Sie sind hier: Home > Leben > Reisen >

Chamonix: Skiträume im Vallée Blanche

Chamonix: Skiträume im Vallée Blanche

18.02.2015, 16:05 Uhr | srt

Chamonix: Skiträume im Vallée Blanche . Ein Traum für alle Skibegeisterten: Die 20 Kilometer lange Abfahrt durch das "Vallée Blanche". (Quelle: srt/Stefan Herbke)

Ein Traum für alle Skibegeisterten: Die 20 Kilometer lange Abfahrt durch das "Vallée Blanche". (Quelle: Stefan Herbke/srt)

Hier gehen Skiträume in Erfüllung: Mit rund 20 Kilometer Länge ist die Gletscherabfahrt von der Aiguille du Midi nach Chamonix das ultimative Skierlebnis der Alpen. Mit einem Bergführer können sich auch Normalskifahrer den Weg durch Frankreichs "Weiße Tal" bahnen.

Foto-Serie mit 15 Bildern

Wie ein Fels in der Brandung steht Lionel mit seinen extrabreiten Freeride-Skiern auf dem großen Platz vor der Talstation der Seilbahn auf die Aiguille du Midi, ringsum streben bunt gekleidete Freerider eilig Richtung Gondel. Jeder möchte der Erste sein. Kein Wunder, der Wetterbericht verspricht einen Traumtag. Die weiße Haube des 4810 Meter hohen Mont Blanc leuchtet in der Morgensonne, während im tiefen Tal von Chamonix noch alles im Schatten liegt. Perfekte Bedingungen für die Abfahrt aller Abfahrten: das Vallée Blanche.

Gewaltige Dimensionen

Für Lionel Wibault, den braungebrannten Bergführer aus Chamonix, ist das Alltag. So wie andere morgens in die Arbeit fahren, macht er sich frühmorgens auf den Weg zur Seilbahn, um dort seine Kunden zu treffen. Die Tickets und die Reservierung für die Gondel hat er längst organisiert, in aller Ruhe begrüßt der 67-Jährige seine Gruppe.

Beim Blick auf die kühne Trassenführung der Seilbahn tritt der erste Teilnehmer bereits den Rückzug an. Lionel kennt das, die Dimensionen in Chamonix sind einfach gewaltig und die Vallée-Blanche-Abfahrt nur etwas für besonders Mutige.

2700 Höhenmeter in der Seilbahn

Die Stadt und das Tal liegen gerade einmal auf gut tausend Meter Höhe, doch die Seilbahn auf die Aiguille du Midi überwindet in nur zwei Sektionen und weniger als 20 Minuten einen rekordverdächtigen Höhenunterschied von gut 2700 Metern - der Mont Blanc liegt noch einmal knapp tausend Meter höher.

Für Lionel Wibault ist die Seilbahnfahrt zwar nichts Besonderes, die Berge dagegen begeistern selbst ihn jedes Mal aufs Neue. Um die hundert Mal stand er bereits auf dem Montblanc, das komplette Bergareal ist quasi sein Büro, doch er kennt die weißen Riesen auch aus einem anderen Grund so gut. Der Bergführer ist begeisterter Maler - und sein Lieblingsmotiv ist der höchste Gipfel der Alpen. >>

Seit 1990 zeichnet er das Bergmassiv mit seinen stark zerklüfteten Gletschern und den zackenreichen Graten, immer aus einer anderen Perspektive, immer in anderen Stimmungen. "Der Himmel, die Wolken und die Farben in diesen extremen Höhen faszinieren mich", erklärt er seine Vorliebe. Auf seinen Touren ist er häufig mit einem Skizzenbuch unterwegs, gemalt aber wird in seiner Werkstatt im Tal.

Heute bleibt das Skizzenbuch daheim. Für ein neues Motiv ist der strahlend blaue Frühlingstag zu unspektakulär, zum Erobern des Vallée Blanche aber ideal. Skifahren auf fast 4000 Meter Höhe ist per se anstrengend, doch manchem bleibt bereits beim Blick in die Tiefe vom Felszahn der Aiguille du Midi, auf der die zweithöchste Aussichtsterrasse der Alpen thront (3842 Meter), die Luft weg. Wer dann noch den schmalen, in den steilen Eishang gehackten Weg zum Start der Skiabfahrt entdeckt, überlegt sich gut, ob eine Talfahrt mit der Gondel nicht die bessere Variante wäre.

Vorsicht vor den Gletscherspalten

Die Gletscherbecken sind riesig - entsprechend schwer ist die Orientierung bei Neuschnee oder Nebel - und auf den ersten Blick wirkt alles recht harmlos. Wer näher hinschaut, entdeckt Löcher, unter denen sich riesige Spalten verbergen. "Am besten immer in der Spur bleiben" erklärt Lionel die Regeln, zu denen auch gehört, dass alle Fahrer immer oberhalb von ihm stoppen. Schließlich ist Lionel für seine Gruppe verantwortlich. Jeden Winter gibt es Spaltenstürze, nicht immer gehen sie glimpflich aus. Die Gletscherabfahrt beginnt, in sicherer Distanz zu den ersten Spalten folgt Lionel der breiten Spur, die durch die vielen Skifahrer fast pistenartig eingefahren ist. An schönen Tagen im Frühjahr sollen es bis zu 2000 Wintersportler sein, die das Vallée Blanche unter die Bretter nehmen. Die meisten davon lassen sich die Einkehr im Refuge du Requin auf rund 2500 Meter Höhe nicht entgehen, man erreicht es etwa auf der Hälfte der Abfahrtsstrecke. Der Steinbau mit seiner Sonnenterrasse thront auf einem Geländeabsatz vis-à-vis der imposanten Séracs du Géant.

Die wild zerrissenen Eismassen schieben sich dort im Zeitlupentempo über eine Geländestufe. Hin und wieder hört man es knarzen und krachen. Trümmerfelder aus frischen Eisblöcken in Kühlschrankgröße zeigen: Der Gletscher ist keineswegs in Winterstarre verfallen.

Der sportlichste Teil zum Schluss

Nach der Rast geht es steil hinunter auf den flachen Glacier du Tacul, wo die Kulisse mit dem markanten Felsturm der Aiguille du Géant mit jedem Schwung grandioser und die Abfahrt zum Genuss wird. Immer neue Granit- und Gletscherberge rücken ins Blickfeld. Dazu tauchen weitere Eisströme auf, die sich zum mächtigen Mer de Glace vereinigen, dem längsten und größten Gletscher der französischen Alpen. Über drei Kilometer folgt man diesem Riesengletscher, dann wartet der sportlichste Teil der Vallée- Blanche-Abfahrt. Denn sobald der Schnee nicht mehr bis nach Chamonix reicht, endet die Traumabfahrt rund 300 Höhenmeter unterhalb von Montenvers (1913 Meter), der Endstation der 1909 eröffneten Zahnradbahn von Chamonix zum Mer de Glace. Ab hier führen 398 anstrengende Stufen zur Talstation der Seilbahn. Beim Bau reichte das Eis noch bis dahin. Trotz der Anstrengung zum Schluss: die Abfahrt aller Abfahrten durch das Vallée Blanche hat sich gelohnt. Atemberaubende Impressionen von der Abfahrt sehen Sie in unserer Fotoshow.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Die DSL-Alternative mit LTE50, pausieren jederzeit möglich
den congstar Homespot 100 entdecken
Gerry Weberbonprix.deOTTOUlla PopkenHappy SizeLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe