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Bahamas: Winterflucht à la James Bond

Bahamas: Winterflucht à la James Bond

21.01.2014, 15:28 Uhr | Norbert-Eisele Hein, srt

Bahamas: Winterflucht à la James Bond. Kristallklares Wasser so weit das Auge reicht auf den Abacos-Inseln. (Quelle: srt/Norber-Eisele Hein/21.01.2013)

Kristallklares Wasser so weit das Auge reicht auf den Abacos-Inseln. (Quelle: Norber-Eisele Hein/21.01.2013/srt)

Ein Segeltörn auf die Abacos bietet das perfekte Gegenstück zum nasskalten Winterwetter daheim. Die Inselgruppe im Norden der Bahamas ist noch ein echter Geheimtipp und bietet neben Bilderbuch-Stränden auch absolute Delikatessen für Gourmets. Wo sonst soll man den Winter schöner verbringen als hier im Paradies, das durch mehrere James-Bond-Filme weltbekannt wurde?

Foto-Serie mit 19 Bildern

Edmond Pinder ist bereits 73 Jahre alt. Aber mit der Machete macht ihm keiner was vor. Ein gezielter Hieb mit dem Buschmesser, und schon hat er die "Conch" geöffnet. Edmond zeigt noch mal mit lausbübischem Grinsen, wie er der kopfgroßen Fächermuschel zu Leibe rückt.

Grundnahrungsmittel: Muscheln

Heute war ein besonders guter Tag für ihn, erzählt er freudestrahlend. "Mann, 54 Muscheln in nicht mal einer halben Stunde. Ich musste nicht mal weit abtauchen, konnte sie im hüfthohen Wasser einfach so vor Guana Cay aufsammeln." Jede Muschel bringt ihm an die zehn Dollar, denn die Conch (sprich: Konk) ist so etwas wie das Grundnahrungsmittel auf den Bahamas. Conch Salad, Conch Sushi, Conch pur - das feine Muschelfleisch gilt als Delikatesse. Der rüstige Rentner hat hier im vergangenen Frühjahr eine kleine Strandbar eröffnet.

Vor den kunterbunten Brettern thront er auf einem Barhocker, hübsch abgeschirmt durch riesige Kokospalmen. Der Blick darunter reicht weit in die hellblauen Wasser der Karibik. Mit flinken Händen säbelt Edward sein Conch-Sushi und setzt ganz nebenbei noch einen mächtigen Rumpunsch an.

Wieder fährt seine Schaufel lautstark in die Truhe mit den Eiswürfeln. Mit angespanntem Oberarm mixt Edmond eine Bahama Mama, einen Gombay Smash...oder war es ein Gullywash? Wow, Touristen ereilt an dieser doch so simplen Bar serienweise der Inselschlendrian.

Bond hat das Beste verpasst

Weiße Puderzuckerstrände und süßes Nichtstun unter Palmen: Die Bahamas gelten in Europa als Synonym für die Karibik. Bekannt wurden sie eigentlich schon in den 60er- und 70er-Jahren durch keinen Geringeren als James Bond. Doch der smarte Geheimagent tingelte eigentlich immer nur

vom Casino in Nassau - Bahamas Hauptstadt - zum Turteln mit seinen zahlreichen, luftig gekleideten Gespielinnen. Im Auftrag ihrer Majestät half er den Damen aus den Bikinis, nun gut. Dennoch, rein geografisch hat er das Beste verpasst. Denn die Bahamas haben viel mehr zu bieten als Nassau. Von den insgesamt 700 Inseln sind nur 30 ständig bewohnt, erst 16 davon touristisch erschlossen. Der erste Tourist war übrigens Christoph Kolumbus, der schon am 12. Oktober 1492 auf den östlichsten Bahamas an Land ging. Er nannte die friedlichen Ureinwohner Indianer und taufte die Inselgruppe Baja Mar (span. für "flaches Meer"), wovon sich der heutige Name Bahamas ableitet.

Am besten per Segelboot

Die Abacos sind immer noch ein echter Geheimtipp. Die Inselgruppe mit dem viertgrößten Barriereriff der Welt erstreckt sich über 210 Kilometer vom Norden bis zum Südwesten der Bahamas. Doch ob über oder unter Wasser - die Abacos sind immer eine wahre Wunderwelt. Am besten lässt sich diese paradiesische Ecke der Bahamas auf einem Segelboot erkunden.

