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Trinkgeld auf Kreuzfahrt darf nicht automatisch abgebucht werden

Rechte von Urlaubern gestärkt  

Trinkgeld darf auf Kreuzfahrt nicht automatisch abgebucht werden

13.12.2017, 11:41 Uhr | Falk Zielke, dpa; msc, t-online.de

Trinkgeld auf Kreuzfahrt darf nicht automatisch abgebucht werden. Trinkgeld auf einem Zettel mit handgeschriebenen "Danke". (Quelle: dpa/tmn/Jens Kalaene)

Trinkgeld ist die freiwillige Leistung eines Gastes. Auch auf Kreuzfahrten müssen Reisende daher selbst entscheiden können, ob sie es bezahlen oder nicht. (Quelle: Jens Kalaene/dpa/tmn)

Auf vielen Kreuzfahrten werden sogenannte Zwangstrinkgelder automatisch abgebucht. Das führte immer wieder zu Unmut bei den Passagieren und auch beim Verbraucherschutz. Jetzt gibt es dazu einen Gerichtsentscheid, der Kreuzfahrtfans freuen dürfte.

Nicht auf jedem Ozeanriesen können Reisende selbst entscheiden, ob sie ein Trinkgeld zahlen oder nicht. Eine automatische Abbuchung vom Bordkonto des Passagiers ist aber ohne eine ausdrückliche Erlaubnis unzulässig, hat das Landgericht Koblenz am 11. Dezember 2017 entschieden (Az.: 15 O 36/17). Ein Hinweis, dass die Zahlung vom Gast auch gekürzt, erhöht oder gestrichen werden kann, reichte dem Gericht nicht aus. Auf das Urteil, das noch nicht rechtskräftig ist, weist der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hin, der in dem Verfahren gegen einen Reiseveranstalter geklagt hatte.

Reiseanbieter buchte zehn Euro täglich ab

Im verhandelten Fall hatte der Reiseanbieter automatisch zehn Euro pro Person und Nacht als Trinkgeld vom Bordkonto der Reisenden abgebucht. Das Unternehmen verwies auf eine entsprechende Regelung in den Geschäftsbedingungen. Im Reiseprospekt wurde darauf hingewiesen, dass die Zahlung an der Rezeption gekürzt, gestrichen oder erhöht werden könne. Dagegen klagten die Verbraucherschützer – mit Erfolg: Nach Ansicht des Landgerichts müssen Kunden einer Zahlung, die über die Hauptleistung hinausgeht, ausdrücklich zustimmen. Das war im vorliegenden Fall aber nicht gegeben. Nach Auffassung des Richters verstieß das Unternehmen damit gegen das Gebot der Ausdrücklichkeit.

Verbraucherschutz lobt Urteil

"Das ist ein gutes Urteil für Verbraucherinnen und Verbraucher", sagt Kerstin Hoppe, Rechtsreferentin beim vzbv. "In der Kreuzfahrtbranche ist es gängige Praxis, die Endpreise durch versteckte Trinkgelder zu erhöhen. Dem wurde endlich eine Grenze gesetzt."

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