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Melbourne: Die lebenswerteste Stadt

Melbourne: Die lebenswerteste Stadt

25.06.2012, 10:50 Uhr | sj (CF)

Melbourne wurde in den letzten Jahren wiederholt zur lebenswertesten Stadt der Welt gewählt. Betrachtet man die Dinge genauer, kommt man allerdings um ein Schmunzeln nicht herum. Doch ein Besuch lohnt sich natürlich trotzdem.

Mit den Städte-Rankings ist es natürlich immer so eine Sache. Osnabrück soll ja auch die lebenswerteste Stadt Deutschlands sein. Zu Zeiten des Westfälischen Friedens mag das ja gestimmt haben, aber heute? Außerdem: Wer wählt eigentlich die Jurymitglieder, die abstimmen dürfen? Oder gibt es gar eine weltweite Fernsehshow wie den Eurovision Song Contest, wo diese für jeden Lokalpatrioten nicht ganz unwichtige Frage entschieden wird? Nun ja, wir sind auf Spekulationen angewiesen. Fest steht jedoch, dass Australien und Kanada mit fünf beziehungsweise drei Städten in den Top Ten deutlich überrepräsentiert sind. Und dass Wien notorisch den zweiten Platz des Rankings behaupten kann, zeugt nur von einem gewissen Gespür für schwarzen Humor. Doch genau das scheint wohl das entscheidende Kriterium des Rankings zu sein, denn Melbourne kann Wien in Sachen Skurrilität sogar noch übertrumpfen. So hat Melbourne ein einzigartiges Klima: Je nachdem, wie der Wind dreht (aus der Wüste des Outbacks oder aus der Antarktis her), ist es eisig kalt oder sehr heiß. Melbourne ist laut den Einheimischen somit die einzige Stadt der Welt mit vier Jahreszeiten – und zwar an einem Tag.

Auch städteplanerisch verblüfft Melbourne: Zwar zieht sich durch die ganze Stadt der Fluß Yarra, aber er wird weitgehend ignoriert und ist keineswegs das Zentrum einer lasziv mediterranen Lebenslust. Selbst die Ruderer müssen ihre Köpfe einziehen, weil die Brücken so tief hängen. Doch der Wasserscheu der vier Millionen Melbourner ist damit noch nicht genüge getan. Während die ewig fröhlichen Sydneysider Surfer Weltruhm ernten konnten, verbindet eigentlich niemand Melbourne mit Wassersport. Und das, obwohl Melbourne genauso am Meer liegt und seine Strände bequem mit der Straßenbahn (die übrigens ein ausgezeichnetes Netz hat und ganz pittoresk daher kommt) erreichbar sind. Insbesondere in St. Kilda mit seiner schmucken Promenade und einem alten Vergnügungspark à la Coney Island werden Sie dann aber bemerken, dass das schon mal anders war und Melbourne eigentlich doch besser als sein Ruf ist. Hier finden Sie auch viele Restaurants und Bars und es ist neben dem Künstler- und Bohemien-Viertel Prahran eine der besten Ausgehadressen. Ansonsten müssen Sie nämlich oft damit rechnen, dass Lokale schon um zehn Uhr schließen. Lebensqualität hat eben auch was mit einem klassischen Tag-Nacht-Rhythmus zu tun.

Die glitzernden Türme der Skyline bei Nacht

Wenigstens wurde Melbourne nicht als Strafkolonie gegründet und schon in den 1850er-Jahren blitzten die Dollarzeichen in den Augen der Melbourner auf, als im Umland Gold gefunden wurde. Aus dieser Zeit stammt auch der Queen Victoria Market, eine der größten Sehenswürdigkeiten Melbournes, das übrigens nach einem englischen Premierminister benannt ist. Hier können Sie Speis und Trank in historischem Ambiente genießen, während sich am Horizont die gläsernen Silhouetten der Bürotürme emporstrecken. Wenn Ihnen mehr der Sinn nach Grünanlagen steht, sollten Sie den Fitzroy Garden besuchen, wohin 1933 das Elternhaus von James Cook aus England verpflanzt wurde. Des Weiteren haben sich in Melbourne auch zahlreiche Immigranten aus China, Vietnam, Griechenland, dem ehemaligen Jugoslawien und viele Juden angesiedelt. So hat die südlichste Großstadt der Welt immerhin eine vitale, multikulturelle Bevölkerung, die dank ihrer Relaxtheit wohl die eigentlichen Preisträger des ominösen Wettbewerbs sind, was vor allem bei den zahlreichen Festen und Großveranstaltungen (Formel 1, Grand Slam) zur Geltung kommt.

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