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Die besten Geheimtipps Berlins

Sabine Kelle

13.05.2013Lesedauer: 4 Min.
Berlin ist die Stadt, die niemals schläft.
Berlin ist die Stadt, die niemals schläft. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Berlin, die Stadt die niemals schläft, wo man morgens immer müde aber abends einfach nur wach ist. Weil der Berliner gerne feiert und das am liebsten unter seinereins, sind viele der Attraktionen kleine Geheimtipps. Fernab von Reichstag, Brandenburger Tor und KaDeWe findet statt. Wenn Sie auch nimmermüde und ein wenig verrückt sind, dann gehören Sie wohl ins Spree-Athen. Ein Blick in unsere Foto-Show bereitet Sie auf den alltäglichen Wahnsinn der Hauptstadt vor

Die inzwischen keineswegs mehr heimliche Partyhauptstadt steht nicht gerade im Ruf besonders elegant zu sein, aber das muss und will sie auch gar nicht. Dank unzähliger Reportagen und ausführlicher Artikel kennt inzwischen selbst jeder Hinterwäldler den Dauerpartyort mit integriertem Swingerclub namens "Weekend". Auch die "Panoramabar" dürfte niemandem entgangen sein. Hipster hängen im Café "Haus am See" herum und dass Brad Pitt & Co stets im "Soho Club" residieren, steht in jedem Reiseführer. Sicher, diese Orte gehören irgendwie zum kulturellen Gesamtpaket, doch das wahre Leben findet man ganz woanders: Versteckt hinter (inzwischen nur noch wenigen) hässlichen Häuserwänden, unscheinbaren Läden und verfallenen Gemäuern - mehr oder weniger wohlgehütet von den Berlinern. Wer bereit ist abzutauchen, kann eine Menge erleben. >>


Berlin – Dickes B an der Spree

Wenn es in Berlin um die (Curry)Wurst geht, dann gibt es für die meisten Berliner nur eine: die Currywurst von "Konnopkes". Nach einem streng gehüteten Familienrezept erfreut sich die Wurst schon seit 1930 einer stetig wachsenden Fangemeinde.
Ein weiteres Berliner Original ist die Ketwurst. Als Pendant zum Hotdog entstand die Wurst im Brot im Osten Berlins und schmeckt bis heute.
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Rauchwolken eines Waldbrands im hessischen Lahn-Dill-Kreis.


Down Under - Abtauchen in Berlin

Abtauchen kann man in Berlin nicht nur mit der U-Bahn. Eine komplett verwobene Unterwelt tut sich dem mutigen Besucher im Berliner Unterwelten Museum auf. Neben stillgelegten U-Bahnschächten kann man sich auch durch riesige ehemalige Kriegsbunker und die Katakomben des Tempelhofer Flughafens tasten. Doch auch überirdisch ist das Gelände des ehemaligen Flughafens einen Besuch wert.

Die einstige Landebahn hat sich zu einem echten Naherholungsgebiet gemausert, dass die Berliner inzwischen genauso vehement verteidigen wie den letzten Mauerstreifen. Im Winter kann man hier entspannt Langlaufen, im Sommer schnallt man sich die Rollerblades an oder kommt einfach mit Grill, Liegestuhl und Familie. Mehr Action gefällig? Dann können Sie hier sogar mit einem Segelflugzeug einen kleinen Rundflug wagen. >>

Action an der Spree

Im nahegelegenen Filmpark Babelsberg können Sie ausprobieren, wie Sie sich als Stuntman machen. Oder steckt in Ihnen gar ein Geheimagent? Dann tauchen Sie in die Welt eines Special Weapons and Tactics (kurz S.W.A.T) Teams ab und helfen bei Geiselbefreiungen, Razzien und Banküberfällen. Apropos tauchen – auch das ist in Berlin möglich, schließlich liegt die Stadt an der Spree. Das Spannende bei einem Tauchgang sind dabei weniger die heimischen Fische als diverse, teils skurrile versenkte Gegenstände. Wer wirklich tief abtauchen will, steigt in die weltweit einmalige 50 Meter tiefe Tauchturmanlage der DLRG und erlebt die besonderen Bedingungen, die in diesen Tiefen herrschen.

