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Alaska: Mount McKinley lockt Kletterer mit Extremen

Alaska: Mount McKinley lockt Kletterer mit Extremen

07.07.2014, 16:11 Uhr | dpa

Alaska: Mount McKinley lockt Kletterer mit Extremen. Der Mount McKinley ist der höchste Berg Nordamerikas (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der Mount McKinley ist der höchste Berg Nordamerikas (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Alaska für sich ist schon Abenteuer genug und gilt fast schon als Paradies für harte Kerle. Wer es auf die Spitze treiben will, besteigt den Mount McKinley. Nordamerikas höchster Berg gilt als gefährlich.

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Meistens ist "der Große" gar nicht zu sehen. Fast immer verbirgt sich der Mount McKinley in Alaska in einer dichten Wolkendecke, die Nordamerikas höchster Berg durch seine pure Größe selbst erzeugt. Trotzdem, und gerade deshalb, lockt er jedes Jahr Hunderte Bergsteiger an. Der "Denali" (gesprochen: Dinäli) ist ein Abenteuer - das nur für manche glücklich endet.

Schmachvolle Verkürzung

Dabei wird der Mount McKinley von den Bewohnern Alaskas verehrt: Als Vizegouverneur Mead Treadwell im vergangenen Jahr nach neuen Messungen bekanntgab, dass der Berg nicht 6194, sondern 26 Meter kleiner ist, empfanden das viele als Schmach. Dabei ist er immer noch der mit Abstand höchste Berg in Nordamerika. Weil er im Gegensatz zum Himalaya schon bald über Meereshöhe beginnt, ist er vom Fuß bis zur Spitze gar der höchste Berg der Welt. Kein Wunder, dass die Athabasken-Indianer den Berg schon lange, bevor die ersten Europäer ihn sahen, "Denali", der Große, nannten.

In Alaska nennt ihn jeder so, auch die mit europäischen Vorfahren. "Mount McKinley", das ist nur etwas für die Landkarten. "Der Berg ist sehr schwer zu besteigen", sagt Maureen Gualtieri vom Nationalparkamt. Erst 1913 gelang es einer Seilschaft unter Harry Karstens und Hudson Stuck; ein früherer "Erstbesteiger" wurde als Lügner entlarvt.

Bis zu minus 70 Grad

"Oben herrschen minus 40 Grad Celsius, manchmal minus 70. Dazu kommen Böen von manchmal 150 Kilometer die Stunde." Wer dennoch auf den Berg will, muss sich bei Gualtieri anmelden. "Hier kommt keiner, der nicht Erfahrung hat. Trotzdem ist es erschreckend, wie unbedarft manche sind. Das sind aber Ausnahmen." Moderne Ausrüstung wird erwartet, von den Ranchern gibt es noch eine "Clean Mountain Can". Der "Sauberer-Berg-Topf" sieht aus wie eine große Thermoskanne, ist aber das Gegenteil: eine tragbare Toilette. "Der Berg ist groß, aber die Pässe sind schmal. Die Bergsteiger lagern auf schmalem Raum und schmelzen den Schnee für Trinkwasser.

Deshalb sollte man, na ja, eben wirklich alles wieder mit runterbringen", erklärt Gualtieri. Obwohl fast alle Kletterer mit einem Flugzeug auf ein Plateau im ersten Drittel des Berges gebracht werden, dauert die Besteigung im Schnitt 17 Tage. Das Basislager ist eine kleine Stadt aus Zelten, mitten in der Wildnis aus Eis und Schnee. Eng aneinander stehen die Zelte, davor Flaggen aus den USA, Norwegen, Australien, Großbritannien und auch immer wieder Deutschland.

Abrupter Wetterwechsel in Alaska

Die meisten Männer - Frauen sind eine seltene Ausnahme - müssen jeden Weg doppelt gehen: Erst wird die Ausrüstung ein paar Hundert Meter hochgeschleppt, dann zum Schlafen zurückgekehrt und am nächsten Tag der Aufstieg noch einmal mit dem Rest der Ausrüstung gemacht. Und das ist viel, denn während des Aufstiegs isst man doppelt so viel wie normal.

Weil in Alaska die Regel gilt "Wenn Dir das Wetter nicht gefällt, warte zehn Minuten", müssen die Bergsteiger auf schnelle und extreme Witterungswechsel vorbereitet sein. Dass man ein paar Tage oder gar eine Woche im Sturm festhängt und das Zelt nicht verlassen kann, ist normal. "Man sollte ein dickes Buch dabeihaben", sagt ein Engländer.

Warum macht man das alles trotzdem? "Die Bergsteigerantwort 'Weil er da ist' klingt sehr nach Klischee. Aber letztlich ist es das", sagt Anders, ein 20 Jahre alter Schwede. Er ist mit zwei Freunden da. Mattias, Tobias und Anders wollen unbedingt auf den Berg, nicht nur weil er zu den "Seven Summits", den höchsten Bergen auf den sieben Kontinenten, zählt.

"Es ist das Abenteuer, die Herausforderung, die reizt", gibt Mattias schulterzuckend zu. Alle drei sind erfahren und haben zum Teil in der schwedischen Armee eine alpine Ausbildung bekommen. "Aber Alaska ist eben Alaska", sagt Anders. "Ich habe schon als Kind Geschichten von Alaska und vom Denali gehört. Natürlich ist es etwas Besonderes. Und wir wollen da hoch!" >>

Aber nur die Hälfte der Bergsteiger schafft es tatsächlich nach oben. Viele kehren um. Und gleich hinter dem kleinen Flugplatz, von dem aus sie Richtung Denali gestartet sind, ist ein Friedhof. Schon mehr als 100 Menschen haben das Abenteuer McKinley mit dem Leben bezahlt.

Alternativen für Kerle

Männern, denen der Aufstieg zum höchsten Berg der USA zu riskant ist oder keine Kletterfans sind, bieten sich weitere, nicht minder sportliche Aktivitäten an. Egal ob auf Skiern, Schlitten oder Schneemobilen: Hier können sich Hartgesottene so richtig austoben. Wer es ruhiger angehen will und die urtümliche Natur des kaum besiedelten Bundesstaats ergründen will, kommt dort ebenfalls auf seine Kosten. Etwa bei der Wal-Beobachtung oder dem Besuch der Nationalparks oder auf einer luxuriöser Kreuzfahrt an den Küsten. Eine Reise wert ist auch das Alaska Wildlife Conservation-Center. Dort gibt es mit Bisons die größten Landsäugetiere Nordamerikas zu bewundern, die lange Zeit in Alaska ausgestorben waren und demnächst wieder in der Wildnis angesiedelt werden.

Reisende können dort auch einen der typischen mitunter eigenbrötlerischen Charakterköpfe kennen lernen, die das Land so berühmt machen: Mike Mille ist einer der Mitbegründer des Bison-Projekts und hatte es allen Widerständen zum Trotz am Leben gehalten und gilt nun in Alaska als Bison-Flüsterer.

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