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Whisky: Whisky-Reise: Reiseziele für Whisky-Liebhaber

Whisky-Pilgerziele: Hochprozentige Schätze

09.09.2013, 14:51 Uhr | Karsten-Thilo Raab, srt

Whisky: Whisky-Reise: Reiseziele für Whisky-Liebhaber. Whisky-Trails gibt es zunehmend auch in Deutschland. (Quelle: srt/05.09.2013/Karsten-Thilo Raab)

Whisky-Trails gibt es zunehmend auch in Deutschland. (Quelle: 05.09.2013/Karsten-Thilo Raab/srt)

Für Whisky-Liebhaber gibt es nicht nur in Schottland und Irland einiges zu entdecken und zu probieren, sondern auch entlang deutscher Whisky-Wege und neuerdings sogar in Italien. Die interessantesten Ziele von Großbritannien über Hessen, Sachsen, Baden-Württemberg und Bayern bis nach Südtirol.

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"Der Regen von heute ist der Whisky von morgen", lautet eine schottische Volksweisheit. Und der Norden der britischen Inseln ist bekanntlich mit reichlich Regen gesegnet. Was vielleicht erklärt, warum schottischer Whisky auf eine mehrere Jahrhunderte alte Tradition zurückblickt und sich derart großer Beliebtheit erfreut.

Destillerie seit 1608

Nachweislich reichen die Spuren der Whiskyherstellung in diesem Teil Westeuropas bis ins Jahr 1494 zurück. Damals durfte jeder Schotte das "Wasser des Lebens", wie Whisky in Anlehnung an die gälische Bezeichnung "uisce beatha" genannt wird, selbst produzieren. Die älteste noch heute existierende Destillerie in Schottland ist Glenturret in der Nähe von Crieff, die 1775 ihre Pforten öffnete. Verglichen mit Bushmills in Nordirland ist sie jedoch ein "junger Hüpfer". Denn die älteste Destillerie der Welt erhielt bereits 1608 eine Lizenz zugesprochen.

Noch heute zählt Schottland rund 100 Brennereien, von Glenkinchie, südlich der Hauptstadt Edinburgh, bis Scapa ganz im Norden der Orkney Inseln, von Edradour, der kleinsten Destille inmitten der Highlands, bis hin zu Auchentoshan in den Lowlands vor den Toren Glasgows.

Whisky Trail über 100 Kilometer

Die wohl beste Art, die Vielfalt des schottischen Whiskys kennen zu lernen, ist eine Tour entlang des gut ausgeschilderten "Whisky Trails", der von Forres über Archiestown, Craigellachie und Roothes nach Keith, Dufftown, Glenlivet und Aberlour reicht. Die Rundfahrt erstreckt sich über mehr als 100 Kilometer und führt an einigen der bedeutendsten Destillerien wie Glenfiddich, Cardhu, Glen Grant, Glenlivet und Strathisla, sowie an einer Küferei und dem Museum in der stillgelegten Brennerei Dallas Dhu vorbei.

Auch im benachbarten Irland gibt es einen Whisky Trail. Dieser ist jedoch virtuell angelegt. Unter Federführung von Heidi Donelon ist eine Website entstanden, die Hochprozentiges in sich hat. >>

Donelon führt mit Witz und Humor quer durch ihre Heimat zu Destillerien, feinen Whiskyläden und in die besten Pubs für zivilisierte Whiskyverkostungen. Ob in der Old Jameson Distillery in Dublin oder einer weniger bekannten Hochburg, wie dem Fairhill House Hotel in Connemara, das mit 170 verschiedenen Whiskys aufwarten kann, geht es immer um den kleinen Schluck mit Maßen und guter Nase.

Über 100 verschiedene Whiskysorten "made in Germany"

Auch in Deutschland lässt sich auf den Spuren des Hochprozentigen manches entdecken und probieren. So haben sich 2013 die Destillerien Holger Höhler aus Aarbergen-Kettenbach, Klaus Gemmer aus Rettert und Bettina Wagner aus Hünfelden-Dauborn zum "Nassauer Whisky Trail" zusammengeschlossen. Pauschale Arrangements ermöglichen, den "Golden Ground Whisky" der Familie Wagner oder Holger Höhlers hessischen "Whessky" zu testen und zu vergleichen. In einem weiteren Schritt sollen die Destillerien durch einen ausgeschilderten Wanderweg miteinander verbunden werden.

