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Outdoor-Action in Tirol

Urlaub für Adrenalin-Junkies

02.05.2014, 15:02 Uhr | Christian Haas, srt

Outdoor-Action in Tirol. Bei der Freefall-Rutsche  werden bis zu 80 km/h  erreicht. (Quelle: srt)

Bei der Freefall-Rutsche werden bis zu 80 km/h erreicht. (Quelle: srt)

Canyoning, Klettern, Blobbing, Endurofahren: Wie viel Outdoor-Action passen in zwei Tage? In der "Area 47" in Tirol, die sich als Europas größte Abenteuerspielwiese bezeichnet, kann man das herausfinden.

Foto-Serie mit 8 Bildern

Drei Männer, zwei Tage, sieben Sportarten. So lautet die Mission. Und die Frage: Wie viel Adrenalin können wir produzieren? "Ich würde es locker angehen", rät Chris Schnöller von "Area 47", während gerade ein Mann mit Skiern (!) die 17 Meter hohe Mattenschanze runterrast und in hohem Bogen ins Wasser platscht.

"Ballermann-Spaßzentrum"

"Mit dem Flying Fox", so Chris, "habt Ihr einen Superblick über das Gelände." Und das sind immerhin 66.000 Quadratmeter. Die hier versammelte Massierung von Sport und Spaß zieht an - 2013 strömten 260.000 Besucher in das, wie ORF mal meinte, "Ballermann-Spaßzentrum". Ein Grund für den Erfolg: Jeder kann sich sein persönliches Level aussuchen. Bei Slacklining, Trampolinspringen und Beachvolleyball kommen auch Anfänger schnell rein. Für den "Fox" braucht es aber mehr Mut als gedacht. Denn um zur Absprungplattform zu gelangen, geht es in rund 25 Meter Höhe über wacklige Bretter. Das versteht Chris also unter "locker angehen".

Erste Schwitzattacke, erster Pulsanstieg. Der zweite kommt beim Absprung ins Nichts, wobei der freie Fall bei Weitem nicht so lange dauert wie beim Megaswing nebenan.

Einen Augenblick später hänge ich beim "Fox" sicher in den Seilen und trudele entspannt abwärts. Über eine Länge von 320 Metern genieße ich den Ausblick - über die Riversurfwelle in der Ötztaler Ache, die Wakeboardanlage, die Eventhalle. Und die zweite Station unseres Postenlaufs: das Rutschenparadies.

Kamikaze-Rutsche

Schnell werden Helm und Klettergurt gegen Badehose getauscht. Während Florian die schräge Kletterwand über dem Badesee ausprobiert, nehme ich mir die "Cannonball"-Rutsche vor. Irre: Gerade kauere ich noch in einer länglichen Sitzschale, dann katapultiert mich auf Knopfdruck ein enormer Wasserstoß meterweit ins Wasser. Vor lauter Verkrampfung verstauche ich mir glatt die Finger. Aber halb so wild.

Wild wird es oben am über 20 Meter hohen Rutschenturm. Während andere Gäste zu 270-Grad-Twister- und Kamikaze-Rutsche abbiegen, steigen wir hoch zur "Free Fall". Vermarktungsname: "Die Streif unter Europas Rutschen". Eine Idee von Chris? Na egal. Alleine würde man jetzt vermutlich kehrtmachen - auch wegen der Warntafel "Für Frauen nicht erlaubt". Aber der Druck der Gruppe sorgt für zusätzliche Motivation.

Also in die Rutsche gesetzt, die Hände an die Stange über dem Kopf und die Beine baumeln lassen. Beim Blick nach unten wird mir schummrig. Es geht 18 Meter runter, die Rinne ist nur leicht gekrümmt. Dann lass ich los - und hebe ab, so steil ist der Winkel. Fünf Sekunden und eine Adrenalinexplosion später rausche ich mit voller Wucht in den Auslaufbereich. Angeblich wurden hier schon 80 km/h gemessen!

