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Designer-Strände

Künstliche Strände: Schönheits-OP für die Küste

24.05.2012, 11:45 Uhr | Christian Haas / srt, srt

Designer-Strände. Viele traumhafte Strände sind nicht durch die Natur, sondern durch Strand-Designer geschaffen worden. (Quelle: srt)

Viele traumhafte Strände sind nicht durch die Natur, sondern durch Strand-Designer geschaffen worden. (Quelle: srt)

"StrandPauli", "Berliner Oststrand", "km 689" - so heißen bekannte deutsche Stadtstrände an Elbe, Spree und Rhein. So wie Dutzende andere entstehen diese künstlichen Stadtstrände auch dieses Jahr wieder, inklusive Liegestühlen, Volleyballnetzen und Bar. wanted.de stellt einige künstlich erschaffene Strände in einer Foto-Show vor.

Und jeder Menge feinem aufgeschüttetem Sand - für viele immer noch der Stoff, aus dem Urlaubsträume sind. Diese Träume müssen so perfekt wie möglich sein. Kein Wunder also, dass sich Urlauber auch am Meer nur die besten Bedingungen wünschen. Für den perfekten Strand sorgen daher nun Strand-Designer.

Immer öfter künstliche Strände

Barfuss durch den Sand zu laufen, sich auf dem warmen, weichen Boden niederzulassen oder die Zehen darin zu vergraben: Schöner kann eine Auszeit vom Alltag nicht sein. Damit kein Steinchen den Urlaub trübt, finden sich an den Gestaden der Meere immer öfter künstliche Strände - eben dort, wo Mutter Natur eher eine steinige, kiesige oder felsige Beschaffenheit vorgesehen hat, Touristen aber einen idealen Freizeitstandort vorsehen. Und wer sagt denn, dass sich der Zugang zum Meer nicht verändern ließe?

In etlichen Ländern gehört es heute schon zur Normalität, neue Hotels und andere Bettenburgen nicht unbedingt in Küstenabschnitten mit perfekten Sandbedingungen zu bauen. Frei nach dem Motto: Wo die Natur es nicht so wohlwollend mit den Badefreuden gemeint hat, kann der Mensch ja ein wenig nachhelfen. Und tonnenweise Sand aufschütten, Wellenbrecher installieren, Einstiege ins Wasser erleichtern. Die Infrastruktur an Land - Duschen, Umkleidekabinen, flache Stellen für Liegestühle, Kioske, Bars - ist ohnehin das geringste Problem.

Beispiele für gelungene Kunststrände bietet die Kanareninsel Lanzarote. Die in der Touristenhochburg Playa Blanca gelegene Playa Flamingo, ein feinsandiger Küstenabschnitt mitsamt dazugehöriger Bucht, ist vollständig von Menschenhand geschaffen und exklusiv mit bestem Sahara-Sand bestückt worden. >>

Auf beiden Seiten der nun zugänglich gemachten Badebucht sperren zwei langgezogene Molen, von denen eine begehbar ist, das Becken vom Meer ab. Das hat den positiven Effekt, dass es an der Playa Flamingo praktisch keine Wellen gibt. Fein für alle, die ruhige Gewässer schätzen - Familien mit kleineren Kindern zum Beispiel.

Auch die Playa Dorada ist kein Produkt von Mutter Erde, sondern eines mit freundlicher Unterstützung der örtlichen Tourismusbranche. Und der Sahara. Denn der goldgelbe Sand, auf einer Länge von mehreren Hundert Metern aufgeschüttet, wurde auch hier vom Festland herübergeschifft und großflächig abgeladen. Mit Erfolg: Viele bezeichnen die Playa Dorada gar als schönsten Strand der ganzen Insel, die ja durchaus auch etliche natürliche Strandschönheiten, sprich Küstenabschnitte, vorzuweisen hat. Im Übrigen fallen auch die beliebten Strände in Costa Teguise - Playa Bastián, Playa del Jablillo, Playa de las Cucharas, Playa de los Charcos - in die Kategorie Kunststrand. Die "fantastischen Vier" wurden erst vor wenigen Jahren für eine breite Öffentlichkeit zugänglich und attraktiv gemacht.

