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Prag: Stadt der hundert Türme

Prag: Stadt der hundert Türme

25.06.2012, 10:50 Uhr | fo (CF)

Die goldene Stadt an der Moldau lässt wie kaum ein anderer Ort Europas das Mittelalter wieder lebendig werden. In Prag hat der Krieg so gut wie nichts zerstört und es warten unzählige Schätze darauf, entdeckt zu werden.

Die Gegend von Prag ist eine der am längsten besiedelten Gebiete Europas. Doch die eigentliche Geschichte der Stadt begann im neunten Jahrhundert mit der Errichtung der Prager Burg. Im späten Mittelalter wurde Prag dann zeitweise Hauptstadt des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation und damit eines der wichtigsten Zentren Europas. Und auch wenn Prag zwischenzeitlich mal Schauplatz kleinerer Scharmützel wie während der Hussitenkriege wurde, als der erste Versuch einer europäischen Reformation gewaltsam unterbunden wurde, ist es doch im Wesentlichen unzerstört geblieben. Historisches Zentrum Prags ist der Hradschin, wie der Stadtteil rund um die Burg heißt, wo noch heute das tschechische Staatsoberhaupt residiert. Die meisten Bauwerke in der Burg stammen aus dem Barock oder der Gotik. Besonders erwähnenswert ist dabei der Veitsdom, die Krönungskirche der böhmischen Könige. Achten Sie dabei auch auf die kunstvollen Ausschmückungen des Jüngsten Gerichts über dem Eingangsportal. Auch das Goldene Gässchen mit seinen schmalen und niedrigen Häuschen, in denen echte und literarische Goldschmiede wie Franz Kafka wohnten, ist einen Besuch wert. Vor allem am frühen Morgen ist es hier noch nicht überlaufen.

Unterhalb der Burg befindet sich der Stadtteil "Kleinseite", in dem sich einige der berühmtesten Barockzeugnisse Prags befinden. Kleine Gässchen schlängeln sich hier zwischen verwunschenen Gärten, bevor es hinunter zur Moldau geht, die vierzig Kilometer später in die Elbe mündet. Doch zuvor muss noch die berühmte Karlsbrücke überquert werden, deren Figuren allerdings mittlerweile den Weg ins Nationalmuseum angetreten haben und durch Kopien ersetzt wurden. Ob auch die Berührung der Kopien genau so viel Glück bringt wie die der Originale muss allerdings bezweifelt werden. Doch zumindest auf Fotos ist der Unterschied nicht zu erkennen, und so gehört die knapp 500 Meter lange Brücke von 1357 noch heute zu den meist fotografierten Wahrzeichen Prags. Auf der anderen Seite beginnt die Altstadt. Hier sind vor allem das Altstädter Rathaus mit seiner schnuckeligen astronomischen Uhr am Altstädter Ring und die änigmatisch verschwurbelten Türme der Teynkirche aus dem 14. Jahrhundert erwähnenswert. Ganz in der Nähe befindet sich auch die Josefstadt, die bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts der einzige Ort war, an dem sich Juden ansiedeln durften. Nach Auflösung des Gettos wurden viele Spuren des jüdischen Lebens beseitigt.

Das schwarze Theater Prag

Dennoch können auch heute noch noch Spuren des jüdischen Lebens in Prag besichtigt werden, so im Jüdischen Museum und auf dem alten Jüdischen Friedhof. Und wer des Nachts durch die Josefstadt spazieren geht, wird – wer weiß – vielleicht doch noch dem Golem über den Weg laufen. Dieses sagenumwobene Geschöpf der Zwischenwelt, ein Homunkulus aus Lehm, suchte ehedem die Gassen Prags heim. Heute soll ihm ja der Tourist den Rang abgelaufen haben, wie Spötter behaupten. Wer es okkult, aber weniger gruselig mag, sollte dann das Schwarze Theater Prag aufsuchen, wo schwarz gekleidete Schauspieler vor schwarzem Hintergrund bei Schwarzlicht leuchtende Gegenstände über die Bühne bewegen und ganz ohne Sprache Geschichten erzählen. Ein weiterer guter Tipp sind die vielen Bars und Restaurants rund um den Wenzelsplatz. Prag ist ja wie ganz Tschechien für sein hervorragendes Bier und die deftige Küche berühmt. Deftig geht's übrigens auch im Museum der mittelalterlichen Foltertechniken zu und neuerdings auch im Libido-Museum. Beliebt ist auch der Stromowka Music Garden, eine Art Biergarten mit Livemusik, oder die Matrix, ein lokaler Techno-Club. 

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