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Alaska mit dem Schiff bereisen

Alaska-Kreuzfahrt: Eine Woche offline

05.05.2014, 13:38 Uhr | Brigitte von Imhof, srt

Alaska mit dem Schiff bereisen. Eine Kreuzfahrt durch Alaska bietet spektakuläre Natur. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Eine Kreuzfahrt durch Alaska bietet spektakuläre Natur. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wale statt W-Lan, träumen statt twittern: Eine Seereise mit der "Safari Endeavour" durch die menschenleere Wildnis des Glacier Bay Nationalparks in Alaska offenbart ein faszinierendes Gletscher-, Natur- und Tierparadies.

Foto-Serie mit 7 Bildern

Es ist Tag drei auf der Kreuzfahrt durch den Glacier Bay Nationalpark in Alaskas unberührtem Südosten. Start war in Alaskas Hauptstadt Juneau (übrigens der einzigen Hauptstadt der Welt, die nicht auf dem Landweg erreichbar ist, sondern nur mit dem Schiff oder dem Flugzeug). Wir haben die Frontier Street mit ihren 'zig T-Shirt, Souvenir- und Juweliergeschäften abgeklappert. Von der Terrasse eines Hafenrestaurants aus beobachten wir unzählige Wasserflugzeuge und Helikopter, die mit Touristen (überwiegend Kreuzfahrtpassagieren) zu Flightseeing-Touren über die umliegenden Gletscher abheben. Doch bald sollte es vorbei sein mit Rummel, Lärm und Menschenmassen.

Komfortable Kabinen

Die gesamte Crew steht zur Begrüßung Spalier, allen voran Captain Jenna, eine zierliche Lady mit einem bezaubernden Lächeln. Groß ist die Begeisterung über die geräumigen, sehr komfortabel ausgestatteten Kabinen mit den großen Fenstern.

Damit dürfte sich das große Naturkino auch vom Bett aus genießen lassen. Eine Woche Einsamkeit in unberührter wilder Natur liegt vor den Passagieren.

Der Glacier Bay Nationalpark ist eines der größten Wildnisgebiete der Welt - so wild und so abgelegen, dass weder Telefon noch Internet funktionieren. Diese Tatsache sorgt bei einigen Passagieren für anfängliche Konfusion. Eine Woche offline? Puhh, das will erst einmal verdaut werden.

Alternative Route

Anders als die Kreuzfahrtriesen, die sich entlang der spektakulären Inside Passage mehr oder weniger von Hafenstadt zu Hafenstadt hangeln, bahnt sich die 70 Meter lange Safari Endeavour geschmeidig ihren Weg durch die zerklüftete Fjord- und Eisküste. Versteckte Buchten, abgelegene Meeresarme und Insellabyrinthe prägen diese menschenleere Wunderwelt, die den "Großen" weitgehend verwehrt ist.

Mit Schlauchbooten fahren wir direkt zu den ins Meer mündenden Gletschern und schaudern jedes Mal, wenn eine Eisschicht mit Riesengetöse von den haushohen Gletscherwänden abbricht, ächzend auf dem Wasser aufprallt und das Boot ins Schaukeln bringt. Guide Connor versichert, dass im Glacier Bay Nationalpark nicht alle Gletscher von der Schmelze betroffen sind. Einige wachsen sogar - nur zu gerne glauben ihm die Passagiere, und nicht zum ersten Mal keimt der Glaube an eine heile Welt auf. Die Expeditions-Guides (Meeresbiologen oder langjährige Nationalpark-Ranger) wissen über jedes Tier, jede Pflanze, jeden Gesteins- oder Eisbrocken bestens Bescheid. Ihre Geschichten ähneln sich: Sie alle wollten nur einen Sommer in ihrem Traumland Alaska verbringen, kamen aber nicht mehr los. Auch Captain Jenna, die von der Ostküste stammt, wurde schnell Alaska-süchtig. "Ich habe den schönsten Arbeitsplatz der Welt" sagt sie und ihre Augen strahlen.

Familiärer Flair und würzige Seeluft

Nur 80 Passagiere haben auf der Safari Endeavour Platz. Es geht familiär, locker und entspannt zu. Die meisten Gäste kommen aus den USA, sind der Hitze des Sommers in ihrer Heimat entronnen und genießen in Alaska die moderaten 22 bis 25 Grad und die ungemein klare, würzige Seeluft. Admiralty Island heißt unser nächster Stopp. 164 Kilometer lang und 48 Kilometer breit, verzeichnet die dicht bewaldete Insel die höchste Bärenpopulation in Nordamerika. 1700 Braunbären sollen hier leben. Auf den ausgetretenen Buschpfaden steigen wir immer wieder über mächtige Bärenhaufen. Das Unbehagen lässt sich nicht abschütteln, auch wenn Connor versichert, Bären seien menschenscheu. Daher sollen wir Lärm machen, rufen, pfeifen, singen, johlen oder jodeln, damit sich die Bären rechtzeitig aus dem Staub machen können. Gefährlich wird's, wenn Bären überrascht werden oder ihre Jungen in Gefahr wähnen.

So manchen Nachmittag vertreiben wir uns mit Kajakausflügen. Auf dem Wasser fühlen wir uns sicher, wenn wieder mal eine Grizzly-Mama mit ihren Jungen am Ufer entlang schlendert. Stand-up-Paddling wäre auch eine Option. Doch als Anfänger ist uns das Risiko einer Wasserlandung, die bei rund fünf Grad Wassertemperatur nicht wirklich einladend erscheint, zu groß.>>

Die viergängigen Dinner-Menüs sind jedes Mal eine kulinarische Offenbarung. Bei den fangfrischen Dungeness Crabs (Taschenkrebse) macht jeder gerne von der "all you can eat"-Offerte Gebrauch. Später lauschen wir gebannt den Bildervorträgen über Wale, über Gletscher. Mit an Bord ist auch ein Profi-Fotograf, der für interessierte Passagiere Tipps und Tricks zum besseren Foto bereit hält. Währenddessen beobachten die Crew-Mitglieder, ob sich rund ums Schiff etwas Spannendes abspielt. "Wolf auf halb vier", unterbricht plötzlich ein Ruf von Expeditions-Guide Matt den Vortrag. Alle gehen nach draußen, um den einsamen Vierbeiner an der beschriebenen Position in Augenschein zu nehmen. Auch die unzähligen Seelöwen, die sich auf einem Fels in der Sonne pelzen, will sich keiner entgehen lassen.

Echte Begegnungen statt Chats mit Facebook-Freunden

Anstatt E-Mails zu checken oder mit Facebook-Freunden zu chatten, unterhalten wir uns lieber mit den anderen Passagieren. Oder genießen auf der Reling das faszinierende Spiel der Sonne mit den Wolken. An diesen Julitagen ist die Mitternachtssonne noch voll in Fahrt, richtig dunkel wird es nicht, erst kurz vor Mitternacht setzt eine Art Dämmerung ein. Nach langer Zivilisationsentsagung ist die Ankunft im wuseligen Juneau schwer verdauliche Kost. Doch jeder kehrt mit einem Lächeln ins normale Leben zurück und bringt einen Schatz mit nach Hause. Weitere Informationen: Anreise: z.B. mit Lufthansa oder Condor nach Seattle oder Anchorage, Weiterflug nach Juneau. Preisbeispiel: eine Woche "Safari Endeavour" ab/bis Juneau mit Vollpension ab 3269 € (Canusa). 16tägige Kreuzfahrt durch Alaska und Nationalparks von British Columbia (Kanada) mit Lufthansa-Flug ab 6190 € (Ikarus Tours); www.un-cruise.com

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