Sie sind hier: Home > Leben > Reisen >

Amsterdam: Ein einziges Freilichtmuseum

Amsterdam: Ein einziges Freilichtmuseum

29.06.2012, 18:12 Uhr | af (CF)

Amsterdam, die Stadt der Grachten und Coffeeshops, ist eine der beliebtesten Destinationen für Städtereisen. Ihre Altstadt ist die größte Europas, und ihre Bewohner zählen zu den liberalsten der Welt. Und Kunst gibt's auch noch.

Der Name Amsterdams leitet sich von einem Damm ab, mit dem die Amstel gestaut wurde. Diesen "Dam" gibt es immer noch, aber jetzt ist er ein Platz. Und zwar nicht irgendeiner, sondern der Hauptplatz mit den einzigen repräsentativen Gebäuden in der sonst so egalitären Stadt. Doch zurück zum Anfang: Die Stadt wurde im 13. Jahrhundert gegründet und wurde rasch Mitglied der Hanse. Ihr wirtschaftlicher Aufschwung begann aber erst später, als sie Stammsitz der Holländischen Ostindien Kompanie wurde. In dieser Zeit setzte sich auch das Grachtensystem als strukturbildendes Merkmal der Stadt durch. Die drei ringförmigen Hauptgrachten werden dabei durch zahlreiche kleine, radial verlaufene Grachten miteinander verbunden. Dadurch entstand ein Netz von Wasserwegen, dank derer Gewürze, Teppiche und andere ostasiatische Kostbarkeiten problemlos von Haus zu Haus geschippert werden konnten. Allerdings war das mit den Häusern so eine Sache: Da sich das Steuersystem an der Breite der Häuser orientierte, war für großzügige Treppenhäuser kein Platz. Also versah man die Häuser am Giebel mit Flaschenzügen, damit größere Lasten durchs Fenster ins Innere transportiert werden konnten.

Alles in allem gibt es in Amsterdam etwa 7.000 Kaufmanns- und Lagerhäuser aus dem 16. bis 18. Jahrhundert und 1.300 Brücken aus dieser Zeit. Somit ist Amsterdam die größte Altstadt Europas, ein echtes Freiluftmuseum. Betreten kann man das unter anderem in der Herengracht 605, wo es ein Museum für den ehemaligen Bewohner, den Bürgermeister Willet Holthuysen, gibt. Eindrucksvoll sind auch die repräsentativen Gebäude an der "Goldenen Kurve", in denen heute allerdings viele Konzerne eine Filiale haben. Und da sind Besichtigungen nur mit Geschäftstermin möglich. Doch zurück zum Dam: Dort befindet sich der auf 13.659 Baumstämmen ruhende Königspalast, der ursprünglich mal ein Rathaus werden sollte. Daneben erhebt sich die Nieuwe Kerk, die Neue Kirche, eine spätgotische Basilika aus dem frühen 15. Jahrhundert. In unregelmäßigen Abständen finden hier auch Krönungszeremonien für die niederländischen Könige statt. Etwas älter ist die Oude Kerk, deren mittelalterliches Interieur allerdings dem protestantischen Bildersturm zum Opfer fiel. Dafür geht es aber auf dem Vorplatz um so farbenfroher zu: Hier reiht sich ein Bordell ans andere. Das ist der legendäre Rotlichtbezirk De Wallen.

Amsterdam zwischen Kunst und Coffeeshop

Wenn Sie dagegen die Inspiration anderer Musen bevorzugen sollten, lohnt sich ein Gang ins Museum. Hier sind vor allem das Rijksmuseum und das Van-Gogh-Museum hervorhebenswert. In Letzterem werden dabei übrigens auch Bilder von Theos Zeitgenossen wie Monet, Lautrec oder Gauguin ausgestellt. Das imposante Reichsmuseum konzentriert sich dagegen auf die niederländische und flämische Malerei bis ins 19.Jahrhundert. Zu den berühmtesten Werken zählt Rembrandts "Nachtwache". Womit sich wieder die Frage stellt, wohin man denn des Nachts wandelt, wenn nicht nach De Wallen. Eine beliebte Ausgehadresse ist zum Beispiel das Neun-Straßen-Viertel, wo sich viele Bars, Restaurants und sonstige Szeneläden befinden. Ansonsten finden Sie aber auch quer über die Stadt verteilt zahlreiche Bars und Clubs, von denen besonders das "Paradiso" in einer umgebauten Kirche empfehlenswert ist. Doch auch tagsüber will man natürlich entspannen. Wer nicht grade einen verruchten Coffeeshop aufsuchen möchte, sollte sich den Beginenhof anschauen, in dem es sogar noch ein Holzhaus von 1470 gibt und eine ruhige, grüne Oase im Zentrum von Amsterdam ist.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Mehr zu den Themen

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
15,- € Gutschein für Sie - nur bis zum 22.09.2019
bei MADELEINE

shopping-portal