Auf den Nachbarinseln setzt man ebenfalls auf Sahara-Sand und künstliche Stranderlebnisse. Zum Beispiel auf Teneriffa. Vier Millionen Säcke Sand schüttete die Verwaltung des Fischerorts San Andrés vor rund 40 Jahren auf. Das Ergebnis kann sich noch heute sehen lassen und ist nicht, wie Skeptiker vielleicht vermuten könnten, vom Winde verweht worden. Nein, der von Palmen gesäumte Bilderbuchstrand Las Teresitas erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit.

Feiner Korallensand erinnert an Karibik

Das gilt auch für die Umgebung der Playa Amadores, ein weiteres Strand-Werk aus Menschenhand. Der Kunststrand besteht hier jedoch nicht aus Wüsten-, sondern aus feinem Korallensand, sodass das Wasser an dieser Stelle einen besonderen Türkisschimmer aufweist. Viele wähnen sich bei dieser Kombination gar in der Karibik.

Rund 500 Kilometer nördlich der Kanaren wartet auch die portugiesische Insel Madeira mit künstlichen Stränden auf. In Calheta und Machico sorgt heller Sand aus Marokko für angenehme Gefühle unter den Füßen. Mit diesem afrikanischen Import will man einen natürlichen Mangel an Stränden ausgleichen, da die Insel nur mit sehr wenigen Badezugängen gesegnet und daher eher als Wander-, Blumen- und Rentnerinsel bekannt ist. Mit den beiden Stränden lassen sich nun aber auch verstärkt Strandliebhaber und Familien begeistern. Die vermutlich weltgrößte Sandversetzungsregion dürfte jedoch Dubai sein. Denn mit ein paar Stränden ist es bei den ambitionierten Landgewinnungsprojekten nicht getan. Die Palmeninsel "The Palm, Jumeirah" ist dabei das am weitesten vorangeschrittene, nämlich bebaute und befahrbare, Projekt von insgesamt drei, die vor der Küste in großem Umfang aufgeschüttet wurden. Für diese Inseln wurden mehr als 100 Millionen Kubikmeter Sand und Gestein verwendet - nicht zuletzt um hübsche Sandstrände vor den hier befindlichen Hotels und Appartements der Oberklasse zu ermöglichen.

Aufgeschütteter Sand und künstlich geschaffene Riffe

Höheren Ansprüchen hat sich auch der ägyptische Retortenort El Gouna verschrieben. Dort prägt eine weite Bucht, deren Küstensaum mit türkisfarbenen Lagunen durchzogen ist, die Landschaft. Und der Hausstrand Zeytuna Beach lässt selbst Globetrotter schwärmen. Doch nichts ist hier natürlich. Der Zeytuna-Strand wurde 1996 aufgeschüttet und die Lagunen wurden größtenteils von Menschenhand erschaffen. Das betrifft freilich auch den vierhundert Meter langen Steg ins Meer, der Zugang zu tieferem Wasser und zu den Korallenriffen ermöglicht. Korallenriffe, davon gibt es am australischen Great Barrier Riff mehr als genug. Auf einer Länge von rund 2000 Kilometern erstreckt sich das größte Riff der Welt. Und ist damit eines der größten Sehnsuchtsziele Fernreisender. Die dürfen sich nun auf einen neuen Sandstrand inmitten des Paradieses freuen. Dieser befindet sich in Airlie Beach, dem Tor zu den attraktiven Whitsunday Islands. Für den sogenannten Boathaven Beach schütteten die Strandmacher 60000 Kubikmeter Sand auf, etwa 4000 Lkw-Ladungen. Urlaubsträume lassen sich also offenbar tatsächlich mit Sand erbauen.

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