleich Solar-, Kompostierungs- und Wasseraufbereitungsanlagen.

Gut die Hälfte der 110 Hotels auf Mauritius gehört zur Luxushotellerie. Und auch wenn diese zum Teil recht groß sind, wirken sie doch überschaubar und persönlich. Von überdimensionalen Bettenburgen und überfüllten Stränden werden Urlauber ohnehin verschont.

Kein Hotel darf höher gebaut werden als die umliegenden Palmen wachsen, und an den endlosen weißen Sandstränden wird es nie zu eng - es gibt einfach zu viele davon. Dabei sind die Strände für jedermann frei zugänglich; auch die elitärsten Hotels können Spaziergängern das Sonnenbaden vor ihrem Resort nicht verwehren. Aber es lohnt sich, Mauritius auch abseits der Badestrände zu entdecken.

Multikulturelle Vielfalt

Der kosmopolitische Mix aus Kulturen, Sprachen und Religionen beispielsweise lässt sich nirgendwo besser erleben als in Port Louis, der quirligen Hauptstadt.

Beim Bummel durch die historischen Markthallen oder im modernen Shoppingzentrum Caudan am Hafen tauchen Reisende in die multikulturelle Vielfalt ein. "C'est mari bon, Madame", - "das ist sehr schön, Madame" - preist ein Verkäufer in kreolisch, der französischen Mundart, mit fröhlicher Gelassenheit farbenprächtige Pashmina-Tücher an. An jeder Straßenecke wird etwas verkauft: exotische Früchte, fremdartige Gemüsesorten, duftende Gewürze, Fisch und Fleischwaren, aber auch Souvenirs, Kochtöpfe, Hausrat - es herrscht hektische Betriebsamkeit.

Wie wohltuend ruhig und entspannend ist hingegen ein Ausflug in den Botanischen Garten von Pamplemousses. Nirgendwo auf der Welt gedeihen so viele Palmenarten wie dort: die Royal Palm aus Kuba, die Talipot-Palme aus Ceylon oder die Flaschenpalme, aus deren Holz die historischen Schiffsmodelle geschnitzt werden. Bezaubernd sind die berühmten Victorias regia, die Wasserlilien mit ihren riesigen Blättern und den schönsten Seerosen der Welt. Nur ein paar Schritte weiter beeindrucken mächtige, 240 Jahre alte Mahagonibäume. Gigantische Ebenholzbäume erinnern die Besucher daran, wie die Insel einst ausgesehen hat, bevor der Kahlschlag für den Schiffsbau im 18. Jahrhundert einsetzte.

Freilaufende Riesenschildkröten

Wer einen Eindruck bekommen möchte, wie die Insel vor Ankunft der ersten Siedler aussah, der besucht die unter Naturschutz stehende Insel Ile aux Aigrettes in der Bucht vor Mahébourg. Unter der Regie der Mauritian Wildlife Foundation wird dort die ursprüngliche Fauna und Flora wiederhergestellt und bewahrt. Die größte Attraktion sind jedoch die freilaufenden Aldabra-Riesenschildkröten. Schildkröte Elisabeth ist erst 18 Jahre alt, wiegt aber fast 300 Kilo. "Wir pflegen hier 19 Schildkröten, und weitere 15 Babyschildkröten sind auf der Insel zur Aufzucht", erklärt Harene Françoise, die junge Mitarbeiterin der Mauritian Wildlife Foundation. Sie begleitet die Besucher über die menschenleere Insel zu den tonnenschweren Kolossen, die gemächlichen Schrittes den Weg kreuzen.

Wer Schildkröten im Meer bewundern möchte, der muss beim Tauchen Glück haben. Aber auch beim Schnorcheln erlebt man eine ganz neue Welt. Da sich rings um Mauritius eine von Korallenriffen geschützte Lagune zieht, ist das Meer ruhig und klar. Die schönsten Schnorchelreviere sind die Blue Bay südlich von Mahébourg und vor der Halbinsel Le Morne. Farbenprächtige Doktorfische, Gelbkopfmuränen und türkisblaue Papageienfische tummeln sich zwischen violetten und orange-gelben Korallen. Und nicht nur die Schwimmer kommen ins Staunen. Auch manche Fische wundern sich über die Besucher und wagen sich neugierig ganz nahe heran.

Nur aus der Ferne bewundern können Besucher die Cascade Chamarel. Aus 100 Metern Höhe stürzen die Wasserfälle in die Tiefe. Sie befinden sich in unmittelbarer Nähe des Black River Gorges National Parks. Während man sonst an endlosen Zuckerrohrplantagen entlang fährt, ist die Fahrt in den wilden Südwesten der Insel abenteuerlich. Auf engen Straßen geht es durch eine zerklüftete, grüne Bergwelt.

Tropischer Regenwald und Steilhänge

Wer Mauritius erwandern möchte, der ist dort genau richtig. Vom höchsten Berg der Insel, dem 828 Meter hohen Black River Peak, reicht der Blick weit über den dichten tropischen Regenwald zu den Steilhängen der Savanne Mountains. Hoch am Himmel kreisen elegant zwei Paille en Queue, tropische weiße Vögel mit langen, zierlichen Schwanzfedern. Die Wappenvögel der Air Mauritius lieben die entlegenen Bergwälder.

Zurück in der mondänen Welt der Luxushotels, sind die Strände am Abend fast leer, vereinzelt bewundern Gäste den Sonnenuntergang. Tiefrot versinkt die Sonne im Meer. In den Suiten und Villen haben fleißige Hände bereits die Vorhänge zugezogen und eine Flasche Rosé kühl gestellt. Ob ich einen schönen Tag erlebt habe, fragt mich Candan, mein liebenswürdiger Butler. Nicht nur schön war mein Tag, er war "mari bon" - sehr schön! Eindrücke von

Mauritius

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