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Helsinki: Stilvoll und reduziert

Helsinki: Stilvoll und reduziert

25.06.2012, 10:51 Uhr | kl (CF)

Helsinki – Hauptstadt des Landes der tausend Seen – bietet in vielerlei Hinsicht von allem etwas weniger als andere Metropolen. Aber gerade das, macht den Charme der manchmal etwas unterkühlt wirkenden Stadt aus.

Finnlands Hauptstadt liegt an der Ostseeküste im Süden des Landes und ist umringt von etwas mehr als 300 kleinen Inseln. Mit gerade einmal 600.000 Einwohnern reiht sich die Stadt größenmäßig in die Reihe der anderen skandinavischen Hauptstädte ein. Und doch ist hier einiges einfach anders: Das Gemütliche und Verspielte, das viele mit Skandinavien verbindet, sucht man nämlich vergebens. Das mag einerseits daran liegen, dass Finnland genau genommen gar nicht zu Skandinavien gehört – weder sprachhistorisch, noch im eigentlichen Sinne geografisch –, und andererseits daran, dass die Geschichte Helsinkis sehr eng mit Russland verbunden ist: Als Helsinki 1812 Hauptstadt des damaligen russischen Großfürstentums Finnland wurde, war Zar Alexander I. der Auftraggeber für die Neugestaltung des Stadtkerns. Und der orientierte sich eben am neoklassizistischen Stil St. Petersburgs. Ähnlich wie in der russischen Metropole erkennt man in Helsinki sowohl Einflüsse des Westens als auch des Ostens: Hier die schnörkellos kühle Finlandia-Halle als Konzert- und Veranstaltungszentrum, dort die orthodoxe Uspenski-Kathedrale, deren Türme mit goldenen, zwiebelförmigen Spitzen besetzt sind.

Hoch hinaus zu kommen, das ist ohnehin nicht der Anspruch Helsinkis. Bezeichnend ist, dass das höchste Gebäude der Stadt gerade einmal 86 Meter hoch ist. Bis 1987 war dies sogar noch das Torni Hotel mit gerade einmal 12 Stockwerken. Auch wenn sich seither noch zwei weitere Gebäude vor dem Torni Hotel platzieren konnten, setzt man in Helsinki stattdessen auf den Untergrund. Auf architektonisch zweifelhafte Zweckbauten an der Oberfläche verzichtet man und sprengt sie lieber in den Granit: Beeindruckendes Beispiel ist das Itäkeskus-Schwimmbad, wo oberirdisch nur der kleine Eingangsbereich zu erkennen ist. Die Stadt ist zudem von einem Tunnelnetz durchzogen, das beispielsweise den sehenswerten Hauptbahnhof mit dem rund einen Kilometer entfernten Kaufhaus Stockmann verbindet, das übrigens zu den berühmtesten Europas gehört. Bis 2020 verfolgt man den ehrgeizigen Plan, 400 unterirdische Bauten zu erschaffen. Trotz ihrer äußerlichen Unscheinbarkeit hat sich so auch die in einen Felsen gesprengte Temppeliaukio-Kirche als Touristenmagnet etabliert. Die Akustik des 1969 fertiggestellten Gotteshauses machen Orgel- und Klavierkonzerte zu einem absoluten Highlight bei einer Reise nach Helsinki.

Kreativität, die sich unter Tage entfaltet

Trotz ihrer oberflächlichen Zurückhaltung ist die finnische Hauptstadt ein Zentrum kulturellen Schaffens. Im Jahr 2000 war Helsinki Kulturhauptstadt Europas und 2012 wurde ihr mit dem Titel Welthauptstadt des Designs eine weitere Ehre zuteil. Finnisches Design steht wie Helsinki für Kühle und Reduziertheit. Kein Wunder mag man denken, schließlich ist Helsinki eine der kältesten Hauptstädte weltweit. Die Durchschnittstemperatur beträgt im Sommer frische 18 Grad, im Winter satte minus fünf. Bei so viel Kälte und natürlich wegen der lang anhaltenden Dunkelheit zieht es die Finnen dann in ihre "Unterwelt", wo die Kreativen der Stadt die neuesten Ideen für den kommenden Sommer aushecken und bei den ersten Sonnenstrahlen ans Tageslicht befördern. Ist es nämlich erst einmal etwas wärmer, beginnt das Leben in Helsinki zu pulsieren und zahlreiche Straßencafés laden dazu ein, die bis zu zwanzig Stunden langen Sommertage gemeinsam zu zelebrieren. Auch wenn es nur schwer vorstellbar ist, kratzen die Temperaturen an so manchem Tag an der 30-Grad-Grenze. Den Besuch, der vielfältigen Kulturlandschaft wie dem Nationalmuseum, dem Design-Museum oder natürlich einer finnischen Sauna sollten Sie auf kältere Tage verschieben.

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