Aufregende Stunden in der Schlucht

Bei der nächsten Station, dem Rafting, geht es langsamer zu, nicht aber langweiliger. In der Imster Schlucht erleben wir zwei aufregende Stunden im Acht-Personen-Schlauchboot - inklusive Wellengang, Highspeedpaddeln und im Inn treiben lassen. Fazit: klasse Aktion, aber keine Herzinfarktgefahr. Da wir eh schon nass sind, geht's bei der Rückkehr in die Area gleich zum Blobbing. Das funktioniert so: Während ich auf einem riesigen Gummischlauch Platz nehme, geht Julian auf dem Hüttendach dahinter in Position und ruft mir ein Okay zu, das ich erwidere. Dann springt er hinter mich auf den Gummiberg, so dass es mich dem Gesetz der Luftverdrängung entsprechend unkontrolliert nach oben katapultiert! Der Weltrekord liegt bei 22 Metern - verrückt. Ich komme vielleicht auf zwei Meter, und selbst das tut beim Aufkommen weh. Station fünf, die Mattenschanze, liegt nebenan. Wo vorher andere mit Ski runterflitzten, nehmen wir den Zipflbob. Chris attestiert uns zwar keine Bestnoten in Haltung und Technik, aber gratuliert zum Bestehen des ersten Tages und zeigt uns den Weg zur Blockhütte, wo wir uns - laut - in den höchsten Tönen gegenseitigen Respekt zollen und - leise - unsere Wunden lecken und erschöpft einschlafen.

Der nächste Tag startet gleich mit einem Knaller: Canyoning. Kurze Busfahrt, kurze Einweisung, kurzes Abseilen - da ist man so wach wie nach drei Tassen Kaffee! Weiter geht es, meist angeseilt, an steilen Felswänden entlang und hinab. Es gilt nicht nur meterhohe Gumpensprünge und Balanceakte über den Gebirgsbach zu überwinden, sondern auch den inneren Schweinehund.

Vor allem als es darum geht, sich in die Fluten einer steinernen Rinne zu trauen, deren Ende man nicht einsehen kann. Wie im Schleudergang werde ich mitgerissen und lande wohlbehalten in einer Gumpe. Auf der Naturskala befindet sich die Zwei-Stunden-Tour ganz oben, auf der Adrenalinskala ebenfalls.

Die wird bei der für mich anstrengendsten Station noch getoppt: dem Hochseilgarten "Air Trail", der bis zu 25 Meter über dem Boden entlangführt, wieder an der Brückenunterseite. Hier wurden extrem wacklige Hindernisse befestigt: rutschige Balancierstämme, unhandliche Baumstumpen, Wackelplatten, die nur mit gutem Gleichgewichtssinn zu überwinden sind. Ich erreiche den Punkt, an dem ich beinahe die weiße Flagge hisse.

Die Höhe, die drückende Hitze, fehlende Klettertechnik, die durch enormen Kraftaufwand kompensiert werden will, und die vorangegangenen Aktivitäten zollen ihren Tribut. Nach einer längeren Pause wartet schließlich noch die Fahrt mit dem Elektro-Enduro auf einem eigenen Gelände. Trotz Brutofenhitze ist es fast schon ein Kinderspiel, über die kleinen Schanzen zu hüpfen und mit zunehmendem Gefühl fürs Gas geben und Bremsen die erdigen Kurven zu kratzen.

Unser Fazit: Irre, wie viel man in kurzer Zeit an bekanntem und neuen Thrill erleben kann. Aber der Spaß geht ins Geld, schließlich kostet fast jeder einzelne Posten extra. Dennoch: Unsere Mission ist erfüllt, das Bedürfnis nach Action mehr als gestillt. Mehr Adrenalinausschüttung ist momentan nicht möglich. Over.

Weitere Informationen

Area 47, Ötztaler Ach Straße 1, A-6430 Ötztal-Bahnhof, Tel. 0043/5266/87676, www.area47.at; geöffnet vom 1. Mai bis 28. September, täglich von 8.30 bis 18 Uhr, Water Area 21 Euro, Übernachtung in der Lodge/F 37 Euro, Rafting ab 52 Euro, Canyoning ab 81 Euro, Hochseilgarten 43 Euro, Packages möglich.

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