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Moskau: Metropole der Superlative

Moskau: Metropole der Superlative

25.06.2012, 10:50 Uhr | ls (CF)

"Moskau ist 'ne super Halligalli-Stadt", wusste Udo Lindenberg schon in den Achtzigern. Und seitdem ist die Post erst so richtig abgegangen. Höchste Zeit also, sich das "Russkij Extrem" schlechthin anzuschauen, ehe die Party vorbei ist.

Russland war noch nie ein maßvolles oder stabiles Land. Die Verhältnisse ändern sich plötzlich, ohne dass irgendwer das vorausgesehen hätte. So überraschend die Sowjetunion unterging, so überraschend stand auch das Russland Putins während der Massendemonstrationen bei der letzten Wahl wieder auf der Kippe. Und niemand weiß, welchen Weg das Riesenreich unter den Bedingungen der Finanzkrise nehmen wird. Wenn Sie also einen Blick auf Moskau in seiner legendärsten Boomperiode seit den Zwanzigern werfen möchten, ist jetzt der richtige Zeitpunkt. Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2018 sieht vielleicht alles schon wieder ganz anders aus. Jedenfalls ist die derzeitige Stimmung in Moskau so liberal und freizügig wie seit Generationen nicht. Wiewohl der Aufbruchsgeist in den Neunzigern größer war, ist doch deren Armut vorbei: Der wirtschaftliche Boom der 2000er hat eine breite und dank vieler Reisen weltgewandte Mittelschicht entstehen lassen. Auch die russische Musik- und Partyszene hat alle Inspirationen des Westens dankbar aufgenommen - und auch weiterentwickelt. >>

Und zu feiern verstanden die Russen schon immer. Allerdings sollte man hinzufügen, dass viele Clubs gleichzeitig auch Restaurant sind und wer nur trinken möchte, in Bars (beispielsweise in Kitai Gorod) besser aufgehoben ist.

Doch natürlich verfügt die Stadt auch über eine lange Geschichte, viele Sehenswürdigkeiten und ein großes Kulturangebot. Dass es den Russen nur ums Trinken gehe, ist ja auch wieder so ein Klischee. Gegründet wurde Moskau 1147 von Jurij Dolgorukij, für den es auch ein obligatorisches Reiterdenkmal gibt. Wer sich für Geschichte interessiert, ist im Historischen Museum am Roten Platz bestens aufgehoben. Den anderen dürfte genügen, dass Moskau dreimal erobert wurde (von den Tataren, den Polen und den Franzosen) und öfters zerstört wurde. Der ursprünglich weiß gestrichene Kreml und die berühmte Basilius Kathedrale von 1561 haben jedoch alle Wirren überstanden. Andere Gebäude auf dem Roten Platz wie das Auferstehungstor und die schnuckelig kleine Kasaner Kathedrale oder die pompöse Christ-Erlöser-Kathedrale am Moskwa-Ufer hatten weniger Glück und wurden während der Umgestaltung unter Stalin abgerissen und erst nach dem Ende der Sowjetunion wieder aufgebaut. Auch der Kreml selbst lohnt einen – mit 20 Euro allerdings recht kostspieligen – Besuch. Hier können Sie neben der Rüstkammer mit vielen historischen Waffen auch verschiedene Kirchen und eine große, gesprungene Glocke besichtigen.

Moskau: Dorf und Weltstadt

Zwar behaupten die Petersburger, Moskau sei gar keine Stadt, sondern nur ein Dorf, doch die Petersburger haben es nie wirklich verkraftet, dass Moskau seit 1918 wieder Hauptstadt ist. Und mit der Errichtung von "Moscow City", wo einige der höchsten Wolkenkratzer Europas stehen, untermauert Moskau neuerdings seinen Anspruch, Weltstadt zu sein. Mit knapp 12 Millionen Einwohnern ist es auch schon die größte Stadt Europas. Allerdings hat Moskau tatsächlich nur ein kleines Zentrum: Und jedes Viertel hat seinen ganz eigenen Charme. Berühmt ist der Arbat, die älteste Fußgängerzone Moskaus, Kitai Gorod oder auch das Viertel um die Tretjakowskaja, ein Museum mit einer hervorragenden Sammlung an russischer Kunst (von etwa 1890 bis 1920 gehörte Russland da zur Weltspitze). Nach wie vor ist übrigens auch das Lenin-Mausoleum eine Attraktion. Es gibt aber Pläne, ihn an der Kremlmauer zu beerdigen, wo auch Stalin und Gagarin ruhen. Jedenfalls werden vom Mausoleum aus immer die Militärparaden abgenommen: Und bei der Parade zum Jahrestag der Oktoberrevolution 1941 marschierten die Soldaten direkt weiter zur Front. Aber das ist nur eine von unzähligen Anekdoten der Stadt...

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