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Katar: Das unbefleckte Urlaubsziel

Katar: Das unbefleckte Urlaubsziel

31.05.2012, 15:36 Uhr | df (CF)

Spätestens 2022, wenn die Fußball Weltmeisterschaft in Katar stattfindet, wird sich alle Welt mit dem Emirat beschäftigen. Doch es lohnt sich, ihm auch vorher etwas Aufmerksamkeit zu schenken und vielleicht sogar einen Besuch abzustatten.

Es ist nicht so, dass Katar über eine lange Geschichte, viele Sehenswürdigkeiten oder eine abwechslungsreiche Natur verfügen würde. Im Gegenteil. Aber viel Geld ist ja zumindest schon mal ein Anfang. Daraus lässt sich was machen. Zum Beispiel die besagte Fußball WM, deren Vergabe ja bekanntlich auf große Kritik gestoßen ist. Immerhin nähert sich in den Sommermonaten das Quecksilber der 50-Grad-Marke: Spiele wären also nur in klimatisierten Stadien möglich oder die WM müsste in den Winter verlegt werden, wenn die Temperaturen bei durchschnittlich 17 Grad deutlich angenehmer sind. Mit Regen ist übrigens so gut wie nie zu rechnen. Da wundert es auch nicht, dass die Flora in Katar entsprechend dürftig ist: Gestrüpp und bewässerte Grünanlagen. Doch dafür ist die weite Wüste eindrucksvoll und Wüsten hatten schon immer ihren ganz eigenen mystischen Reiz. Entsprechend sind Kameltouren durch die Wüste eine der beliebtesten Touristenaktivitäten in Katar, auch wenn die örtliche Jeunesse dorée lieber mit ihren Geländewagen über die Dünenscheitel cruist. Auch Quads kommen hier gerne zum Einsatz – vielleicht ja auch für den Sie eine willkommene Abwechslung auf Ihrer Reise.

Apropos Wüste: Ja, es gibt im Emirat Katar Natur. Und Katar ist keinesfalls, wie oft fälschlich angenommen wird, ein Stadtstaat. Im Gegenteil gibt es in Katar mehrere Städte und die Hauptstadt von Katar ist Doha, dessen Name auch von der Welthandelsrunde ein Begriff ist. Neben Doha mit seinen 560.000 Einwohnern gibt es immerhin noch ar-Rayyan mit 400.000 Einwohnern und einige andere Städte. Entsprechend ist die WM in Katar auch nicht die erste WM, wie oft behauptet wird, die ausschließlich in einer Stadt ausgerichtet wird. Doch das unumstrittene Zentrum des Emirats ist natürlich Doha. Hierhin fließen die Petrodollars des erst 1972 unabhängig gewordenen Emirats, das seit der Entdeckung der ersten Öl- (1939) und Gasfelder (1972) nicht mehr ausschließlich von der Perlenfischerei leben muss. Auf diese hatten sich nämlich die aus Arabien eingewanderten Beduinen spezialisiert, nachdem die Briten als Kolonialmacht der lukrativen Piraterie ein Ende bereitet hatten. Übrigens ist die Piraterie keinesfalls das einzige romantische Element in der Geschichte des Emirats: Vor undenklicher Zeit war Katar nämlich noch eine Insel, die erst durch eine Anhebung, auf die große Salzablagerungen hindeuten, mit Saudi Arabien verbunden wurde.

Golden glänzen die Kuppeln des Emirats in der Wüstensonne

Doha wurde 1850 als Dorf namens al-Bid gegründet, doch stammt die älteste erhaltene Bausubstanz aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, während das Stadtbild durch Wolkenkratzer und moderne Architektur mit teils islamischen, teils mediterranen Stilzitaten geprägt ist. In der "Altstadt" Dohas können Sie allerdings durchaus orientalische Atmosphäre und die Stimmung kleiner Basars, den Souks, einatmen. Wenn Sie dann nach diesem kleinen Vorgeschmack noch mehr Appetit auf islamische Kultur bekommen haben, sollten Sie das markant am Hafeneingang liegende Museum der Islamischen Kunst besuchen, das von Ieoh Ming Pei entworfen wurde, der auch schon für die Glaspyramide am Louvre verantwortlich war. Auch wenn das Emirat Katar ja selbst ziemlich geschichtslos zu sein scheint, verfügt das Museum dennoch über die vielleicht weltgrößte Sammlung islamischer Kunst. Die islamische Ars vivendi mag aber nicht jedermanns Sache sein. Wer es westlicher mag und gerne mal Alkohol trinkt, kommt am ehesten in den Hotelanlagen auf seine Kosten. Allerdings ist Katar ein sehr internationales Land: Hilfsarbeiter aus Asien, Soldaten aus Amerika oder al-Dschasira-Journalisten aus Arabien.

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