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Reiserecht: Die skurrilsten Reise-Beschwerden

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Reise-Mängel  

Die skurrilsten Reise-Beschwerden

24.03.2009, 09:37 Uhr | srt, t-online.de

Beschwerde: Der Sand sollte gelb sein, war aber weiß (Symbolbild: Imago)Beschwerde: Der Sand sollte gelb sein, war aber weiß (Symbolbild: Imago)

Urlauber zufriedenzustellen ist für Reiseveranstalter nicht immer einfach. Doch neben berechtigten Klagen, wie bei einer Baustelle direkt vor der Tür oder verschimmelten Zimmern, gibt es immer wieder Urlauber, die aus einer Mücke einen Elefanten machen - und damit auch noch vor Gericht ziehen. Der "Daily Telegraph" veröffentlichte eine Studie der verrücktesten Beschwerden britischer Touristen - sie stammt laut Zeitung vom Verband der Reisebüros in England. Im letzten Jahr seien 22.000 Klagen eingegangen - und die haben es in sich. Klicken Sie sich durch die skurrilsten "Reise-Mängel".

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15 Prozent für trübes Meer

Doch nicht nur die Briten haben an der ein oder anderen Reise etwas auszusetzen. Auch deutsche Urlauber beschweren sich - oft auch zu Recht. Auf den Fotos im Reisekatalog war das Meerwasser beispielsweise klar und blau, in Wirklichkeit aber braun und trübe. Wer als Pauschalurlauber solche Erfahrungen macht, kann Geld von seinem Veranstalter zurückfordern, urteilte das Amtsgericht Köln (Az.: 134 C 419/07). Das berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in Wiesbaden in der Fachzeitschrift "ReiseRecht aktuell". Im konkreten Fall erhielten die Kläger für jeden betroffenen Tag 15 Prozent ihres Reisepreises zurück. Der Veranstalter könne zwar die Qualität des Meerwassers nicht beeinflussen, befand das Gericht. Weil er im Katalog aber Fotos von blauem Wasser gezeigt hatte, sei es als Reisemangel zu bewerten, wenn das Meer nicht nur vorübergehend braun und trübe ist. Bei der Festlegung der Erstattungsquote von 15 Prozent spiele allerdings auch eine Rolle, dass in der Hotelanlage in der Dominikanischen Republik täglich Insektenschutzmittel in großen Mengen versprüht wurde, so "dass Wolken stechenden Geruchs durch die Anlage zogen". Auch dies sei ein Reisemangel gewesen, so das Gericht.


Fehlende Eisschollen bei einer Arktis-Expedition

Ganz ähnlich ging es einem Passagier, der per Schiff arktische Gewässer durchqueren und dabei durch "meterdickes Packeis" kreuzen wollte. Das zumindest hatte der Veranstalter im Reisekatalog versprochen. Das Problem: Aufgrund milder Temperaturen waren keine Eisschollen aufzutreiben. Der Mann klagte und bekam Recht. Wenn der Veranstalter ein solches Erlebnis zusichere, müsse er sich daran halten. Der Hinweis des Anbieters, dass es im Fall "extremer Witterungs- oder Wetterverhältnisse" zu Änderungen kommen könne, ändere daran nichts. Schließlich sei aus Sicht des neutralen Beobachters offensichtlich eher zu viel Packeis gemeint. Der Veranstalter muss einen Teil des Reisepreises erstatten (OLG Hamburg, Az. 9 U 92/08).


Ausgeraubt von Kriminellen

Sehr unangenehm war der Urlaubsauftakt für ein deutsches Ehepaar, das mit seinen zwei kleinen Kindern nach Brasilien reiste. Nach der Landung auf dem Flughafen der Provinzhauptstadt Salvador ging es per Bus zum Hotel. Doch auf der Fahrt dorthin wurde das Fahrzeug von Banditen gestoppt, die die Insassen mit vorgehaltenen Maschinenpistolen ausraubten. Die Urlauber versuchten später, den Wert ihres Gepäcks, einen Teil des Reisepreises und eine Entschädigung einzuklagen. Ihr Argument: Der Veranstalter hätte angesichts der unsicheren Gegend für Polizeischutz sorgen müssen. Stimmt nicht, urteilte das Landgericht Frankfurt/Main: "Die Gefahr eines Überfalls in Urlaubsregionen gilt als allgemeines Lebensrisiko." Und vor diesem könne und müsse der Veranstalter seine Gäste nicht schützen (Landgericht Frankfurt/Main, Az. 2-19 O 105/08).

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