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Mount Everest: Der höchste Berg der Welt

Mount Everest: Der höchste Berg der Welt

07.06.2012, 18:09 Uhr | fo (CF)

Mittlerweile kommt es an manchen Etappen des Mount Everest zu Warteschlangen, die sich mit denen vor der Mona Lisa im Louvre vergleichen lassen. Übrigens ist das Lächeln des Everest genau so rätselhaft – spielt es doch subtil auf den Tod an.

Vor sechzig Jahren, am selben Tag, als Queen Elizabeth II. den englischen Thron bestieg, bestiegen der Neuseeländer Edmond Hillary und der Sherpa Tenzing Norgay im Juli 1953 den Thron der Welt. Hillary sagte darüber: "Plötzlich fällt mir auf, dass sich der Grat nicht mehr nach oben, sondern nach unten neigt. Die letzten Schritte taumeln wir. Wir sind da. Nichts mehr über uns. Die ganze Welt unter uns." Für große Worte à la "Ein kleiner Schritt für einen Menschen..." war also kein Platz. Aber Neil Armstrong, der den nächsthöheren Gipfel stürmte, musste sich schließlich auch nicht vergewissern, ob auf dem Gipfel nicht vielleicht schon die Leiche eines Konkurrenten wie George Mallory liegt, der bereits 1924 nicht von seiner Expedition zurückgekehrt war, und ihm damit den Ruhm streitig gemacht hätte. So knipste Hillary dann noch ein paar Fotos und verließ bereits nach einer Viertelstunde mit Norgay wieder den Gipfel. Mallory dagegen wurde erst 1999 in nicht minder fotogener Lage aufgefunden: Mit dem Oberkörper im Schnee und Loch im Hosenboden, aus dem angeblich Vögel die Gedärme herausgepickt hatten. Allerdings wurde Mallorys Leiche von einer späteren Expedition geborgen – und würdig bestattet.

Im Gegensatz zu den Leichen vieler anderer Bergsteiger, die den Weg zum Gipfel bis heute säumen. Und so ist Respekt heute das bestimmende Thema, wenn vom Mount Everest die Rede ist. Am 23.5.2010 standen an einem einzigen Tag 169 Menschen auf dem höchsten Berg der Welt, wobei die Teilnahme an einer kommerziellen Expedition mit 25.000 Euro zu Buche schlägt. Bei einem solchen Andrang ist es nicht verwunderlich, dass sich an den Nadelöhren, die nur mit Fixseilen bezwungen werden können, stundenlange Warteschlangen bilden. Das ist nicht nur lästig, sondern auch gefährlich, da Sauerstoffmangel und Erfrierungen begünstigt werden. Insgesamt starben mehr als 200 Menschen beim Versuch, den Mount Everest zu bezwingen. Inzwischen werden sogar Expeditionen durchgeführt, deren einziges Ziel darin besteht, wenigstens den Müll der Bergsteiger zu beseitigen. Doch auch, wer seine Fähigkeiten realistisch einschätzt, braucht nicht auf den Zauber des Mount Everest zu verzichten. Vor allem über die Nordroute in China werden Touren zum Basislager angeboten, von wo aus Sie einen wundervollen Blick auf den höchsten Berg der Welt genießen können. Auch beinhalten diese Touren einen dreitägigen Aufenthalt in Lhasa zwecks Akklimatisierung – und Sightseeing.

Mount Everest - Heiliger Berg nicht nur für Alpinisten

Wenn Sie dagegen das Basislager auf nepalesischer Seite besuchen möchten, müssen Sie eine mehrtägige Trekking-Tour unternehmen. Das wäre natürlich etwas anstrengender als der Abstecher von Lhasa aus, bietet dafür aber ein vergleichbares Expeditionsflair wie bei einer richtigen Besteigung. So oder so werden Sie erfahren, dass der Mount Everest von Legenden umwoben ist. Ist er nun 8.848 oder gar 8.850 Meter hoch? Welche Kräfte müssen gewirkt haben, dass an seinen Hängen Meeresfossilien gefunden wurden? Haben die Sherpas etwa recht, dass der Himalaya der Sitz der Götter ist? Dass der Mount Everest eine der fünf Feen ist, die sich in einen Berg verwandelte? Und was hat es mit dem Bön Lama auf sich, der den großen buddhistischen Heiligen Padmasambhava zum Duell herausforderte, wer von ihnen eher – zwar nicht auf einem Besenstiel – aber wenigstens auf einer Trommel fliegen könne? Die Trommel blieb jedenfalls auf dem Gipfel – und wenn sie schlägt, dann rollen noch heute die Lawinen. Und um Derartiges zu verhindern, führen die Sherpas vor jeder Besteigung eine Puja genannte Opferzeremonie durch, mit der die Götter besänftigt werden sollen.

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