Bereits seit Herbst 2012 verbindet der knapp 80 Kilometer lange "Schwäbische Whisky Trail" mehr als ein Dutzend Brennereien im "Ländle". Das sogenannte goldene Dreieck befindet sich zwischen Tübingen, Fellbach und der 3500-Seelen-Gemeinde Owen, die mit ihren drei Brennereien als deutsche Whisky-Kapitale gilt. Überhaupt schickt sich Deutschland als Land der Bier- und Weinliebhaber mit Siebenmeilenstiefeln an, in die Fußstapfen der berühmten Destillerien aus Schottland und Irland zu treten. Und dies mit Erfolg. Denn mittlerweile ist es einigen Brennereien durchaus gelungen, sich mit ihren Single-Malt-Whiskys einen Namen über die Landesgrenzen hinaus zu verschaffen. Neben der Qualität sollte auch die Quantität nicht unerwähnt bleiben, produzieren doch inzwischen gut 50, überwiegend familiengeführte Brennereien über 100 verschiedene Whiskysorten mit dem Prädikat "made in Germany".

Pionier der deutschen Whiskyhersteller ist nach eigenem Bekunden Robert Fleischmann aus dem oberfränkischen Eggolsheim, der 1983 seinen ersten Malt produzierte. Aushängeschild ist die nach seinem Lokal benannte "Blaue Maus", die natürlich im Probierkeller genauso im Ausschank ist wie die übrigen neun Whiskys aus dem Hause Fleischmann. >>

Deutschlands größte Brennerei findet sich im oberbayerischen Schliersee, genauer gesagt im dortigen Ortsteil Neuhaus. Seit 1999 destilliert die Familie Stetter dort den aus geräuchertem Gerstenmalz und dem Gebirgswasser der Bannwaldquelle hergestellten "Slyrs". Drei Jahre lagert das edle Tröpfchen in Holzfässern aus amerikanischer Weißeiche, ehe der bayerische Single Malt in den Verkauf geht. Bis zu 50.000 Whisky-Liebhaber stimmen jährlich mit den Füßen ab und verschaffen sich beim Besuch der Erlebnis-Destillerie direkt vor Ort einen Eindruck von den einzelnen Produktionsschritten - eine Kostprobe inbegriffen.

Mehr Zeit zu reifen, lässt Johannes Haas aus dem bayerischen Pretzfeld seinem Destillat. Sein fränkischer "Whisky 12" wird zehn Jahre in den Fässern aus amerikanischer Weißeiche gelagert. Derweil hat die Steinwälder Hausbrennerei Schraml aus dem oberpfälzischen Erbendorf mit dem fünf Jahre alten "Stonewood Woaz" und dem "Stonewood 1818" gleich zwei Malzwhiskys im Angebot. Wobei die Rezeptur für Letzteren auf einen seit 1818 gebrannten Korn zurückgeht. Im niedersächsischen Zorge stellt die Hammerschmiede seit dem Jahre 2002 mit dem "Glen Els" einen Harzer Single Malt in kleinen Mengen als Jahrgangsedition oder als Daueredition her.

Bei aller Euphorie sollte nicht verschwiegen werden, dass die deutschen Whiskys von hoher Handwerkskunst zeugen, aber aufgrund ihrer verhältnismäßig jungen Geschichte oft noch ein wenig geschmackliche Reife, die sich zumeist erst nach zehn oder mehr Jahren einstellt, vermissen lassen. Gleiches gilt wohl auch für den Puni aus Glurns in Südtirol. Seit Herbst 2012 hat sich dort Italiens erste und einzige Brennerei der Whiskyherstellung verschrieben. Im verglasten Inneren der Destillerie können Besucher auch die kupfernen Brennblasen, eine 100 Jahre alte Malzmühle sowie die Marsala- und Bourbon-Fässer bewundern, in denen die erste Whisky-Generation gelagert wird. Die Schau-Destillerie kann nach Anmeldung besichtigt werden, selbstverständlich inklusive Verkostung des ersten "Italian Single Malt".

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