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Der Hotelmarkt setzt auf Exklusivität

Der Hotelmarkt setzt auf Exklusivität

05.06.2014, 14:05 Uhr | ap/wanted.de

. Ein Butler heißt die neuen Gäste im St. Regis in Abu Dhabi willkommen (Quelle: AP Photo/Kamran Jebreili)

Ein Butler heißt die neuen Gäste im St. Regis in Abu Dhabi willkommen (Quelle: AP Photo/Kamran Jebreili)

Residieren in der Suite mit Terrasse und Diener - oder übernachten bei Privatanbietern zu überschaubaren Preisen? Das Hotelgewerbe ist im Umbruch. Vor allem arabische Hotels punkten mit Top-Angeboten.

Die einen wollen ein Hotel mit privatem Aufzug, Einkaufsberater, vielleicht auch mit Hubschrauberlandeplatz. Was das kostet, ist ihnen ziemlich egal. Den anderen genügen Bett und Dusche, vielleicht mit Frühstück. Das soll so preiswert wie möglich sein. In den Ansprüchen an Urlaub und Hotelstandards manifestiert sich die Kluft zwischen Superreichen und Durchschnittsverdienern. Am oberen wie am unteren Ende passt sich das Angebot an die Nachfrage an.

Das Hotel als Residenz

Die Reichen und Superreichen wollen umsorgt werden. Wenn sie aus Russland, China oder Nahost um die Welt pendeln, ist kein Service zu teuer, keine Aussicht unbezahlbar, keine Dienstleistung unmöglich. Wer Geld hat, "übernachtet" nicht mehr, er "residiert".

Die Luxushotels bieten dafür die nötige Infrastruktur: Die internationale Kette Four Seasons eröffnete erst im November solche "Residenzen" in Vail, Colorado, Jackson Hole, Wyoming und Whistler in Kanada.

In Vail kostet eine Suite mit sechs Schlafzimmern, drei Wohnzimmern und einem Filmzimmer 15.000 Dollar (11.000 Euro) pro Nacht. Im Service enthalten ist ein privater Assistent, der Transporte, privaten Skiunterricht oder exklusives Einkaufen nach Ladenschluss organisiert.

Mehr ist besser im Hotel

In Disney World in Florida eröffnete Four Seasons ein Resort-Hotel mit 444 Zimmern, davon 68 Suiten. Die opulenteste davon bietet den Gästen Entfaltungsmöglichkeiten in neun Zimmern und einer 93 Quadratmeter großen Privatterrasse mit einzigartigem Blick auf das abendliche Feuerwerk des Vergnügungsparks. Die Statistik zeigt: Superreiche investieren im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs mehr in Hotels als Otto-Normal-Verbraucher.

Seit 2009 haben die reichsten 20 Prozent in den USA sechs Prozent mehr für Hotels ausgegeben als zuvor, wie das Bureau of Labor Statistics mitteilt. Die mittleren 20 Prozent hingegen geben fast drei Prozent weniger aus.

Auch der Hotel-Markt für Normalverdiener ist stark in Bewegung. Manche Hotels bieten daher Zimmer mit "begrenztem Service" an, um Kunden zu gewinnen, die sich kein Hotel leisten wollen.

Vielen Reisenden sind die Hotels dennoch zu teuer. So erklärt sich der Boom des Online-Angebots Airbnb. Das Konzept ist einfach: Privatleute können auf der Plattform ein Gästezimmer anbieten, sich so etwas dazu verdienen und zahlen dafür eine kleine Gebühr an die Betreiber des Forums. Seit der Gründung 2008 sind inzwischen 550.000 Zimmer bei Airbnb weltweit registriert. Zum Vergleich: Die Hotelkette Hilton verfügt über 685.000 Zimmer rund um den Globus. Das Angebot bei Airbnb bietet für jeden Zweck und Geldbeutel etwas. Robin Lynch aus New York brachte über Airbnb seine Hochzeitsgesellschaft unter und sparte nach eigener Schätzung rund hundert Dollar pro Zimmer und Nacht im Vergleich zum Hotelpreis. "Das ist eine große Ersparnis bei sieben Tagen", sagte er.

Luxus on demand

So sind es vor allem die Extreme, bei denen auf dem Markt die meiste Bewegung herrscht. Für die großen Hotels hat vor allem das Geschäft mit Luxus für die Superreichen enormes Potenzial. Der Sektor sei nie stabiler gewesen, sagt Steve Carvell von der Cornell University School of Hotel Administration. Zu den Herausforderungen der Hotels gehört auch, Luxus auf Knopfdruck bieten zu können. Wer sich die Extravaganz leisten kann, reist durchaus spontan, wie kürzlich ein deutscher Gast im St. Regis auf Mallorca.

Unvermittelt rief der Mann auf der spanischen Ferieninsel an und fragte nach dem Wetter. Knapp 30 Grad Celsius und blauer Himmel, meldete der Rezeptionist. Der Anrufer buchte kurzerhand die größte freie Suite und sagte, er sei eine Stunde später im Hotel. Er hatte aus seinem Privatjet angerufen, der gerade über Madrid kreiste.

Geht nicht gibt's nicht

Ebenfalls auf Knopfdruck gefragt: ausgefallene Wünsche. Das Four Seasons in Vail rühmt sich damit, einem Gast eine private Elefantenfütterung ermöglicht zu haben. Allerdings war da der Zoo schon geschlossen. Ein Promi wünschte zudem einmal ein Abendessen von der Fast-Food-Kette Kentucky Fried Chicken. Die nächste Filiale war 45 Kilometer entfernt. Eine Stunde später gab es das erhoffte Mahl für den Promi und seine 21 Begleiter in Originalverpackung. Dem Willen zum Service setzt letztlich nur das Verlangen der Kunden Grenzen. Steve Carvell hat eine Theorie dafür, woher solche ausgefallenen Wünsche rühren: Manchmal seien die Gäste so fordernd, nur um zu sehen, was möglich ist. "Sie wollen das Wort Nein nicht hören."

Das gilt vor allem in Arabien: Die Retorten-Stadt Abu Dhabi baut den Luxus-Tourismus aus, hier entstehen viele neue Top-Hotels. Einblicke in eines davon - das St. Regis - erhalten Sie in unserer Fotoshow

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