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Mailand: Italiens heimliche Hauptstadt

Mailand: Italiens heimliche Hauptstadt

29.06.2012, 18:12 Uhr | jb (CF)

Mailand ist das unbestrittene wirtschaftliche Zentrum Italiens. Doch auch im Bereich des Stils und der Lebenskunst hat Mailand im wahrsten Sinne des Wortes Weltbewegendes zu bieten. Also nichts wie hin da!

Auch wenn die Stadt in der Po-Ebene mit einer Einwohnerzahl von nur 1,3 Millionen einen vergleichsweise kleinen Eindruck macht, muss dabei doch in Betracht gezogen werden, dass das Mailänder Stadtgebiet nie nennenswert vergrößert wurde. Deshalb spielt hier die Metropolregion eine wesentlich größere Rolle als anderswo: Und da leben dann schon 7,5 Millionen Menschen. Das mit dem Stadtgebiet ist natürlich so eine Sache: Natürlich wurde es bis ins 19. Jahrhundert hinein erweitert und auch jetzt zeugen noch so manche Tore aus den alten Stadtmauern von den alten Grenzen. So sind Tore aus allen drei Stadtmauern, der römischen, der mittelalterlichen und der spanischen erhalten geblieben. Aber die neuen Vorstädte gehören eben nicht zu Mailand. Dort leben viele der Angestellte, die in den 100 der 200 größten Unternehmen Italiens arbeiten, die ihren Stammsitz in Mailand haben. So unter anderem der Reifenhersteller Pirelli und Alfa Romeo, das allerdings von Fiat übernommen wurde. Auch ist Mailand Medienhauptstadt Italiens, unter anderem mit dem Stammsitz von Berlusconi und auch vielen anderen Verlagen. Und natürlich die Modebranche! Während der Messen spricht die Haute Couture italienisch. Welch Wunder, dass da 2015 die in die Jahre gekommene Expo vom Glanze Mailands profitieren möchte!

Mailand war einfach schon immer großes Kino, oder besser gesagt: Große Oper. Hier hat die weltberühmte Scala ihren Sitz, die 1778, als Mailand zu Habsburg gehörte, erbaut wurde und nach der Zerstörung im zweiten Weltkrieg 1946 wieder aufgebaut wurde. Hier feierten viele Opern Verdis Premiere. Und mag die Scala auch äußerlich einen bescheidenen und schlichten Eindruck machen, wird innen doch der Prunk barocker Sinnenfreuden zelebriert. Doch wenn die Mailänder im 19. Jahrhundert übrigens den Namen Verdis skandierten, war das gleichzeitig ein Kürzel für "Viva Emanuele...", der der erste italienische König wurde und dessen Andenken in Mailand durch einen phänomenalen Bau, die Mutter aller Einkaufspassagen, hochgehalten wird. Stuck und Marmor unter einer grazilen Glaskuppel aus dem 19. Jahrhundert mit luxuriösesten Designerläden – in einem solchen Ambiente wird Shopping von der musealen Aureole eines Kulturereignisses umgeben. Gegenüber der Galleria Vittorio Emanuele II befindet sich übrigens der imposante Mailänder Dom. Nicht nur ist er die drittgrößte Kirche der Welt, auch hält er mit 600 Jahren Bauzeit einen Rekord und wird von stolzen 3.400 Figuren geschmückt. Kurz: Das gotische Schmuckstück der Modestadt!

An Mailand führt kein Weg vorbei

Eine andere besichtigenswerte Kirche ist die Santa Maria delle Grazie, wo sich da Vincis Fresko "Das letzte Abendmahl" befindet. Wem da Vinci keinen Kirchenbesuch wert ist, kann dessen Werke aber auch im Museum begutachten, so in der Pinacoteca di Brera oder ganz profan im Stadtbild: Leonardo war nämlich auch für das Navigli genannte Kanalsystem verantwortlich. Des Weiteren lohnt sich noch ein Besuch des Castello Sforzesco, das in seinen ältesten Teilen auf 1450 datiert und dessen repräsentativer Innenhof ein Vorläufer des Dresdner Zwinger ist. Überhaupt ist Innenhof ein gutes Stichwort. Bei Ihren Bummeln durch die Stadt sollten Sie nämlich unbedingt ab und zu auch in die Innenhöfe lugen. Hier werden Sie einige der malerischsten Plätze Mailands finden. Zum Beispiel der Corso Como genannte Innenhofkomplex beim Bahnhof Garibaldi, wo es einige Cafés gibt. Beim Stichwort Bahnhof muss übrigens angemerkt werden, dass Mailand der wichtigste Verkehrsknotenpunkt Italiens ist: Sowohl was Autobahnen als auch Schienen- und Flugverkehr betrifft. Die Zeiten, in denen alle Wege nach Rom führten, sind in Italien nämlich vorbei – da mag das Sprichwort noch so einprägsam sein. 

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