Segel setzen, der nächste Inselhüpfer wartet. Kurs Nordwest zum Green Turtle Cay. Brendal's Dive Center in New Plymouth gilt längst als Legende. Die Tauchbasis wurde schon 1972 eröffnet und hat seither so gut wie jeden touristischen Preis abgeräumt. Jacques Cousteau, Paul Newman, Marlon Brando - die Liste der prominenten Gäste ist enorm.

Ex-Ausbilder der Navy Seals

Brendal, der 63-jährige Ex-Ausbilder der Navy Seals könnte das karibische Double von James Bond sein. Blendendes Lachen, Sixpack und Muskeln, dass selbst 25-jährige Sportler neidvoll durch die Zähne pfeifen. "Write your name on the plastic cup and help yourself", erklärt Brendal Regel Nummer 1 und zwinkert in Richtung Kühlbox. Die ist randvoll mit Eis und Rumpunsch. Seine Paradetour führt zu seinem Hausriff. Auf seiner Schnorchelrunde stellt Brendal seine Freunde Calypso, einen riesigen Zackenbarsch, und ein paar Schildkröten vor. Die zwei Meter großen Riffhaie, die majestätisch über den betörend schönen Korallengarten schweben, "kommen nur gelegentlich auf Stippvisite vorbei und sind völlig harmlos", meint Brendal. Sie lassen aber den Puls so mancher Schnorchler katapultartig nach oben schnellen.

Auf einer Mini-Bilderbuchinsel, bestehend aus einer Handvoll Palmen und einem Saum aus blütenweißen Sand, zaubert Brendal im Handumdrehen ein Feuer aus trockenen Palmwedeln. Während Brendal brutzelt, können die Gäste zwei bistrotischgroße Stachelrochen im seichten Wasser füttern. Die Instant-Küche entpuppt sich als Fine-Dining-Event. Es gibt Red Snapper mit frischem Gemüse, dazu Conch-Salat so frisch, dass man glauben möchte, die Muscheln müssten doch noch zappeln. Dazu bäckt Brendal schnell noch "Jackbread" auf, ein karibisches Maisbrot mit Kokosraspeln. Der Rumpunsch, das Festmahl sowie die komplette Bootstour sind unschlagbar. Der Wind frischt auf. Mit geblähten Segeln eilen wir in einer knappen Stunde zur "Hauptstadt" des Elbow Cay. Hopetowns tropfenförmiger Naturhafen offenbart eine fast schon kitschige Bahamas-Postkarte. Wunderschöne Jachten spiegeln sich im smaragdgrünen Wasser. Darüber thront ein knapp 30 Meter hoher Leuchtturm in einem strahlend rot-weißen Ringelpulli. Neben dem bunten Sammelsurium mondäner Villen prangt direkt am Steg eine riesige Bacardi-Werbung. Gleich dahinter befindet sich der gut sortierte Liquor-Store.

Kühlbox, Sonnenschirm, fertig!

Bis zum Tahiti Beach, einer je nach Tidenhub gerade mal handtuchbreiten Strandsichel vor Elbow Cay, rentiert es sich kaum, die Segel zu setzen. Mitten im hellblauen Wasser liegt da ein weißer Streifen Korallensand und sonst nichts, gar nichts. Wir ankern in sicherer Entfernung, schippern mit dem Dingi 150 Meter hin. Das Programm ist immer das gleiche: Zwei Leute hieven die Kühlbox an Land, einer klemmt sich den Sonnenschirm unter den Arm, fertig. Beim Blick auf den im Wind wiegenden Palmensaum des Festlands startet unaufgefordert ein meditatives Detox-Programm. Zurück in Marsh Harbour trennen wir uns schweren Herzens von unserem Charter-Katamaran. Die Strände von Treasure Cay, die vom National Geographic Magazin bereits mehrfach unter die zehn schönsten Strände der Welt gewählt wurden, versüßen den Ausklang der Reise. Die einzige Verkehrsampel der Abacos erinnert bereits sanft an die Rückkehr in die Zivilisation. Nur symbolisch, aber ungleich radikaler formulieren es unsere Smartphones, die sich nun wieder am Netz laben. Schneeflocken über allen deutschen Städten, brrr.

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