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Tokio: Tradition und Superlative

Tokio: Tradition und Superlative

31.05.2012, 15:36 Uhr | sc (CF)

Allmählich verfliegt der Schock des großen Tsunamis und der Atomkatastrophe von Fukushima und Tokio rückt wieder als touristisches Ziel in den Blickpunkt. Spätestens zur nächsten Kirschblüte wird alles wieder seinen gewohnten Gang gehen.

So schlimm der Tsunami auch war, muss man doch sagen, dass Tokio auch schon andere Katastrophen überstanden hat: So das große Beben von 1923, bei dem 150.000 Menschen starben und große Teile des Stadtgebietes abbrannten, oder die amerikanische Bombardierung 1944/45, die nochmals 100.000 Menschenleben forderte und vieles zerstörte, was das große Beben überstand. Entsprechend hat das heutige Tokio nicht mehr viel gemein mit der traditionellen "Östlichen Hauptstadt", in die die Stadt "Edo" 1868 umbenannt wurde, als die Hauptstadt von Kyoto hierher verlagert wurde. Und so wird, wer durch Schreine und Paläste wandeln möchte, auf jeden Fall auch dem völlig unzerstörten Kyoto einen Besuch abstatten. Nichtsdestotrotz bietet auch Tokyo viele Reize. Und tatsächlich wurde ja auch einiges nach dem Krieg in traditionellem Stil wieder aufgebaut, so beispielsweise der berühmte Asakusa-Schrein mit seiner fünfdächigen Pagode und den imposanten Dämonenfiguren am Eingangstor. Doch keine Bange: In der großen Halle hält ein wuchtiger Buddha seine schützende Hand auf, während links davon im Park ein kleiner Buddha unter Kirschbäumen zu meditieren scheint. Überhaupt sind die vielen Tokioter Parks zur Sakura (Kirschblüte) ein schöner Ort.

Doch berühmt ist Tokio, eine der teuersten und größten Städte der Welt (die Metropolregion Tokio wird von 35,7 Millionen Menschen bewohnt, das eigentliche Stadtgebiet immerhin noch von 9 Millionen, wobei jeder der 23 Bezirke administrativ eine eigene Stadt ist und es die Stadt Tokio gar nicht gibt), vor allem für seine Urbanität und Modernität. Natürlich kann man sich in der leicht verlieren, Stichwort: "Lost in Translation". Eine mehr als nur leichte Ahnung davon bekommt, wer einen Spaziergang durch das Hochhaus-Viertel Shinjuku unternimmt. Dort befindet sich auch der Doppelturm des Tokio Government Building, wo es eine Aussichtsplattform mit Café gibt. An dessen Bar kann man sich wunderbar verloren wie Bill Murray fühlen oder einfach nur den umwerfenden Ausblick über Tokio bei einem genialen Apfelkuchen mit Korianderblatt genießen. Auf der anderen Seite der Shinjuku Station befindet sich der Red Light Distrikt, wobei vor lauter Neonreklamen das rote Licht untergeht. Hier kann man Karaoke trällern, Sushi essen, Sake trinken und das pulsierende Leben einsaugen. Denn solange die Japaner noch jung sind und sich nicht dem Businessdress unterwerfen müssen, wissen sie durchgeknallte Outfits durchaus zu schätzen. Hier wird Manga Wirklichkeit.

Von Kuriositäten und sonstigen Kapriolen

Klar, ein paar mehr Sehenswürdigkeiten würden einer Megacity wie Tokio gut zu Gesicht stehen. Aber deswegen gleich den Eiffelturm und die Freiheitsstatue nachbauen? Na ja, wieso eigentlich nicht – beim Karaoke singt man ja auch fremde Lieder nach. Immerhin: Seit 2012 besitzt man mit dem Sky Tree den höchsten Fernsehturm der Welt. Allerdings ist vielleicht ein Besuch des Meiji-Schreines lohnenswerter, auch wenn dieser erst 1912 angelegt wurde und insofern nicht den Charme der wirklich alten Schreine in Kyoto hat. Ansonsten besuchen Sie den trubeligen Tokioter Fischmarkt, für den man allerdings früh aufstehen muss. Hier können Sie dabei zusehen, wie riesige rote Thuns verarbeitet werden, und sonstige Exotica der Meere begutachten. Doch auch die japanische Geschichte ist reich an Exotica: Diese können Sie im Nationalmuseum begutachten. Exotisch sind aber auch zwei andere Eigenarten Tokios, nämlich konkurrierende U-Bahn-Systeme, die drei unterschiedliche Tageskarten erfordern, und die schlechte Angewohnheit japanischer Geldautomaten, keine EC-Karten zu akzeptieren. Da müssen Sie entweder auf Kreditkarten ausweichen oder die Postbank aufsuchen, die EC-Karten akzeptiert. Sonst werden Sie völlig "Lost in Translation" sein.

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