Kulinarisches Spree-Athen

Nach so viel Action ist es Zeit für eine Stärkung. Kulinarisch hat Berlin abseits von Döner da so einiges zu bieten und das zu tatsächlich moderaten Preisen. Um schnell etwas auf die Hand, beziehungsweise in den Mund zu bekommen, gibt es die berühmte Ketwurst (die DDR-Alternative zum Hot Dog) am U-Bahnhof Schönhauser Allee. In Sachen Currywurst verläuft bis heute eine Grenze durch die Stadt. Die einen schwören auf ihr (Ost-)Original bei "Konnopke" an der Eberswalder Straße, wo schon seit 1930 und inzwischen in dritter Generation die Grillwurst in pikanter Sauce serviert wird. Anderen ist nur die Wurst von "Curry 36" in Kreuzberg heilig. In beiden Fällen gibt es eine Portion schnodderige Berliner Schnauze dazu und das absolut gratis. Oder darf es doch lieber etwas gesünderer Fisch sein? Dann aber nicht irgendeiner! Bei "Glut & Späne" in der Markthalle IV in Kreuzberg steht Michael Wickert neben seinem Räucherofen und bietet neben frisch über Buchenspänen geräuchertem Fisch echte Köstlichkeiten rund um den Kiemenatmer an. Vom in Gin oder Whiskey gebeizten Lachs, über saisonale Leckereien wie Saibling, bis hin zur Ceviche, dem peruanischen Nationalgericht aus kaltgegartem Fisch, kann man hier in wahren Gaumenfreuden schwelgen. Selbst für passende Flüssignahrung ist gesorgt, denn der Berliner hat es mit seiner Molle. So gibt es gleich nebenan bei "Heidenpeter‘s" frisch gebrautes Bier. >>

Verwunschene Orte, Partys und Kunst-Action

Wer seinen Fisch selber angeln möchte, der fährt einfach ein kleines Stück in den Osten zur Rummelsburger Bucht. Zu DDR Zeiten stand dort ein inzwischen von der Natur in Besitz genommener Freizeitpark, durch den man nun abenteuerliche Touren machen kann. Mit ein wenig Glück landen Sie nach dem Angeln mitten in einer spontanen Kunstaktion, wie dem Farbscharmützel. Urplötzlich von einer Farbbombe getroffen, sind Sie mittendrin im bunten Getümmel und das ist Wortwörtlich zu nehmen. Mittels zweier Katapulte schleudert die Künstlergruppe "Raum für drastische Maßnahmen" Farbbomben in Richtung einer aufgeheizten Meute, die mit Brettern und Leinwänden bewaffnet ist. Diese dienen keineswegs zum Schutz. Im Gegenteil: Ziel ist es möglichst viel Farbe abzubekommen, ob auf den Tafeln oder den eigenen Klamotten ist dabei egal. Jackson Pollock wäre wohl Fan der ersten Stunde. Noch nicht genug gefeiert? Kein Problem, in Berlin gilt "Schlaf wird überbewertet" und so geht es weiter zum "about blank" wo auch an einem Montagmittag noch Schlangen tanzwütigen Jungvolkes vor dem Club warten. Ein Stück weiter wird es in der "Wilden Renate" so richtig verrückt. Geschützt vor unerwünschten Blicken hat man einen hohen Bretterzaun um das Partyanwesen errichtet. Oder dient es doch zum Schutz der Anwohner? Man weiß es nicht, wahrscheinlich ist am Ende beides.

Molle für den guten Zweck

Bei all der Feierei denkt der Berliner trotzdem noch an seine Stadt. Unter dem Motto "Saufen und dabei Gutes tun" erdachte sich Peter Eckert 2010 den Quartiermeister. Denn was dem Berliner selbst kaum noch auffällt, ist für jeden Berlinbesucher augenscheinlich: der überdurchschnittliche Bierkonsum. Das Hopfengetränk scheint die Stadt zu einen. Ob Student, Bauarbeiter, Akademiker, Beamter oder einfach nur Partygast – sie alle verbindet die gute alte Molle. Wer zum Quartiermeister greift unterstützt damit soziale Projekte. Natürlich nicht irgendwelche, denn im Zeitalter digitaler Medien und Transparenz darf jeder Biertrinker online mit abstimmen und nachverfolgen wer und wieviel vom Kuchen, äh Bier, abbekommt.

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